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Freitag, 12.10.2018

Gefährliche Chemikalie im Teich

In Gewerbegebiet Am Fuchsloch ist Styrol aus einem Tanklaster ausgelaufen. Jetzt wird ermittelt.

Von Jens Hoyer

Uwe Pietzschmann, Mitarbeiter der Oewa, nimmt am oberen Teich eine Wasserprobe.
Uwe Pietzschmann, Mitarbeiter der Oewa, nimmt am oberen Teich eine Wasserprobe.

© Dietmar Thomas

Döbeln. Ein Schild soll die Angler davon abhalten, ihre Angeln am Teich in Großsteinbach auszuwerfen. „Gewässersperrung bis auf Widerruf“ steht in großen roten Buchstaben auf einem Zettel. Über die Kanalisation vom Gewerbegebiet Am Fuchsloch ist eine gefährliche Substanz in die Kanalisation für Regenwasser gelangt. Die Folgen sind derzeit noch nicht klar.

Die Chemikalie Styrol wird von der Firma Amiblu im Gewerbegebiet für die Fertigung ihrer Rohre aus glasfaserverstärktem Kunststoff benötigt. Am Montag hatte der Laster einer holländischen Spedition etliche Tonnen Styrol an das Werk geliefert. Möglicherweise hat der Fahrer danach im Gewerbegebiet gehalten. Dort war auf jeden Fall eine unbekannte Menge der Flüssigkeit in die Umwelt gelangt. „Das Styrol ist über die Straße in die Kanalisation gelaufen“, sagte Stephan Baillieu, Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes Döbeln-Jahnatal. Der mutmaßliche Verursacher ist auf und davon. Der Abwasserzweckverband hat Anzeige erstattet. Nach aussagen der Polizei ermittelt die Umweltbehörde des Landkreises.

Das Oberflächenwasser aus dem Gewerbegebiet läuft in ein kleines und von dort in ein größeres Regenrückhaltebecken in Großsteinbach und dann in die Jahna. Aber weit ist das Styrol wohl noch nicht gekommen. Noch am Montag war eine Sperre vor dem Einfluss in den oberen Teich gelegt und die Verbindung zwischen den beiden Becken mit einer Absperrblase verschlossen worden, sodass sich die Chemikalie nicht weiter ausbreiten kann. Wasserproben wurden an den Ein- und Ausflüssen genommen. Offenbar sei der untere Teich kaum belastet, sagte Baillieu. Die Kanalisation war gespült und das Styrol fachgerecht entsorgt worden.

Unklar war am Donnerstag aber noch, wie die Reinigung des oberen Rückhaltebeckens erfolgt. „Wir lassen uns dafür ein Angebot machen“, sagte Baillieu. Die Chemikalie schwimme wie Öl an der Oberfläche. Die Umweltbehörde des Landkreises will die Qualität des Wassers in den beiden Teichen sowie in der Jahna bis auf Weiteres engmaschig überwachen.

Pächter des unteren Teiches ist der Anglerverband Leipzig. Ein Fischsterben habe es nicht gegeben, sagte Geschäftsführer Friedrich Richter. „Wir wissen noch nicht, wie lange der Teich gesperrt bleibt. Vielleicht können wir ihn in vier Wochen schon wieder freigeben. Den Fischbesatz werden wir aufs Frühjahr verschieben.“ Eingesetzt werden vor allem Karpfen, aber auch Schleien.

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