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Montag, 06.08.2018

Geklärte Dopingfrage befreit

Von Alexander Hiller

Olympiasieger Tom Liebscher und seine Vereinskollegin Steffi Kriegerstein fiebern der Kanu-WM in zweieinhalb Wochen entgegen. Foto: Jürgen Lösel
Olympiasieger Tom Liebscher und seine Vereinskollegin Steffi Kriegerstein fiebern der Kanu-WM in zweieinhalb Wochen entgegen. Foto: Jürgen Lösel

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Dresdens beste Kanuten starten in die finale Phase vor der Weltmeisterschaft in Montemor. In den letzten zwei Wochen feilen Tom Liebscher und Steffi Kriegerstein vom KC Dresden ab Montag mit ihren Kollegen von der Nationalmannschaft in Duisburg noch am Form-Feinschliff und der optimalen Abstimmung in den Booten.

Liebscher findet es befreiend, dass die Diskussion über die selbstanteilige Finanzierung der Dopingtests der Nationalen Antidopingagentur NADA durch die Kanuten vom Tisch ist. Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) hatte kurzfristig erwogen, die gestiegenen Mehrkosten – von 47 105 auf 87 332 Euro – auf die Athleten umzulegen. Von knapp 300 Euro pro Dopingkontrolle für die Athleten war die Rede. „So richtig hat mich das nicht beschäftigt. Am Ende ging es uns nicht um die Bezahlung an sich“, sagt Liebscher. „Der Verband will viele Kontrollen für uns, wir wollen zeigen, dass wir sauber sind. Der DKV kann aber noch selbst entscheiden, ob er viele Kontrollen haben will oder nicht, was wir nicht verstehen“, erklärt der Olympiasieger von 2016. „Eigentlich müsste jeder, der gut ist, denselben Kontrollschlüssel haben, da darf der Verband nicht entscheiden, ich gebe so und so viel Geld aus, weil ich nicht mehr habe. Im Endeffekt gäbe es weniger Kontrollen“, zeigt Liebscher auf.

Deshalb finde er gut, dass der DKV jetzt mithilfe eines Sponsors die finanziellen Mehrkosten für dieselbe Anzahl von Kontrollen wie bisher stemmen kann und will. „Trotz eines knapp geschneiderten Haushalts“, wie Liebscher betont. Der ist in dieser Saison durchschnittlich einmal im Monat kontrolliert worden. Sein Kollege Max Hoff vor Weltcups schon mal bis zu dreimal pro Woche.

Dieses Thema ist jetzt bis auf Weiteres vom Tisch, und Liebscher und Kriegerstein können sich auf das Wesentliche konzentrieren – ziemlich schnell paddeln. Die beiden Dresdner bestreiten jeweils Doppelstarts, Liebscher im Einer über 1 000 Meter und im Vierer über 500 Meter. Kriegerstein sitzt ebenfalls im Vierer und wird zudem mit Jasmin Fritz (Magdeburg) im Zweier paddeln, jeweils 500 Meter. „Ich habe in dieser Saison gelernt, dass man auch über Umwege zu seinem Ziel kommen kann“, sagt der 25-jährige Doppel-Weltmeister des Vorjahres und spielt damit auf seine vergleichsweise bescheiden anmutende EM-Ausbeute von Silber im Vierer und Rang vier im Zweier an. „Ich will mit einer guten Medaille nach Hause kommen“, sagt Tom Liebscher. Seine Trainings- und Vereinskollegin kann ihre Hoffnungen noch gar nicht genau formulieren, weil beispielsweise die Besetzung im Vierer – zuletzt das Paradeboot der deutschen Kanutinnen – zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fix ist. „Es ist noch nicht wirklich viel geklärt, es ist noch keine gelassene Stimmung im Team“, sagt Kriegerstein. Allerdings kann es auch sein, dass im Trainingslager bis Mittwoch die finale Viererbesetzung geklärt wird. „Momentan“, sagt Steffi Kriegerstein, „ist die Situation blöd. Ich lasse mich überraschen“.

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