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Dienstag, 14.08.2018

Grenzkriminalität bleibt ein Problem

Innenminister Roland Wöller hat die Polizei in Görlitz besucht. Autoklau und Einbrüche machen ihm weiter Sorgen.

Von Matthias Klaus

Innenminister Roland Wöller informiert sich an der mobilen Beratungsstelle der Polizei in Zittau zu Möglichkeiten des Diebstahlschutzes.
Innenminister Roland Wöller informiert sich an der mobilen Beratungsstelle der Polizei in Zittau zu Möglichkeiten des Diebstahlschutzes.

© Bernd Gärtner

Görlitz. Damals war’s. Im Mai dieses Jahres hatte Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) mit Ministerpräsident Michael Kretschmer, ebenfalls CDU, in der Landskron-Brauerei eine große Bühne. Es ging um die Sicherheit im Grenzgebiet. Am vergangenen Freitag war Roland Wöller erneut in Görlitz. Ein sogenannter Arbeitsbesuch stand an. In Zittau und in der Kreisstadt wollte sich der Innenminister über die aktuelle Sicherheitslage in der Grenzregion entlang der Neiße informieren. Ein Fazit seinerseits: „Trotz Erfolgen und niedrigster Kriminalität seit zehn Jahren, bleibt Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität und von Eigentumsdelikten Schwerpunkt der Polizeiarbeit.“

Tatsächlich ist die Zahl der Straftaten insgesamt in der Oberlausitz im vergangenen Jahr gesunken. Aber eben nicht die, bei denen es um Autoklau geht, eher im Gegenteil. 531 Fälle waren es im vergangenen Jahr in den Kreisen Görlitz und Bautzen., im Vergleich zu 2016 ein Anstieg um 122. Schwerpunkte: Görlitz, Zittau.

„Sowohl die Fahnder des für Eigentumsdelikte zuständigen Kommissariats als auch die gemeinsamen Fahndungsgruppen Bautzen und Neiße sowie die Mitarbeiter der Einsatzzüge leisten dabei eine engagierte und erfolgreiche Ermittlungsarbeit“, so Roland Wöller am Freitag in Görlitz. Dies habe inzwischen eine abschreckende Wirkung gegenüber den Tätern erzielt, sagte der Innenminister. Aber er weiß auch: Fahrzeugdiebstahl ist und bleibt offensichtlich ein Problem in der Region. „Deshalb ist das konsequente Vorgehen bei Einbrüchen und Diebstählen bei gleichzeitiger sichtbarer Präsenz von Polizeibeamten strategischer Arbeitsschwerpunkt in der Polizeidirektion Görlitz“, so Roland Wöller. Vor allem die enge Zusammenarbeit zwischen der sächsischen Polizei und der Bundespolizei mit den tschechischen sowie den polnischen Behörden, seien ein wichtiger Baustein der polizeilichen Arbeit in der Oberlausitz.

Dabei hatte es gerade in diesem Bereich in der jüngsten Vergangenheit Probleme gegeben, vor allem mit den polnischen Kollegen. Partner vor Ort jenseits der Neiße tendieren offenbar immer wieder dazu, zunächst zu hören, was Warschau zu Entscheidungen hier sagt. Innenminister Roland Wöller hatte sich in Görlitz mit Ermittlern des für Eigentum- und Bandenkriminalität zuständigen Kommissariats getroffen. „Insbesondere Großverfahren auf beiden Seiten der Neiße gegen grenzüberschreitend agierende Autodiebe und Geldautomatensprenger bilden derzeit einen Arbeitsschwerpunkt dieser spezialisierten Ermittler“, sagte der Minister.

Nach dem Treffen in der Polizeidirektion Görlitz, besuchte der Innenminister in Zittau eine mobile Beratungsstelle die die Bürgerinnen und Bürger über polizeiliche Präventionsarbeit, eben gerade auch im Hinblick auf das Thema Einbruch- und Diebstahlschutz, informiert. Polizeiliche Kontrollen und Präsenz sowie akribische Ermittlungsarbeit seien nur eine Seite der Medaille. „Ebenso wichtig ist die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Prävention. Es gibt für jede Wohnung, jedes Haus und jedes Auto passgenaue Möglichkeiten zur Eigensicherung“, sagt der Innenminister. Auch in dieser Hinsicht halte die Polizei viele Informationen bereit. „Ich kann nur an die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen appellieren, von den Beratungsangeboten der Polizei Gebrauch zu machen. Insbesondere für den ländlichen Raum werden die mobilen Beratungsstellen angeboten“, so Roland Wöller.