• Einstellungen
Samstag, 15.09.2018

Fünf neue Messtafeln hemmen den Gasfuß

Die Stadt hat für rund 10 000  Euro Messdisplays angeschafft und aufgestellt. Die bringen Effekte.

Von Jens Hoyer

An einem Laternenmast an der Körnerplatzschule ist eine der fünf Messtafeln installiert worden. Sie zeigt nicht nur die Geschwindigkeit an, sondern auch Warnhinweise.
An einem Laternenmast an der Körnerplatzschule ist eine der fünf Messtafeln installiert worden. Sie zeigt nicht nur die Geschwindigkeit an, sondern auch Warnhinweise.

© André Braun

Döbeln. Wer Auto fährt, hat sie nicht übersehen. In den vergangenen Wochen hat die Stadtverwaltung fünf Geschwindigkeitsmesstafeln an neuralgischen Punkten im Gemeindegebiet aufstellen lassen. Unter anderem auch an der Grundschule in Mochau und an der Straße in Juchhöh. „Das ist ein Erfolg. Die Tafeln bringen etwas, die Leute gehen vom Gas“, meinte Ralph Zschörper, der Mochauer Ortsvorsteher.

Besonders Juchhöh ist für Fußgänger eine gefährliche Zone. Entlang der ehemaligen Bundesstraße B 175 – sie war vor drei Jahren zur Kreisstraße abgestuft worden – gibt es keinen Fußweg, und die Kinder müssen jeden Tag zur Bushaltestelle. „Wir sind deswegen von Eltern in Juchhöh angesprochen worden“, sagte Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU). Den Neubau eines Fußweges hatte die Stadtverwaltung ins Auge gefasst, aber diesen Plan wegen der enormen Kosten wieder verworfen – er ist technisch nicht einfach zu realisieren und würde rund 200 000 Euro kosten. „Wir haben in Juchhöh Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen. Es gibt dort verhältnismäßig wenige Überschreitungen. Deshalb haben wir uns für das Display entschieden“, so Egerer.

Die Tafeln zeigen die richtige Geschwindigkeit in grüner Schrift und Überschreitungen mit traurigen roten Gesichtern an. Das erste war in der Ritterstraße in der 30-er Zone aufgestellt worden, wo die Anwohner auch schon eine merkliche Abnahme der Geschwindigkeitsüberschreitungen festzustellen glauben (DA berichtete). Ein weiteres dieser Displays steht an der Leipziger Straße an der scharfen Kurve in Richtung Bahnübergang. Auch dort muss mit 30 Stundenkilometern gefahren werden. Die letzte der Tafeln ist vor der Körnerplatzschule aufgestellt worden.

Bisher gab es nur eine alte Tafel, die an der Bahnhofstraße auf Höhe Kunzemannstraße aufgebaut ist und die aus technischen Gründen selten in Betrieb ist. Die Idee, mehr von den Messtafeln aufzustellen, war Egerer gekommen. „Auf der B 101 in Richtung Freiberg steht eine Tafel vor der Kreuzung in Großschirma“, erzählt er. Rund 10 000 Euro kosten die fünf Messtafeln für Döbeln. Nach Egerers Ansicht ist das gut angelegtes Geld. „Ich denke, dass die Tafeln für Verkehrsberuhigung sorgen“, sagte er. Die Tafeln der neusten Generation können auch noch ein bisschen mehr, als Geschwindigkeiten anzeigen. Die mehrfarbigen Displays lassen sich frei programmieren und zeigen auch Informationen und Warnhinweise an. Und sie haben eine weitere Funktion: Sie zählen den Verkehr, sodass die Stadt ohne großen Aufwand solche Daten erheben kann. Drei der Messtafeln sind an Lampen fest installiert. Bei zwei anderen erfolgt die Stromversorgung über Solarstrom. „Wir überlegen, ob wir sie nicht von Zeit zu Zeit an andere Stellen wechseln. Vielleicht schaffen wir auch noch zwei oder drei weitere Tafeln an“, sagte Egerer.

Während die Messtafeln ans schlechte Gewissen der Autofahrer appellieren, geht das Ordnungsamt mit seinen Messgeräten den Temposündern wirklich ans Geld, Neben dem festen Blitzer an der B 169 in Neudorf hat das Amt eine mobile Anlage in Betrieb. Über eine dritte wird nachgedacht, und zwar an der „Volkshauskreuzung“. „Wir prüfen, ob wir dort einen Blitzer aufstellen. Wir haben festgestellt, dass häufiger bei Rot über die Ampel gefahren wird“, sagte Egerer.

Desktopversion des Artikels