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Dienstag, 12.06.2018

Für und Wider der Kita-Karte

Seit diesem Jahr gibt es eine Kita-Karte. Diese bewährt sich in der Praxis, bringt aber auch Unsicherheiten.

Von Elke Braun

Freie Plätze in den Kindertagesstätten sind auch in Waldheim gefragt. Um für die vorhandenen Plätze mehr Planungssicherheit zu haben, wurde zu Jahresbeginn eine Kita-Karte eingeführt.
Freie Plätze in den Kindertagesstätten sind auch in Waldheim gefragt. Um für die vorhandenen Plätze mehr Planungssicherheit zu haben, wurde zu Jahresbeginn eine Kita-Karte eingeführt.

© Symbolbild: dpa

Waldheim. In Waldheim sind die Plätze in den Kindertagesstätten gefragt. Deshalb wird in der Zschopaustadt an den Plänen für eine neue Kindertagesstätte gearbeitet. Um für die vorhandenen Plätze mehr Planungssicherheit zu haben, wurde zu Jahresbeginn eine Kita-Karte eingeführt. Nach der Geburt des Kindes erhalten Eltern diese unentgeltlich im Bürgerbüro der Stadt. Nur mit dieser Karte können die Erziehungsberechtigten ihren Nachwuchs in einer Einrichtung der Stadt Waldheim anmelden, frühestens ein Jahr vor der gewünschten Aufnahme des Kindes.

„Ich habe schon zwei Karten abgestempelt und einbehalten, so wie es vorgesehen ist“, sagt Veronika Weidensdorfer, Leiterin der Kita „Wirbelwind“ in Knobelsdorf. Sie findet es gut, dass die Verfahrensweise nun klar geregelt ist. „So können wir besser planen.“ Derzeit sei die Einrichtung komplett ausgebucht. „Erst im September, wenn die Schulanfänger raus sind, wird es wieder besser“, so Veronika Weidensdorfer.

Wie ihre Kollegin aus Knobelsdorf sieht auch die Leiterin der Kita „Schulbergstrolche“ in Waldheim in der Kita-Karte viele Vorteile. „Wir hatten vorher oft das Problem, dass Kinder bei uns angemeldet worden sind, aber sich die Eltern dann doch für eine andere Einrichtung entschieden. Erst als wir den Betreuungsvertrag abschließen wollten, erfuhren wir davon“, sagt Heike Anker. Inzwischen waren schon einige andere Eltern, die Interesse hatten, ihr Kind zu den „Schulbergstrolchen“ zu bringen, wieder weggeschickt worden. In den Hort, der auch von dieser Kita geführt wird, gehe die Kita-Karte nicht mit. „Da es nur diesen einen Hort in Waldheim gibt, ist das nicht erforderlich“, so Heike Anker.

Ines Hebenstreit, Leiterin der Kindertagesstätte „Tierhäuschen“, glaubt, dass es noch Zeit braucht, bis eingeschätzt werden kann, ob sich die Kita-Karte richtig bewährt. Oft hätten sich nämlich die Eltern bereits während der Schwangerschaft für eine Kindereinrichtung entschieden. „Schon vor der Geburt müssen die Eltern ja ihrem Arbeitgeber sagen, wann sie wieder in den Beruf zurückwollen. Anmelden dürfen sie sich bei uns aber erst nach der Geburt des Kindes“, erklärt Ines Hebenstreit. Wenn die Kapazität ausgelastet sei, werde es schwierig. Mitunter seien Eltern auf eine bestimmte Einrichtung angewiesen, zum Beispiel, wenn schon das ältere Geschwisterkind dort betreut wird. „Vielleicht müsste in dieser Hinsicht noch einmal nachgebessert werden“, so die Leiterin.

Dass viele Eltern sich schon vor der Geburt in den Kindereinrichtungen umschauen, bestätigt auch Dana Richter, Chefin der Kita Wasserplanscher. Die Einrichtung nimmt erst Kinder ab einem Jahr auf. „Derzeit sind wir so gut ausgelastet, dass es auch länger dauern kann, bis wieder ein Platz frei wird“, so Dana Richter. Entspannung werde es erst mit dem Bau der neuen Kindertagesstätte geben. Dort können voraussichtlich 100 Mädchen und Jungen betreut werden. Ziel ist es, dass der Neubau Anfang 2020 fertig ist.

Ob die Karte auch Wirkung zeigt, wenn Eltern die Kita-Gebühren nicht bezahlen und ihr Kind dann in einer anderen Einrichtung anmelden, können die Leiterinnen nicht sagen. „Wir verlangen immer eine Schuldenfreiheitserklärung“, sagt Dana Richter. Das sei schon vor Einführung der Kita-Karte so gewesen. Bei einem Wohnungswechsel aus einer anderen Stadt, könne die Waldheimer Kita-Karte ja nicht als Nachweis für Schuldenfreiheit verlangt werden. Deshalb müssten sich die Einrichtungen anderweitig absichern.

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