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Samstag, 13.10.2018

Goldener Stern im Visier

Das alte Gasthaus ist in letzter Zeit immer wieder Thema in der Stadtpolitik. Und neuerdings auch Ziel von Kriminellen.

Von Eric Weser

Der Goldene Stern ist eines von mehreren prägenden Gebäuden am Markt in Strehla. Die frühere Gaststätte dient heute unter anderem als Lager.
Der Goldene Stern ist eines von mehreren prägenden Gebäuden am Markt in Strehla. Die frühere Gaststätte dient heute unter anderem als Lager.

© Eric Weser

Strehla. Gerade erst ist es wieder passiert. In der ehemaligen Gaststätte Goldener Stern in Strehla ist eingebrochen worden. Beim Eigentümer sorgt das für Verärgerung. In den vergangenen Monaten würden sich Einbrüche häufen, sagt er. Quasi die gesamte Heizung, Waschbecken und Armaturen seien entwendet worden, so der Besitzer, der in einem Strehlaer Nachbarort lebt und lieber anonym bleiben möchte.

Die Vorfälle fallen in eine Zeit, in der das markante Gebäude immer mal wieder Thema in der Stadtpolitik ist. Grund dafür sind aber nicht die Einbrüche, sondern Entwicklungen am Strehlaer Markt: In den vergangenen Jahren sind rund um den Platz etliche Gebäude saniert worden. Zuletzt zum Beispiel das Wohnhaus Markt 2, das die Stadt dank vieler Fördergeld modernisieren lassen konnte. In den letzten Jahren waren auch mehrere Gebäude, die Privatleuten gehören, instand gesetzt worden. Im oberen Teil des Marktes hatte das Land Sachsen außerdem die Straße in Ordnung bringen lassen.

Diesen positiven Entwicklungen in Strehlas Mitte hinkt der Goldene Stern, der die Adresse Markt 6 hat, aus Sicht einiger Stadträte hinterher. „Grausig“ sei der Anblick der historischen Fassade, sagte Stadtrat Reimar Kalkhof (CDU) im August. Man müsse mit dem Eigentümer sprechen, ob dieser sich vom Gebäude trennen würde. Wenn sich jemand fände, der für das Gebäude eine Nutzungsidee hat, könnte das die Innenstadt weiter aufwerten, so Kalkhof. Bürgermeister Jörg Jeromin (FWG) hatte dazu erklärt, dass der Eigentümer „sicherlich preisliche Vorstellungen hat, die es Investoren abträglich machen wird, sich zu engagieren.“ – Der Eigentümer kann sich diese Äußerungen nicht recht erklären. Denn mit ihm habe seit 20 Jahren niemand von der Stadt über das Gebäude gesprochen. Lediglich wenn es Schäden oder Probleme gebe, melde sich die Verwaltung. Vom Straßenkehren über das Zahlen der Grundsteuer bis zum Beheben akuter Schäden am Gebäude komme er seinen Pflichten nach, unterstreicht der Gebäudebesitzer.

Der Eigentümer, der das Haus in den 1990ern geerbt hatte, bestätigt weiterhin, dass sich einige Leute in den vergangenen Jahren für das frühere Gasthaus interessiert hätten. Entwickelt habe sich daraus aber bisher nichts. Einen möglichen Grund dafür nennt der Eigentümer selbst: Der Stern sei ein spezielles Gebäude. Unter anderem gebe es ein sehr großes Treppenhaus. Für einen Ausbau seien umfangreiche Arbeiten nötig, so der Eigentümer, der eigene Ausbaupläne bereits vor Jahren verworfen hat und wegen seines fortgeschrittenen Alters selbst nicht mehr am Gebäude bauen will. Er nutze das Gebäude unter anderem als Lager. Für Gespräche über das Gebäude sei er aber weiterhin offen.

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