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Samstag, 11.08.2018

Geld für die Grundschule Ost

Die Stadt bekommt Fördermittel für die Schulinfrastruktur. Ein Teil soll für ein Zukunftsprojekt verwendet werden.

Von Jens Hoyer

Die Grundschule in Döbeln Ost, 1969 gebaut, ist ein Sanierungsfall. Die Stadt verfolgt eine Idee, auf dem Gelände eine neue Schule zu errichten und die alte zu sanieren. Dann könnte auch die Lernförderschule nach Döbeln Ost umziehen.
Die Grundschule in Döbeln Ost, 1969 gebaut, ist ein Sanierungsfall. Die Stadt verfolgt eine Idee, auf dem Gelände eine neue Schule zu errichten und die alte zu sanieren. Dann könnte auch die Lernförderschule nach Döbeln Ost umziehen.

© Dietmar Thomas

Döbeln. Döbeln kann in den kommenden Jahren rund 1,2 Millionen Euro in seine Schulen investieren. Bund und Land stellen Fördermittel für die Schulinfrastruktur zur Verfügung – und zwar 75 Prozent der Gesamtsumme. Das ist weit mehr als die übliche Schulbauförderung in Sachsen, die nur bei 40 Prozent liegt. In einer Sondersitzung soll der Stadtrat noch im August über die Verwendung entscheiden. Der Vorschlag der Stadtverwaltung: Etwa die Hälfte der Summe, 570 000 Euro, soll als Anschubfinanzierung für eine Teilsanierung der Grundschule in Döbeln Ost verwendet werden. Wobei es noch nicht klar ist, wie es dort weitergeht.

Die Stadt arbeitet an Plänen, in Döbeln Ost nicht nur der Grundschule bessere Bedingungen zu verschaffen, sondern dort auch die Lernförderschule anzusiedeln. Die Schule auf dem Schloßberg hat auch eine Sanierung nötig. Allerdings wäre sie danach für eine Zahl von 180 Schülern zu klein, stellte Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) klar. „Wir wüssten auch gar nicht, wo wir die Schüler während der Bauzeit unterbringen.“

Eine Idee, die die Verwaltung verfolgt: In Döbeln Ost, wo es genügend Platz auf dem Gelände gibt, wird ein neues Schulhaus errichtet, in das die Grundschule einzieht. Dann erfolgt die Sanierung des bestehenden Schulhauses für die Förderschule. „Es ist doch die Frage, ob man die Schule wegreißen muss. Mir gefällt der Zuschnitt mit den Innenhöfen“, sagte Egerer. Für zwei Schulen wäre aber die bestehende Sporthalle zu klein. Sie müsste also neu gebaut oder erweitert werden.

Der Knackpunkt sei die Finanzierung, sagte Egerer. Darüber seien erste Abstimmungen mit dem Kultusministerium erfolgt. „Wir rechnen mit Kosten von etwa 20 Millionen Euro. Bei dem bestehenden Fördermittelsatz von 40 Prozent können wir den Eigenanteil nicht aufbringen“, so Egerer. Ein anderes Problem ist der Beobachtungsstatus, in dem sich die Lernförderschule befindet, obwohl der Schultyp am Standort mit großer Sicherheit auch in den nächsten Jahren gebraucht wird. „Der Landkreis will den Beobachtungsstatus aufheben“, sagte Egerer. Damit wäre die Voraussetzung geschaffen, dass die Stadt überhaupt Fördermittel für die Lernförderschule bekommt.

Die andere Hälfte der Schulinfrastrukturmittel will die Stadt in kleinere Vorhaben in anderen Schulen stecken. Für die Lernförderschule auf dem Schloßberg sind rund 45 000 Euro für den Einbau von Toiletten und die Ertüchtigung der Umkleideräume in der alten Sporthalle, heute Mehrzweckhalle genannt, vorgesehen. Damit bekommen die Klassen 1 bis 4 deutlich bessere Bedingungen für den Sportunterricht. Die größeren Klassen müssen allerdings weiterhin bis zur Stadtsporthalle gehen, weil die Schloßberghalle aufgrund fehlender Ausstattung wie Prallschutz für diesen Sportunterricht nicht zugelassen ist.

Rund 175 000 Euro sollen an der Kunzemannschule eingesetzt werden. Dort gibt es nach 25 Jahren die Gelegenheit, den recht kleinen Schulhof zu erweitern. Das Land Sachsen hatte ein altes Kasernengebäude in der Nachbarschaft abgerissen, und die Stadt will einen Teil des Geländes übernehmen. Das Geld wird für die Gestaltung eingesetzt..

Für die Grundschule Mochau fallen 135 000 Euro ab. Dieses Geld soll in dringend notwendige Brandschutzmaßnahmen gesteckt werden.

Auch am Schulzentrum in Döbeln Nord sind Investitionen geplant. Dort waren bei der Sanierung vor zehn Jahren Jalousien als Sonnenschutz vor den Fenstern eingebaut worden. Diese haben allerdings den Makel, dass sie hochgefahren werden, wenn die Sonne scheint, aber ein kräftiger Wind weht. Das soll sie vor Beschädigungen schützen. Die Möglichkeiten, die automatische Steuerung einzustellen, seien ausgereizt, sagte Egerer. Deshalb soll ein zusätzlicher Sonnenschutz an die Fenster, wobei man sich bei der Stadtverwaltung noch nicht im Klaren darüber ist, wie dieser aussehen wird. Dafür seien 50 000 Euro vorgesehen. Weitere bis zu 180 000 Euro sollen für anfallende Mehrkosten beim Bau der neuen Zweifelderhalle in Döbeln Nord eingesetzt werden.

Die Zeit drängt. Noch in diesem Monat muss die Stadt die geplanten Vorhaben an das Landratsamt melden, wo sie geprüft werden. Die Spielräume sind genau festgelegt. „So sind nur Erhaltungsmaßnahmen an den Schulen möglich, die nicht kapazitätserhöhend sind“, sagte Egerer. Auch Ausstattungsgegenstände wie interaktive Tafeln für den Unterricht seien nicht erlaubt. Wenn die Vorhaben durch das Landratsamt bestätigt wurden, kann die Stadt bis Ende des Jahres die Fördermittel bei der Sächsischen Aufbaubank beantragen.

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