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Donnerstag, 17.05.2018

Großeinsatz auf der Baustelle für den Bahntunnel

Ein Unglück an der Krone in Niesky: Zwei Menschen sind schwer verletzt. Oder ist doch alles bloß eine Übung?

Von Jens Trenkler und Thomas Staudt

Zwei verletzte Personen, Ersthelfer, Feuerwehrleute, Rettungssanitäter – die Übung auf der Bahnbaustelle an der Krone in Niesky verlief am Dienstag reibungslos.
Zwei verletzte Personen, Ersthelfer, Feuerwehrleute, Rettungssanitäter – die Übung auf der Bahnbaustelle an der Krone in Niesky verlief am Dienstag reibungslos.

© André Schulze

Niesky. Eine verzwickte Lage: Zwei Personen sind schwer verletzt. Die First Responder, die Ersthelfer vor Ort, kümmern sich um die Verletzten und machen sich ein Gesamtbild von der Situation: Auf der Baustelle für die Bahnunterführung an der Krone in Niesky ist am späten Nachmittag eine Palette von einem Kran gestürzt. Eine Person ist eingeklemmt. Was die Einsatzkräfte beim Alarm nicht wissen: Die Verletzungen sind nur Schau, das Rot ist nicht Blut, sondern Schminke, und das Ganze kein veritabler Einsatz, sondern eine Übung.

Dennoch muss das Szenario mit allem Ernst bis zu Ende durchgespielt werden. Schließlich soll im Ernstfall alles wie am Schnürchen klappen. Inzwischen ist auch der Rettungsdienst vor Ort. Doch wegen der eingeklemmten Person müssen weitere Kräfte der Feuerwehr über die Leitstelle angefordert werden. Um 17.37 Uhr gehen die Piepser. 970 Meter Luftlinie entfernt im Gerätehaus werden Fahrzeuge besetzt, technische Arbeitsmittel eingepackt und ab geht’s zur Einsatzstelle unweit des Busbahnhofs.

Zur Absicherung der Unglücksstelle sperren die Feuerwehrleute die Zufahrt im Bereich des Busbahnhofs. Nur so kommen alle alarmierten Kräfte zügig zur Einsatzstelle. Einige Autofahrer scheren sich nicht darum und umfahren die Absperrung, obwohl sie davon ausgehen müssen, dass es sich um einen Ernstfall handelt. Dann geht es um Menschenleben, jede Minute zählt – Kopfschütteln bei den Einsatzkräften. Dann sind die beiden Patienten in der Baugrube versorgt und transportfähig. Mithilfe der Drehleiter und einer Schleifkorbtrage kann eine der beiden verletzten Personen aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Dann wird auch die zweite Person zum Rettungswagen gebracht. Es ist 19.15 Uhr. Für die Zuschauer des Geschehens sieht immer noch alles so aus, als handele es sich um einen echten Einsatz.

Ziel sei es gewesen, das Zusammenwirken zwischen Ersthelfern, Rettungsdienst und Feuerwehr zu üben, so ein Feuerwehrsprecher. Einsatzleiter Sebastian Schramm ist zufrieden. Die Übung habe gezeigt, dass man auf dem richtigen Weg sei. „Ein dickes Dankeschön an alle Firmen, die die Übung ermöglicht haben. Das ist alles andere als selbstverständlich.“

Am nächsten Tag, früh um 8 Uhr, folgt bereits der nächste Einsatz, eine technische Hilfeleistung. Eine echte, und damit ein tatsächlicher Einsatz für die Feuerwehr Niesky, die bereits sechs Einsätze in diesem Monat verbuchen kann.

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