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Samstag, 13.10.2018

Geheimer Test mit fahrerlosen Autos

Solche kleinen Kästen am Comeniusplatz senden die Ampelsignale an die Autos. Dort entscheidet dann ein Rechner, ob weitergefahren wird oder das Auto anhalten soll.Foto: René Meinig
Solche kleinen Kästen am Comeniusplatz senden die Ampelsignale an die Autos. Dort entscheidet dann ein Rechner, ob weitergefahren wird oder das Auto anhalten soll. Foto: René Meinig

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Keiner muss bremsen oder Gas geben. Auf der Stübelallee und dem Comeniusplatz waren jüngst mehrere Autos unterwegs, die die Ampelsignale selbst verarbeiten können. Zwei VW Passat, sechs Smarts und ein Ein-Liter-Auto fuhren über die Kreuzung am Großen Garten und bekamen dabei elektronische Signale von der Ampel. Sie beeinflussen unter anderem die Bremsmanöver. Es handelte sich um einen Test für das automatisierte Fahren.

Ohne dass die Öffentlichkeit davon wusste, haben sich Fachleute der Stadt, der Technischen Universität, von Siemens und aus der Dresdner Firma Fahrzeugsystemdaten GmbH (FSD) auf der Stübelallee getroffen, um die Autos zu testen. Unter anderem war Reinhard Koettnitz dabei, der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes. Es sei nicht darum gegangen, dass niemand von der Aktion wissen dürfe, sagte Koettnitz. „Wir haben im Juli schon mal einen Trockentest gemacht, da haben wir mit dem Laptop neben der Ampel gestanden“, sagte der Amtsleiter. „Dabei haben wir festgestellt, dass man darauf achten muss, wo man die Antennen aufhängt.“ Sie dürften nicht abgeschirmt werden, etwa durch Laster oder Straßenbahnen. Jetzt hängen zwei Stück oben auf den Tragarmen der Ampeln, gleich neben den Lichtsignalanlagen. Die FSD-Mitarbeiter müssen nun mit ihren dafür präparierten Autos ausprobieren, ob die Sende-, Empfangs- und Motorsteuerungstechnik dauerhaft miteinander funktioniert. Der nächste Schritt soll eine längere Strecke für solche Fahrtests auf der B 97 in Klotzsche sein, der vierspurigen Straße vom Flughafen in Richtung Boxdorf. Dann folgen Teststrecken auf der Teplitzer Straße und auf der Bergstraße Richtung Bannewitz. „Da müssen wir sehen, wie wir das mit dem Umland kombinieren“, sagt Koettnitz. Laut FSD soll die Teststrecke in Klotzsche im November einsatzbereit sein.

Dresden ist eine von bundesweit sieben Testregionen, in denen das Fahren mit automatisierten Autos erforscht wird.