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Dienstag, 05.06.2018

Görlitzer Handball-Mädchen total überlegen

Von Robert Eifler

Da kann man nicht hoch genug springen. Die Görlitzer Koweg-Mädchen sind Sachsens beste E-Mädchen-Handballerinnen.Foto: Verein
Da kann man nicht hoch genug springen. Die Görlitzer Koweg-Mädchen sind Sachsens beste E-Mädchen-Handballerinnen.Foto: Verein

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Eine solche Dominanz hat es auf Sachsenebene wohl selten gegeben. Und wenn, dann von einem der Leuchtturm- Handball-Standorte in Sachsen, wo einige Erst- und Zweitligavereine beheimatet sind. Kowegs-E-Mädchenmannschaft unter Trainerin Kathrin Täschner hat das sächsische Finalturnier in Radeberg mit den jeweils beiden besten Teams aller vier Spielbezirke derart dominiert, wie es kaum vorstellbar war. Markranstädt hatte die Bestenermittlung in dieser Altersklasse in den letzten drei Jahren dominiert und jeweils den Titel gewonnen. Aber diesmal war gegen das Görlitzer Team kein Kraut gewachsen: Mit einem in dieser Höhe sensationellen 24:5 ist es nun amtlich, dass die weibliche E-Jugend des SV Koweg Görlitz die Spitze in Sachsens Handball bildet.

In den vergangenen Monaten waren beide Mannschaften mehrfach aufeinandergetroffen. Görlitz hatte dabei immer eine Nasenspitze vorn. Trotzdem waren sich die Koweg-Anhänger vor dem Finale ein wenig unsicher: Wie würde es mit der mentalen Verfassung aussehen? Wer würde die so wichtige Startphase dominieren? Die Antwort kam überraschend schnell und eindeutig. Görlitz war das Team der Stunde. Bereits in der Startphase gab man sich keine Blöße. Fast ohne Fehler wurden die Aktionen durchgeführt. Ganz stark war die Defensive. Balleroberung war das Zauberwort. Wer kaum zum Torwurf kommt, kann keine Tore werfen. Diese Binsenweisheit prägte das Finale. Markranstädt war kein schwacher Gegner, ins Finale der Sachsenmeisterschaft kommt keine Laufkundschaft. Die Görlitzer Stärke bestand darin, den Gegner nicht dazu kommen zu lassen, seine Stärke zu entfalten. Angefeuert durch die mit weitem Abstand lauteste Anhängerschar zogen die Görlitzer Mädels durch und machten Ernst. Ganz konsequent bis zum Schluss. Ihre Führungsspielerinnen nahmen ihre Verantwortung wahr und ermöglichten es, dass dann zum Ende hin alle Spielerinnen ihre Einsatzzeiten erhielten und auch die sogenannte zweite Reihe zeigen konnte, dass sie des Siegerkranzes würdig sind. Schon in den Vorrundenspielen war die Dominanz der Görlitzer Mannschaft riesig. Der HC Leipzig wurde mit 15:2 bezwungen, Marienberg mit 16:4 und Oschatz mit 23:1. Schon da war zu sehen, dass die Defensive gut funktionierte. Im Halbfinale trafen die Neißestädterinnen auf Zwickau. Nach starker Gegenwehr der Zwickauerinnen in der Anfangsphase gelang es dann doch, sich wieder abzusetzen und Görlitz gewann auch dieses Spiel mit 21:6.

Und auch bei der Vielseitigkeitsüberprüfung, die bei der Bestenermittlung immer durchgeführt wird, zeigten die Görlitzer Mädchen ihr Können. In fünf verschiedenen Übungen der Koordination und der Athletik mussten sich die jungen Handballerinnen beweisen. Görlitz gewann mit insgesamt ganz starken 3067 Punkten vor Markranstädt mit 1957 Punkten und Oschatz mit 1890 Punkten. Es gab auch eine Einzelwertung, die die Klasse der Görlitzer Mädchen noch einmal unterstrich: Sieben Görlitzer Spielerinnen kamen unter die ersten acht, die ersten sechs Plätze waren Blau-Gelb: 1. Nele Adam, 2. Charlotte Töpert, 3. Anica Czarnowsky, 4. Mathilde Thun, 5. Katharina Berendt, 6. Nele Gramelsberger und 8. Olivia Rimbach. Und ins Allstar-Team schafften es drei Görlitzer Mädchen: Nele Adam, Charlotte Töpert und Mathilde Thun.

Die Mühen der langen Saison haben sich also gelohnt. Für diesen Sieg haben die Mädels um Trainerin Kathrin Täschner und etliche Betreuerinnen und Helferinnen lange gearbeitet. Nun wird die Zeit bis zu den Sommerferien trotzdem noch für Training genutzt. Eine ganz wichtige Stunde kommt aber noch: Die Trainerin, selbst Lehrerin, möchte die Zeugnisse ihrer Mädels sehen. Denn Sport soll das Leben verbessern, nicht ersetzen. Wenn die schulischen Leistungen nicht stimmen, wird das Training reduziert. Das aber wollen die Mädels nicht. Und sie haben längst bewiesen, dass leistungsorientierter Sport die schulischen Leistungen eher verbessert als verschlechtert. Denn sie haben ja einen großen Wunsch: Handball bei Koweg spielen zu dürfen.

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