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Dienstag, 12.06.2018

Gezerre um Ed-Sheeran-Show

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel droht im Tauziehen um ein Ed-Sheeran-Konzert mit 85 000 bereits verkauften Tickets eine Niederlage. Dem Open-air fehlt die politische Mehrheit.

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Ein Spezialbagger gräbt einen Baum aus. Für das Ed Sheeran Konzert in Düsseldorf sollen rund 60 Laubbäume auf einem Parkplatz der Messe in Düsseldorf verpflanzt werden.
Ein Spezialbagger gräbt einen Baum aus. Für das Ed Sheeran Konzert in Düsseldorf sollen rund 60 Laubbäume auf einem Parkplatz der Messe in Düsseldorf verpflanzt werden.

© Federico Gambarini/dpa

Düsseldorf. Bei einem Ausfall des Konzerts des britischen Stars Ed Sheeran droht der Stadt Düsseldorf nach Ansicht ihres Oberbürgermeisters ein „dramatischer Reputationsschaden“. „Ich kann keinen sachlichen Grund erkennen, dieser Veranstaltung die Genehmigung zu verweigern“, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) am Dienstag. Er kritisierte die CDU-Fraktion. Die hatte am Montagabend beschlossen, dem Konzert die Zustimmung zu verweigern. Oberbürgermeister Geisel hat im Stadtrat keine eigene Mehrheit. Sheeran („Perfect“) sollte nach den bisherigen Plänen am 22. Juli in Düsseldorf vor 85 000 Zuschauern auftreten.

Er sei selbst in der CDU-Fraktionssitzung gewesen, wo aus seiner Sicht alle Fragen beantwortet und alle Bedenken ausgeräumt worden seien, sagte Geisel. Dennoch solle das Konzert nun offenbar „politischen Erwägungen geopfert“ werden. Auf dem Gelände der Düsseldorfer Messeparkplätze solle „die größte urbane Eventfläche Nordrhein-Westfalens“ entstehen. Sie sei hervorragend angebunden und bestens geeignet.

Die CDU-Fraktion, die sich nun auf Zeitnot berufe, sei seit Februar in das Projekt eingebunden gewesen und habe bislang Zustimmung signalisiert. Geisel kritisierte auch die Grünen, die sich schon festgelegt hätten, bevor die Unterlagen für den Beschluss vorlagen. „Mit einer sachlichen Auseinandersetzung hat das nichts zu tun.“

Für die Konzertfläche sollen etwa 100 Bäume gefällt werden. Der Eingriff in die Natur sei auf der weitgehend asphaltierten Fläche vergleichsweise gering und werde durch einen Ausgleich mehr als kompensiert, sagte Geisel.

Die Planung des Konzerts sei mit genug Vorlauf erfolgt, erklärte der Konzertveranstalter FKP Scorpio. Die Düsseldorfer Behörden hätten bereits vor Monaten signalisiert, dass das Konzert machbar sei. In über 30 Jahren als Konzertveranstalter habe man nach so einem Signal noch nie eine Absage bekommen.

Es habe in Düsseldorf keine Kompromisse bei der Sicherheit gegeben, betonte ein Sprecher der Feuerwehr. „Wir haben das Loveparade-Unglück hautnah miterlebt. Unsere Forderungen wurden alle erfüllt.“ Die Situation in Düsseldorf sei mit der in Duisburg nicht vergleichbar. Es gebe keine Engstellen ohne Fluchträume. Bei einem Unwetter stünden Messehallen und Arena als Unterschlupf bereit.

Bislang liegt keine Genehmigung für das Gelände vor. Am Mittwoch sollen mehrere Ausschüsse des Stadtrats zusammenkommen und entscheiden, ob für Sheeran eine Ausnahme vom geltenden Bebauungsplan erteilt wird.

Auf die Frage, wie denn das Management von Ed Sheeran die Situation wahrnehme, hieß es, dort sei man „irritiert“. Es sei auch nicht möglich, das Konzert auf zwei Abende verteilt in die nahegelegene Arena zu verlegen: „Das gibt der Tourplan nicht her“, sagte Michael Brill vom Veranstalter D-Live.

Ursprünglich sollte das Konzert auf dem Flughafen Essen/Mülheim stattfinden. Das scheiterte aber dort wegen Nistplätzen der Feldlerche und möglicher Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. (dpa)

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Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. nettosteuerzahler

    Verstehe ich nicht …. Eine bunte Stadt wie Düsseldorf sollte sich doch um so eine 1000% „New World Order“ Mainstream Show geradezu reißen….. kein passendes Gelände?? Guter Witz!! Ich denke die Stadt kann die Sicherheitsdienstleistungen hierfür schlicht und einfach finanziell nicht mehr stemmen.

  2. @nettosteuerzahler

    Es kann gar nicht um finanzielle Fragen für die Sicherheit gehen, da dafür allein der Veranstalter zuständig ist und entsprechend zu bezahlen hat. Eventuell Polizeikräfte würde das Land als Dienstherr bezahlen. Es geht m.E. schlicht darum, dass man nicht sicher ist, dass sich eine Panik wie bei der Love Parade nicht wiederholen kann. Bei geplanten 85.000 Besuchern (Haben Sie schonmal von so einem großen Konzert gehört?) ist das auch nicht von der Hand zu weisen.

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