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Donnerstag, 14.06.2018

Görlitz zieht beim Azubi-Geld für Krankenpfleger davon

In Ebersbach, Zittau und Weißwasser wird bis zu 130 Euro im Monat weniger gezahlt. Aber das soll sich demnächst ändern.

Von Thomas Mielke

Symbolbild
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© Kristin Bethge/dpa

Mittelfristig soll der Azubi-Lohn der angehenden (Kinder-)Krankenschwestern und -pfleger im Landkreis Görlitz angeglichen werden. „Zuerst wollen wir dies an unseren beiden Krankenhäusern – Klinikum Oberlausitzer Bergland mit den Standorten Zittau/Ebersbach-Neugersdorf und dem Kreiskrankenhaus Weißwasser vereinheitlichen, dann werden wir uns mit den in der Krankenhausakademie versammelten Partnereinrichtungen – dies werden auch benachbarte Krankenhäuser der Region sein – vereinbaren“, teilte Jana-Cordelia Petzold, Sprecherin der drei Kreiskrankenhäuser, auf SZ-Anfrage mit. Parallel dazu wird „ab 2019 die Ausbildung vereinheitlicht, standardisiert und generalisiert.“ Das KOB und das Städtische Klinikum betreiben ab September zusammen die Krankenhausakademie des Landkreises. Sie wird in Görlitz sitzen und aus der Schule des Städtischen Klinikums hervorgehen. Im Gegenzug wird die theoretische Ausbildung in Zittau beendet.

Derzeit sind die Lehrlingsentgelte noch unterschiedlich. Zwar haben die 91 angehenden Pfleger und Schwestern in Ebersbach, Zittau und Weißwasser im 2017 eine Erhöhung bekommen. Aber schon damals lag die Vergütung unter der des Städtischen Klinikums Görlitz. Zum 1. September ziehen die Kreisstädter noch weiter davon (siehe unten). Sie erhöhen die Bezüge um bis zu 18 Prozent. Dann klafft zwischen der Bezahlung eines Azubis im ersten Lehrjahr in Zittau sowie Ebersbach und in Görlitz eine Lücke von 130 Euro pro Monat.

Einen Nachteil für ihre Suche nach zukünftigen Fachkräften sehen die Kreiskrankenhäuser dabei bis zur Angleichung der Bezahlung nicht. Natürlich würde jede Einrichtung versuchen, durch die Vergütung zu punkten, so die Sprecherin. „Aber der Einstieg in das künftige Berufsleben hängt nicht nur daran. Die Attraktivität der Ausbildung in Schule und Unternehmen, die Aufnahme der Schüler in den Arbeitsprozess und die hohe Variabilität im künftigen Berufseinsatz sind ebenfalls gleichwertig wichtige Themen.“ Dazu kommen noch Faktoren wie die Heimatnähe.

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