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Samstag, 04.08.2018

Gefälle von West nach Ost

Die jüngsten Zahlen zeigen: Bei den Löhnen verläuft noch immer eine klare Trennlinie durch Deutschland – mit Ausreißern.

Von Georg Moeritz

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In Sachsen bietet Dresden mit 2987 Euro die höchsten Löhne.
In Sachsen bietet Dresden mit 2 987 Euro die höchsten Löhne.

© dpa

Dresden. Eine Deutschlandkarte nach Löhnen zeigt noch immer auf den ersten Blick, wo die fünf neuen Länder anfangen. Im Osten einschließlich Berlin liegt der mittlere Bruttoverdienst bei Vollzeitarbeit bei 2 600 Euro, im Westen bei 3 339 Euro. Darauf hat die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) anhand neuer Statistiken der Bundesagentur für Arbeit hingewiesen.

Eine genaue Übersicht nach Kreisen belegt ein starkes Gefälle auch innerhalb der Bundesländer. In Sachsen bietet Dresden mit 2 987 Euro die höchsten Löhne. Das sind 180 Euro mehr im Monat als in Leipzig. Der Kreis Meißen hat mit 2 418 Euro einen deutlich höheren mittleren Lohn als das Schlusslicht Kreis Görlitz mit 2 183 Euro. Für den Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zeigt die Tabelle 2 298 Euro, knapp vor dem Kreis Bautzen mit 2 283 und Mittelsachsen mit 2 243. Gemeint sind jeweils Median-Verdienste. Das ist nicht der Durchschnitt, sondern der mittlere Betrag, der von genau der Hälfte der Menschen erreicht wird, von der anderen Hälfte nicht.

Die Unterschiede zwischen Sachsen und seinen Nachbarländern sind bei dieser Betrachtung gering. Dresdner wird es interessieren, dass ihr Median-Verdienst ein paar Euro höher ist als in Potsdam, aber nicht ganz so hoch wie in Jena.

Innerhalb der alten Länder ist ein Gefälle von Süd nach Nord festzustellen. Aber auch innerhalb Bayerns gibt es Regionen mit Verdiensten, die nicht weit von den ostdeutschen entfernt sind – etwa den Kreis Coburg an der thüringischen Grenze. Bei rund 2 700 Euro liegen die Median-Verdienste auch in den Kreisen Schweinfurt und Passau. Ostholstein steht mit 2 638 Euro in der Tabelle, die Südwestpfalz mit 2 642 Euro. Gut verdient wird dagegen in Erlangen, Wolfsburg und Böblingen.

Zu Zimmermanns Lösungsvorschlägen zählt nicht nur eine Erhöhung des Mindestlohns. Sie möchte auch, das der Staat mehr Tarifverträge für allgemein verbindlich erklären kann – also auch für Unternehmen, deren Chefs nicht dem Arbeitgeberverband mit Tarifbindung beitreten möchten.

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