• Einstellungen
Mittwoch, 20.06.2018

Gewerbegebiet bringt neue Buslinie

Zwischen Kauscha und A 17 siedeln sich Firmen an. Das Projekt war lange umstritten, nun profitieren die Anwohner.

Von Nora Domschke

Bild 1 von 2

Projektleiter Peter Großer (l.) begutachtet mit Unternehmer Andreas Geißler die Pläne für die neue Halle. Nun haben die Bauarbeiten begonnen.
Projektleiter Peter Großer (l.) begutachtet mit Unternehmer Andreas Geißler die Pläne für die neue Halle. Nun haben die Bauarbeiten begonnen.

© Arvid Müller

© Grafik: SZ

Kauscha. Lange haben sich die Anwohner dagegen gewehrt – nun rollen auf dem ehemaligen Hopfenfeld erneut die Bagger. Südlich von Prohlis, am Hang oberhalb des Stadtteils Kauscha, entsteht ein neues Gewerbegebiet mit 12 Firmen. Bereits 2015 wurde die Zufahrt von der Fritz-Meinhardt-Straße gebaut. Dann kam das Projekt ins Stocken, weil die benachbarten Kauschaer ihre dörfliche Ruhe gefährdet sahen. Auch war die Angst groß, dass das Regenwasser über die versiegelten Flächen am Hang in die darunterliegenden Grundstücke läuft. Letztlich musste die Eigentümergemeinschaft, eine Kauschaer Familie, ein Artenschutzgutachten anfertigen lassen.

Mit dem Ergebnis, dass Feldlerchen die Wiese zum Brüten nutzen könnten. Als Ausgleich wurde für die Tiere ein rund 6 500 Quadratmeter großes Biotop geschaffen. Das Wasserproblem soll dadurch gelöst werden, dass jede Firma ihre eigene Zisterne bauen muss. Projektleiter Peter Großer bespricht mit Bauunternehmer Andreas Geißler, wann die Arbeiten auf seinem Grundstück beginnen können. Derzeit wird das Areal unterhalb der A  17 erschlossen, Leitungen werden verlegt, die Zufahrtsstraße – die bereits unter dem Namen „Am Hopfenfeld“ im Stadtplan zu finden ist – wird asphaltiert. Über diese Straße wird ab Anfang Dezember 2018 neben den Firmen-Lkws auch ein Linienbus rollen. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) verlängern ihre Linie 88, die derzeit bis zum Kaufpark Nickern verkehrt, bis nach Kauscha.

„Die Busse sollen täglich bis 21 Uhr fahren“, sagt DVB-Sprecher Falk Lösch. Und zwar von Montag bis Sonnabend im 30-Minuten-Takt, am Sonntag einmal in der Stunde. Die Verkehrsbetriebe rechnen auf dieser Verbindung mit gut 100 Fahrgästen am Tag. Vorerst endet die Busfahrt allerdings im neuen Gewerbegebiet in Kauscha. Dass die Busse dort über eine Wendeschleife fahren und eine Haltestelle ansteuern können, hatte das Straßen- und Tiefbauamt mit dem Investor so vereinbart. Außerdem ist geplant, dass die neue Buslinie 88/353 später bis nach Goppeln weiterfährt. Das passiert in Zusammenarbeit mit dem Regionalverkehr Dresden, denn ab Goppeln verkehren dann weitere Busse in die Umgebung. „In der Endvariante erwarten wir bis zu 700 neue Fahrgäste“, sagt Lösch. Denn damit gibt es dann eine regelmäßige Direktverbindung zum Kaufpark Nickern. Zunächst muss aber die Wendeschleife in Goppeln, über die derzeit schon der Bus 75 fährt, umgebaut werden. Wann genau die Bauarbeiten dort beginnen, ist derzeit noch offen. Voraussichtlich soll das im kommenden Jahr geschehen. Für die Bewohner von Kauscha und Nickern bringt die neue Anbindung an das Bus- und Bahnnetz ab Ende diesen Jahres nun einen deutlichen Vorteil. Vor allem die Grünen-Ortsbeirätin Julia Günther setzte sich seit Jahren dafür ein. „Damit wird nun endlich ein weißer Fleck im ÖPNV-Netz des Dresdner Südostens getilgt.“

Schon 2015 hatte der Stadtrat der Verwaltung den Auftrag erteilt, die Verbindung zu prüfen. Mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt. Auch für den Kinder- und Jugendbauernhof Nickern, der damit mehr Besucher bekommen könnte. Auch die Mitarbeiter der zwölf Firmen im Gewerbegebiet profitieren von der Buslinie. Der Dresdner Unternehmer Andreas Geißler will mit dem Bau seiner neuen Halle beginnen, sobald die Erschließung abgeschlossen ist. In Kauscha stellt er künftig Bagger, Baumaschinen und Container unter, sagt der 62-Jährige. Derzeit stehen diese an der Reicker Straße. Weil er dort kein Eigentümer ist, suchte er einen Standort mit Perspektive. In Kauscha hat er ihn gefunden.

Desktopversion des Artikels