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Freitag, 15.06.2018

Geduldsprobe in Hirschbach

Seit Jahren warten die Anwohner von Hirschbach auf den Fußweg. Dieser soll nicht nur hier gebaut werden, versichern Stadt und Kreis.

Von Maik Brückner

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Anne Göhler ist oft in Hirschbach unterwegs. Auch sie wünscht sich einen ordentlichen Fußweg, damit sie ohne Bedenken den Kinderwagen durchs Dorf schieben kann. Jetzt ist die Situation nicht ideal. „Oft geht es hier eng zu“, sagt die junge Mutter.
Anne Göhler ist oft in Hirschbach unterwegs. Auch sie wünscht sich einen ordentlichen Fußweg, damit sie ohne Bedenken den Kinderwagen durchs Dorf schieben kann. Jetzt ist die Situation nicht ideal. „Oft geht es hier eng zu“, sagt die junge Mutter.

© Egbert Kamprath

Die Ortsdurchfahrt in Hermsdorf ist sanierungsbedürftig. Auch hier fehlt ein straßenbegleitender Gehweg.
Die Ortsdurchfahrt in Hermsdorf ist sanierungsbedürftig. Auch hier fehlt ein straßenbegleitender Gehweg.

© Egbert Kamprath

Hirschbach. Die eine Straße ist ein Sorgenkind, die andere könnte es bald wieder werden. Die Rede ist von den Ortsdurchfahrten in Hermsdorf am Wilisch und in Hirschbach.

Um beide sorgt sich Jörg Paulusch, der Ortsvorsteher dieser beiden Dörfer ist. Wenn es um die Ortsdurchfahrt in Hermsdorf geht, findet er klare Worte: „Dafür schäme ich mich – fast“, erklärte er in der jüngsten Ortschaftsratssitzung. Der Zustand der Straße habe sich in den letzten Monaten verschlechtert. Das dürfte nicht nur die Anwohner ärgern, sondern auch all jene, die aus dem Glashütter Stadtgebiet in Richtung Dresden pendeln. Denn der Weg über Hermsdorf ist für viele die kürzeste Verbindung in den Dresdner Süden.

Paulusch hofft, dass der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge als Eigentümer der Straße bald etwas tue, um hier Abhilfe zu schaffen. Bürgermeister Markus Dreßler (CDU), der auch im Kreistag arbeitet und an der Sitzung teilnahm, konnte den Hermsdorfern ein wenig Hoffnung machen. Das Landratsamt habe damit begonnen, den Ausbau zu planen, erklärte er dort. Die zuständige Amtsleiterin für Straßenbau und Verkehr, Martina Aurisch, bestätigt das. Ihr Amt müsse vor dem Beginn der Arbeiten den Baugrund untersuchen und die Grundstücke vermessen lassen.

Im Landratsamt geht man davon aus, dass diese Straße 2019/2020 saniert werde. „Das Vorhaben soll als Gemeinschaftsmaßnahme mit der Stadt Glashütte umgesetzt werden“, so Frau Aurisch. Erste Gespräche mit dem Bürgermeister habe es bereits gegeben. „Wir sind uns einig, dass wir diese Maßnahme gemeinsam durchführen werden“, so Frau Aurisch. Man brauche die Stadt, weil parallel zur Ortsdurchfahrt ein Gehweg errichtet werden soll. Dafür hatte sich auch der Ortschaftsrat ausgesprochen. Der neue Fußweg soll in Zukunft dafür sorgen, dass die Hermsdorfer Schulkinder sicherer zur Bushaltestelle kommen.

Etwas besser ist die Situation in Hirschbach. Hier bekam die Dorfstraße im Herbst 2015 eine neue Asphaltschicht. Eigentlich sollte die Straße aber von Grund auf erneuert werden. Sie soll eine neue Straßenentwässerung bekommen und mit einem Gehweg ausgestaltet werden. Auch die Straßenbeleuchtung sollte – wie bei solchen Vorhaben üblich – erneuert werden. Einige Vorarbeiten für diesen Straßenausbau hat das Landratsamt bereits erledigt. So wurden zwischen September 2014 und und Ende April 2015 zwei Brücken an der Ortsdurchfahrt erneuert, um dem Hirschbach mehr Platz zu geben. Der Ausbau der Straße selbst wurde zurückgestellt.

In Hirschbach hofft man, dass er nicht vergessen wird. Das wurde er nicht. Der Straßenausbau in Hirschbach steht weiter auf der Agenda, versicherte Dreßler den Hirschbachern in der Ortschaftsratssitzung. Er rechne damit, dass dieser „in absehbarer Zeit“ realisiert werde. So ordnete man das auch beim Landratsamt Pirna ein. Hier stehe das Vorhaben „in der mittelfristigen Investitionsplanung“, sagt Amtsleiterin Frau Aurisch. In den Jahren nach 2020 könnten die Arbeiten beginnen. „Voraussetzung für die Umsetzung der Maßnahme ist die Verfügbarkeit der landkreiseigenen Haushaltsmittel und entsprechender Fördermittel“, sagt Frau Aurisch.