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Dienstag, 19.06.2018

Görlitzer Energie-Mädchen feiern zwei Sachsentitel binnen 24 Stunden

Von Frank Thümmler

Das sind die Sachsenmeisterinnen: Kapitänin Jennifer Mühle, Jennifer Kleiber, Vivian Krause (stehend von links), Lara Olbrisch, Joen Grujicic und Nathalie Kühnemann (knieend von links). Am letzten Spieltag fehlte Leonie Hedenus.Foto: ;Maren Ludwig
Das sind die Sachsenmeisterinnen: Kapitänin Jennifer Mühle, Jennifer Kleiber, Vivian Krause (stehend von links), Lara Olbrisch, Joen Grujicic und Nathalie Kühnemann (knieend von links). Am letzten Spieltag fehlte Leonie Hedenus. Foto: ;Maren Ludwig

Die tolle Nachwuchsarbeit bei den Faustballerinnen des SV Energie Görlitz trägt weiter Früchte. Am Sonnabend gewannen die Mädchen (alle Jahrgang 2012) in Dresden mit zwei souveränen Zwei-Satz-Siegen über den SV Glauchau-Rottenbach und den SV Walddorf den U18-Sachsenmeistertitel. Am Sonntag fuhr die bis auf eine Position unveränderte Mannschaft auch den Titel bei den Frauen ein. Dafür mussten am letzten Spieltag der Oberliga, ebenfalls in Dresden, aus den vier Spielen gegen das Tabellenschlusslicht SV TuR Dresden und den SV Groitzsch drei Siege geholt werden, um unabhängig von den Ergebnissen des Verfolgers Kubschütz die Tabellenführung zu verteidigen. Die Dresdner Mannschaft konnte dem jungen Görlitzer Team keine Probleme bereiten, auch wenn im zweiten Spiel Trainerin Maren Ludwig die beste Schlagfrau der Liga, Lara Olbrisch, durch ein anderes Talent, Jennifer Kleiber, ersetzte. Aber die Spiele gegen Groitzsch hatten es in sich. In der ersten Partie lagen die Görlitzerinnen schnell 0:5 zurück, später 3:8. „Vor einem Jahr, als wir mit dieser jungen Truppe dem Titel auch schon nahe waren, hätten wir diesen Satz wohl noch verloren“, sagt Maren Ludwig. Aber die Mannschaft ist gereift, kämpfte weiter um jeden Ball, machte wenig Eigenfehler, schaffte den Ausgleich und drehte den Satz tatsächlich in der Verlängerung noch zum 13:11-Sieg. Der zweite Satz ging dann relativ sicher mit 11:8 an die Görlitzerinnen, der Sachsentitel war praktisch sicher. Auch das zweite Spiel gegen Groitzsch war dann hart umkämpft. Der erste Satz ging nach Problemen der Görlitzerinnen bei Annahme und Zuspiel (zu weit weg von der Leine, zu selten ohne Aufsetzer) mit 9:11 an Groitzsch. Aber die Görlitzer Mädchen kämpften sich buchstäblich zum Sieg, gewannen den zweiten Satz mit 13:11 und – auch mit den etwas größeren Kraftreserven – den dritten Satz mit 11:9. Der Jubel der jungen Mannschaft war riesig. Die Görlitzerinnen haben damit die Aufstiegsspiele in die 2. Bundesliga erreicht und auch dort eine realistische Chance – eigentlich. Der Haken: Die Spiele finden am Schulanfangswochenende 11./12. August statt, drei der Mädchen sind bei Feiern – eigentlich. Energie Görlitz hat sich um die Austragung dieser Aufstiegsspiele beworben, vielleicht geht ja doch was.

Das Nachwuchskonzept bei Energie Görlitz geht jedenfalls voll auf, auch wenn diese Seite ebenfalls einen Haken hat: Wer bleibt nach der Schulzeit hier? „Der Kern der Mannschaft besucht das Gymnasium. Drei Jahre sind mit diesen Spielerinnen noch gesichert. Danach muss man sehen, was passiert“, erklärt Maren Ludwig. Nachschub gibt es von beiden (Alters-)Seiten. Jüngere Spielerinnen rücken nach, vier aus der jetzigen U14 werden im nächsten Spieljahr spielberechtigt sein. Und drei Spielerinnen in den 20ern kehren nach Schwangerschaften zurück. Der Verein überlegt deshalb sogar, eine zweite Frauenmannschaft aufzumachen, um allen Spielmöglichkeiten zu bieten. Aber erst einmal gilt das Daumendrücken der aktuellen, extrem jungen Frauenmannschaft. Denn die 2.  Bundesliga wäre nur der logische nächste Entwicklungsschritt.

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