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Freitag, 15.06.2018

Ganz oben angekommen

Die A-Jugend-Mädels der SG Rödertal/Radeberg spielen in der neuen Saison in der Bundesliga.

Von Andreas Zschiedrich

Isabel Wolff (Mitte) vom Radeberger SV setzt sich hier in einem Frauen-Oberligaspiel ihres Vereins am Kreis gegen die Görlitzerin Anna Fursewicz durch. In der Qualifikation zur Jugendbundesliga erzielte sie für die SG Rödertal/Radeberg acht Tore.
Isabel Wolff (Mitte) vom Radeberger SV setzt sich hier in einem Frauen-Oberligaspiel ihres Vereins am Kreis gegen die Görlitzerin Anna Fursewicz durch. In der Qualifikation zur Jugendbundesliga erzielte sie für die SG Rödertal/Radeberg acht Tore.

© Christian Kluge

Handball. Es ist geschafft! Die A-Jugend der SG Rödertal/Radeberg hat sich in der dritten Runde in Gröbenzell bei München als Gruppensieger der Qualifikationsgruppe Süd direkt für die Jugendbundesliga 2018/19 qualifiziert und gehört damit zu den 24 besten deutschen Nachwuchsmannschaften. Ein großer Erfolg für das Team und das Trainergespann mit Steffen Wohlrab und Mirko Schulz, wobei Letzterer diesmal von André Mauksch vertreten werden musste.

Der sichtlich zufriedene Wohlrab sagte danach: „Wir haben beide Spiele verdient gewonnen. Ein großes Kompliment an alle meine Spielerinnen. Jede hat heute alles gegeben. Es waren Siege der Moral und des Kampfgeistes. Ich bin froh, dass der Qualifikationsmarathon vorbei ist. Die Mädels sind platt und brauchen jetzt erst einmal Ruhe und Regeneration. Physisch und psychisch sind wir teilweise bis an die Grenzen gegangen.“

Vier Turniere in sechs Wochen


Nur die acht besten Mannschaften des Vorjahres aus ganz Deutschland wurden gesetzt. Alle anderen mussten in die Qualifikation. Für die Rödertalerinnen bedeuteten das vier Qualifikationsturniere innerhalb von sechs Wochen – und das gegen namhafte Konkurrenz. Nach acht Siegen und einer 21:22-Niederlage gegen HSG Nienburg am vorletzten Wochenende fehlte ein Tor an der vorzeitigen direkten Qualifikation.

Die besten zwölf Verlierer aller Qualifikationsgruppen durften dann am letzten Wochenende nochmals ran, um die letzten vakanten Qualifikationsplätze auszuspielen. Die Nervenanspannung bei allen Teams war dementsprechend hoch, denn ein Scheitern hier bedeutete das Aus. Gespielt wurde in vier Dreiergruppen und nur der Sieger war durch. Gegner der Sächsinnen waren die Teams der HSG Bensheim/Auerbach und vom TuS Schutterwald.

Zunächst ging es gegen Bensheim/Auerbach, das sich unmittelbar vor dem Turnier mit der Radebergerin Vanessa Maluschke verstärkt hatte und sich so einen kleinen Vorteil erhoffte. Bei den Rödertalerinnen wollte man cool bleiben, aber die Nervenanspannung war ob der Bedeutung des Spiels nicht zu übersehen. Zum Glück war es auf Bensheimer Seite nicht anders und so begann das Spiel mit einem Fehlerfestival. 16 technische Fehler und zwölf Fehlwürfe bei der SG in der ersten Halbzeit sagen alles.

Nur dem guten Defensivspiel war es zu verdanken, dass es kein Debakel wurde. Im Angriff wurden reihenweise selbst klarste Chancen vergeben und so war das 6:6 zur Halbzeit eher noch schmeichelhaft. Die Mädels brauchten einfach nur Selbstvertrauen in das eigene Können und das versuchte Coach Steffen Wohlrab ihnen in der Pausenansprache zu vermitteln. Zumindest waren seine Worte angekommen, denn in Hälfte zwei spielte sein Team wesentlich sicherer und auch effektiver, obwohl auch jetzt noch viel Luft nach oben blieb. Aber auch Bensheim steigerte sich.

Bis Mitte der zweiten Halbzeit blieb das Spiel ausgeglichen. Nach dem 11:11 folgte die stärkste Phase der SG. Innerhalb von nur drei Minuten entschieden sie mit vier Toren hintereinander die Partie. Diesen Vorsprung ließen sie sich nicht mehr nehmen und brachten ihn clever über die Zeit. So stand beim Abpfiff ein 16:13-Erfolg für das Wohlrab-Team auf der Anzeigetafel.

Nach nur 30 Minuten Pause ging es für die SG in das entscheidende Spiel gegen den TuS Schutterwald. Für die SG reichte ein Unentschieden, während die Badenerinnen unbedingt gewinnen mussten. Und hier ging es von Beginn an zur Sache. Die TuS-Spielerinnen waren durchschnittlich zehn Zentimeter kleiner, dafür aber unheimlich kampfstark und flink auf den Beinen. Damit hatten die hochgewachsen SG-Mädels ihre liebe Mühe. Allerdings war nach dem Bensheim-Sieg der Kopf frei.

Trainer Wohlrab hatte sich für eine defensive Deckungsvariante entschieden, um den quirligen Gegnerinnen keinen Raum zu bieten. Die wiederum versuchten, das SG-Spiel frühzeitig zu stören. So entwickelte sich von Beginn an ein packendes Duell mit vielen sehenswerten Spielzügen. Nur bis zum 2:1 lag Schutterwald vorn, danach übernahm die SG das Kommando und zog auf 10:6 davon.

Zwei Zeitstrafen gegen Julia Mauksch und Luisa Lucas – sie war mit insgesamt zehn Toren an diesem Tag die erfolgreichste SG-Werferin – führten zu einer doppelten Unterzahl. Diese Möglichkeit ließ sich Schutterwald nicht nehmen und konnte erneut zum 10:10 ausgleichen. Danach setzte allerdings die SG wieder die Akzente und ging bis zur Pause mit 13:11 in Führung. Die zweite Hälfte war dann ein Spiegelbild der ersten Halbzeit.

Schon wieder doppelte Unterzahl


Die SG baute ihre Führung Mitte der zweiten Halbzeit erneut auf vier Tore aus und danach wiederum das Dilemma, als Isabell Wolff und Lucas fast zeitgleich auf die Strafbank mussten. Schutterwald kam in doppelter Überzahl bis auf 17:18 heran. Das sollte es dann aber auch gewesen sein. In den letzten acht Minuten agierte die SG sehr souverän.

Nun ließen auch die Kräfte bei Schutterwald nach. Das schnelle und kräftezehrende Spiel forderte seinen Tribut. Die letzten Minuten waren für die Mädels als dem Rödertal Schaulaufen. Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel über den Sieg und die Qualifikation keine Grenzen.

Die SG Rödertal/Radeberg spielte mit: Nadine Frenzel, Anna Starke, Luisa Lucas (10/7), Isabel Wolff (8), Lara Tauchmann (7/1), Emma Kocken (5), Lara Steglich (4), Julia Mauksch (4), Linda Zöge (2), Jasmin Eckart (2), Victoria Grätz (1/1) und Jenny Lindner.