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Freitag, 12.10.2018

Gondelteich trocknet aus

Von Katja Schäfer

Im Schirgiswalder Gondelteich ist nur noch ganz wenig Wasser. Zum Bootfahren reicht es schon lange nicht mehr. Armin Unglaube ärgert sich darüber und wünscht sich, dass die Stadt etwas unternimmt, um die Anlage wieder attraktiv zu machen. Foto: Carmen Schumann
Im Schirgiswalder Gondelteich ist nur noch ganz wenig Wasser. Zum Bootfahren reicht es schon lange nicht mehr. Armin Unglaube ärgert sich darüber. Foto: Carmen Schumann

© Carmen Schumann

Einen traurigen Anblick bietet der Schirgiswalder Gondelteich. Sein Wasser hat er nahezu komplett verloren. Nur im hinteren Bereich steht noch etwas Nass. Vorn am Bootssteg fehlt es nahezu ganz. Von dort aus kann man trockenen Fußes zur kleinen Insel in der Mitte des Teiches laufen. Die sechs grünen Ruderboote, die zum Ausleihen gedacht sind, liegen hochkant vorm Zaun am Eingang zum Teich. Schon lange ist niemand mehr damit gegondelt.

Armin Unglaube stört das. „Unser Gondelteich war immer ein schönes Naherholungsgebiet und bei den Leuten sehr beliebt. Es ist schade, dass er jetzt diesen Zustand hat“, sagt der Schirgiswalder. Seiner Meinung nach ist eine undichte Stelle an der hinteren Seite des Dammes schuld an der Misere. Dort laufe Wasser aus. Vor allem eins ärgert Armin Unglaube: „Es wurde ein Haufen Geld für den Gondelteich ausgegeben und nun kann er doch nicht genutzt werden.“ Damit meint der Rentner die Arbeiten, die vor knapp drei Jahren erfolgt sind. Damals ließ die Stadt Schirgiswalde-Kirschau sehr viel Schlamm, der sich beim Hochwasser 2013 im Gondelteich angesammelt hatte, ausbaggern und abtransportieren. Rund 130 000 Euro waren dafür veranschlagt. Das Geld kam aus dem Programm zur Flutschadenbeseitigung.

Vor 30 Jahren speiste die Spree ein

Über die Arbeiten hatte sich damals auch der Wirt der Gondelteich-Baude, Andreas Jährig, gefreut. Hoffte er doch, dass danach wieder ohne Einschränkungen gegondelt werden kann, nachdem das eine Weile lang nicht möglich war, weil die Boote stellenweise auf dem Schlamm aufsaßen. Eine Zeit lang ging das auch. Aber nicht lange, weil der Wasserspiegel dann sank. „Dieses Jahr konnte im Mai drei oder vier Wochen gegondelt werden, danach war schon zu wenig Wasser im Teich.“

Für Wasser im Gondelteich sorgen ein kleiner Bach und der – in diesem Jahr ausgebliebene – Regen. Als man das Gewässer in den 30er-Jahren anlegte, war das noch anders. Da speiste die nahe Spree den Teich. Später wurde das verändert. Die unterirdische Verbindung zwischen Spree und Gondelteich existiert aber noch. Armin Unglaube behauptet, sie würde auch funktionieren. „Vor zwei Jahren habe ich mit einem Bekannten zusammen Wasser durchgepumpt. Das ging. Da war nichts verstopft“, berichtet er. Sein Vorschlag ist, an der Stelle, wo der Zulauf von der Spree abzweigt, ein paar Steine aufzuschichten, sodass sich das Wasser dort staut und in das Rohr zum Gondelteich läuft. „Die Stadt sollte natürlich auch den Teichdamm abdichten“, fordert Armin Unglaube. „Dann könnte der Schirgiswalder Gondelteich bald wieder ein schöner Anziehungspunkt sein, zumal ja Anfang des Jahres der benachbarte Spielplatz schön erneuert wurde“, ist er überzeugt.