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Samstag, 22.09.2018

Gnadenhof weiter in der Kritik

Die Delmschützer können seit Monaten nicht mehr richtig schlafen. Das ständige Hundegebell stört enorm.

Von Sylvia Jentzsch

Der Hundegnadenhof in Delmschütz.
Der Hundegnadenhof in Delmschütz.

© André Braun

Ostrau. Dass die Kritik der Delmschützer am Gnadenhof völlig berechtigt ist, daran ließ Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) zur Ratssitzung keinen Zweifel. Die Hunde bellen Tag und Nacht. Die Bürger finden keine Ruhe. Schon seit Monaten ist der Bürgermeister mit dem Landratsamt im Gespräch, um dem Hundehalter Einhalt zu gebieten. Doch es wurden seitens der Behörde keine Verstöße festgestellt. „Wir haben uns mit dem Gesamtkomplex beschäftigt und waren auch mit Vertretern von unterschiedlichen Fachabteilungen vor Ort. Maßnahmen sind auf Grundlage der bestehenden Gesetze und Regelungen nicht vorgesehen“, sagte die Pressereferentin des LRA Cornelia Kluge auf Anfrage des DA. Die vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt vorgegebene Obergrenze der Hundezahl werde eingehalten. Das hätten mehrere unangekündigte Kontrollen bestätigt, so auch in dieser Woche, so Kluge.

Auch mit dem Hundehalter Christaan Danhoff hatte Schilling versucht, ins Gespräch zu kommen. Doch Versuche jeglicher Art seien gescheitert. „Ein Gespräch wurde verweigert“, so Schilling. Der Mann habe jeden Sinn für die Realität verloren.

Die Ordnungsbedienstete der Gemeinde und der Bürgerpolizist werden jetzt öfter in Delmschütz unterwegs sein. Wird ein Verstoß gegen die Polizeiordnung der Gemeinde festgestellt, sollen sowohl gegen den Halter der Hunde als auch die Besitzer der Immobilie Verwarngelder ausgesprochen werden. Laut Polizeiordnung können diese zwischen minimal 10 und maximal 1 000 Euro liegen. Wichtig dafür ist, dass sowohl Anwohner als auch die Ordnungsbehörde ein sogenanntes Bellprotokoll führen, also aufschreiben, zu welchen Seiten die Hunde bellen.

„Da die Hunde privat und nicht gewerblich gehalten werden, ist keine Nutzungsänderung für die Immobilie zu beantragen. Hier wurde eine gesetzliche Lücke ausgenutzt“, sagte der Bürgermeister. Die Tiere seien angemeldet und es wurde auch die Hundesteuer beglichen.

„Die öffentliche Ordnung muss eingehalten werden. Es müssen Maßnahmen gegen den Verursacher der Lärmbelästigung eingeleitet werden“, sagte Gemeinderat Ralf Voigt. „Das Gekläffe ist eine Zumutung. Es ist einfach nicht auszuhalten“, sagte Gemeinderat Andreas Paas bereits zur letzten Ratssitzung. Die Lebensqualität der Delmschützer sei seit Anfang des Jahres keine mehr. Die Anwohner würden versuchen, am Wochenende nicht mehr vor Ort zu sein, weil das Gekläffe niemand ertragen könne. Es stinke nach Hundepisse und der Gestank sei brutal, so der Gemeinderat. Paas hat sogar schon Briefe an das Landratsamt geschrieben.

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