• Einstellungen
Freitag, 13.07.2018

Glückliche Sieger, stolze Verlierer

Von Ulrike John und Jörg Mebus

Bild 1 von 4

Englands Kapitän Harry Kane: „Es ist hart und tut weh“. Foto: dpa
Englands Kapitän Harry Kane: „Es ist hart und tut weh“. Foto: dpa

© dpa

Kroatiens Trainer Zlatko Dalic: „Es ist fantastisch.“ Foto: Ulmer
Kroatiens Trainer Zlatko Dalic: „Es ist fantastisch.“ Foto: Ulmer

© ULMER

Englands Trainer Gareth Southgate: „Fühlen Schmerz.“ Foto: Action Press
Englands Trainer Gareth Southgate: „Fühlen Schmerz.“ Foto: Action Press

© action press

Kroatiens Torschütze Ivan Perisic: „Keiner ist glücklicher.“ Foto: Action Press
Kroatiens Torschütze Ivan Perisic: „Keiner ist glücklicher.“ Foto: Action Press

© action press

Es ist der sensationelle Triumphzug einer Generation, die ihre besten Jahre schon hinter sich zu haben schien. Mario Mandzukic und Ivan Perisic wurden bei ihren Vereinen in der Bundesliga vom Hof gejagt – jetzt haben sie Kroatien mit ihren Toren gegen England ins WM-Finale geschossen. „Ein Wunder“, sagt Mandzukic – und der 32 Jahre alte Stürmer meint: „Wir haben wie Löwen gespielt, und wir werden genauso im Finale auftreten.“ Schließlich haben sie am Sonntag etwas gutzumachen. Vor 20 Jahren war die kroatische Nationalelf im Halbfinale an Frankreich, damals Gastgeber der WM, gescheitert. Nun gibt es die Revanche im Endspiel.

England muss dagegen weiter auf den ersten Titel seit 1966 warten, doch Trauer und Tränen wichen schnell dem Stolz auf eine starke Turnierleistung. „Ich weiß, wie enttäuscht ihr jetzt seid“, schrieb Prinz William via Twitter: „Aber ich könnte nicht stolzer sein auf diese Mannschaft, und ihr solltet es auch sein.“ Auf den Rängen des Moskauer Lushniki-Stadions feierten die Anhänger der „Three Lions“ ihr Team noch weit nach dem Abpfiff dieses dramatischen Abends, während aus den Lautsprechern der Oasis-Klassiker dröhnte: „Don’t look back in anger“ – schau nicht zurück in Wut. Dazu gibt es tatsächlich keinen Grund, auch wenn es ihnen schwerfallen dürfte, sich für das Spiel um Platz drei gegen Belgien am Samstag noch mal aufzuraffen. „Es war, als ob man zuschaut, wie ein wunderschönes Gemälde vor deinen Augen zerrissen wird“, kommentierte die englische Zeitung The Guardian.

Die Kroaten dagegen versinken in einem nationalen Freudentaumel. „Wir sind die Feurigen, wir sind nicht normal. Wir haben Geschichte geschrieben“, sagte Torhüter Danijel Subasic – und er kündigte an: „Kroatien brennt, und wir sind nicht ausgebrannt. In uns steckt noch Kraft.“ Fürs Finale gegen Frankreich. (sid, dpa, SZ/-ler)

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.