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Donnerstag, 14.06.2018

Gericht: Es war kein versuchter Mord

Eine Zittauer Altenpflegerin, die eine 85-jährige Görlitzerin bis zur Besinnungslosigkeit gedrosselt hatte, muss nach der Neuauflage des Prozesses zwei Jahre weniger ins Gefängnis.

© dpa

In der Neuauflage des Prozesses gegen eine 34-jährige Zittauer Altenpflegerin hat die Schwurgerichtskammer ein Urteil verkündet. Das Gericht verurteilte die Frau wegen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Die Zittauerin war 2017 wegen versuchten Mordes zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte aber wegen eines falschen Bewertungsmaßstabes das damalige Urteil aufgehoben und das Verfahren zur Neuverhandlung an eine andere Schwurgerichtskammer des Landgerichts verwiesen. Nach der Beweisaufnahme rückte das Gericht vom Vorwurf des versuchten Mordes ab. Demnach hat die Altenpflegerin zwar eine damals 85-jährige mit einer Textilschnur bis zur Besinnungslosigkeit gedrosselt um an ihr Geld zu kommen. Da die junge Frau aber vor Verlassen der Wohnung den Puls ihres Opfers überprüfte, dabei Lebenszeichen feststellte und keine weitere Ausführungshandlung unternahm, wurde der Versuch des Mordes nicht beendet. Aus diesem Grund wurde die Altenpflegerin wegen nicht wegen versuchten Mordes, aber wegen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von 72 Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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