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Freitag, 09.11.2018

Gemeinden sollen Wertstoffplätze pflegen?

Der Kreis will die Betreuung der Sammelstandorte an die Kommunen abgeben. Die müssten sich dann auch um den illegalen Müll kümmern.

Von Reiner Hanke

Müll an der Nordstraße in Pulsnitz.
Müll an der Nordstraße in Pulsnitz.

© Archivfoto: Reiner Hanke

Pulsnitz. Wer in Pulsnitz an den Sammelbehältern für Wertstoffe an der Nordstraße vorbei kommt, der kann in ziemlich regelmäßigen Abständen Müllberge sehen. Die stehen ebenso regelmäßig in der Kritik. Verantwortlich ist der Landkreis. Der plant offenbar Veränderungen.

Die hat es bereits vor dem früheren Konsumgebäude auf der August-Bebel-Straße in Pulsnitz gegeben. Da stehen gar keine Behälter mehr. Aber aus einem anderen Grund. Der Anlass ist ein freudiger. Auch wenn die Anwohner wohl etwas überrascht waren, als die Container plötzlich fehlten. Aber in dem Bereich wird jetzt das schon lange leerstehende Konsum-Gebäude saniert und mit Wohnungen ausgebaut. Damit verschwindet ein Schandfleck. Dafür mussten allerdings die Container weichen, zumal sie auf Privatgelände standen. Beides spielt auch ineinander.

Denn an anderer Stelle ersetzt werden sollen die Container vorerst nicht. Es gebe insgesamt genug solche Wertstoffplätze, heißt es. Der nächste für die Anwohner der Bebelstraße ist der Standort An der Hohle. Die Stadt besitze in dem Wohngebiet keine geeigneten Flächen für einen schnellen Ersatz. Vielleicht könne jemand eine private Fläche zur Verfügung stellen, ist aus der Stadtverwaltung zu erfahren. Wobei wohl eigentlich gar nicht wirklich ein neuer Standort gesucht wird.

Denn: Bevor möglicherweise über einen Standplatz nachgedacht werde, wolle die Stadt erst abwarten, was genau der Kreis in dieser Sache unternimmt. Aus dem Landratsamt heißt es: „Ende des Jahres laufen die Dienstleistungsverträge im Landkreis Bautzen aus. Über die Neuvergabe wurde bereits berichtet. Diese Verträge beinhalteten im Altkreis Kamenz auch die sogenannte Standplatzreinigung.“ Die Verfahrensweise sei derzeit in der Abstimmung mit den Gemeinden, so die Information Ende des Vormonats. Der Kreis wolle demnächst über Näheres informieren.

Aus der Stadt Pulsnitz war unterdessen zu vernehmen, dass damit auch neue Aufgaben auf die Kommunen zukommen würden, so Bürgermeisterin Barbara Lüke. Der Kreis wolle die Pflege an die Kommunen übertragen. Die müssten sich dann auch um den ganzen illegal abgelagerten Müll kümmern, lässt die Stadt wissen. Vor diesem Hintergrund sei nicht nur Pulsnitz dabei, seine Standorte zu überprüfen und möglicherweise Veränderungen vorzunehmen.

SZ-Leser Christian Soika merkte zu dem Thema Abfall und überfüllten Papierkörben in der Stadt kürzlich an: „Ich musste heute beim Lesen der Zeitung etwas schmunzeln. Ihr Beitrag zum Pfefferkuchenfest begann: ,Immer der Nase nach‘, das hätte natürlich auch auf den Beitrag zu den Papierkörben gepasst. Die Stadt Pulsnitz möchte natürlich als Touristenstadt etwas Besonderes sein, da passt das mit den Papierkörben absolut nicht. Wenn auch manches richtig ist, was die Probleme betrifft, nur aber mit fehlendem Personal zu antworten ist seitens der Stadtverwaltung sehr wenig!“, schreibt er und ergänzt: „Für mich und andere stellt sich die Frage: Wie will denn diese Verwaltung ab 2019 noch zusätzlich die Wertstoffplätze säubern? Das habe – Beispiel Nordstraße – schon bisher nicht oder nur unzureichend geklappt.

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