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Mittwoch, 11.07.2018

Fünf Fragen an den Infineon-Chef, der von Globalfoundries kommt

In Dresdens größter Fabrik hat Rutger Wijburg viele Neuerungen eingeleitet. Was bedeutet nun sein Wechsel zur Nachbarfirma?

Rutger Wijburg, jetzt Geschäftsführer von Infineon Dresden.
Rutger Wijburg, jetzt Geschäftsführer von Infineon Dresden.

© Matthias Rietschel

Herr Dr. Wijburg, Sie waren Chef bei Globalfoundries Dresden und sind nun zum Nachbarn Infineon gewechselt – ist die Konkurrenz nicht hart?

Die Zusammenarbeit ist gut, und auch Infineon lässt Chips bei Globalfoundries herstellen. Wir haben ganz unterschiedliche Kunden. Gar keine Konkurrenz gibt es bei den Leistungshalbleitern, die wir bei Infineon Dresden in der 300-Millimeter-Fabrik herstellen.

Nun baut Bosch auch eine Chipfabrik in Dresden und braucht 700 Mitarbeiter. Ist das schlecht für Ihr Geschäft?

Es ist gut für die Region, dass Bosch sich entschieden hat, hier zu bauen. Damit wird der Standort attraktiver, auch für Fachleute von anderswo. Gegenseitiger Austausch ist auch nicht schlecht. Ich glaube, dass wir gemeinsam für die Region werben werden.

Jeder bei Infineon Dresden weiß, dass Sie bei Globalfoundries in den vergangenen Jahren mehr als 500 Stellen gestrichen haben. Müssen Ihre neuen Mitarbeiter Angst vor Ihnen haben?

Nein, wir bauen aus und schaffen neue Arbeitsplätze. Infineon Dresden stellt in den nächsten Jahren 300 zusätzliche Mitarbeiter für die Produktion ein. Zusätzlich schafft unser neues Entwicklungszentrum langfristig 250 Stellen für qualifizierte Beschäftigte. Es ist wichtig, dass die Entwickler nah an der Produktion sitzen.

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Infineon Dresden gilt als Beispiel für fast vollautomatische Produktion. Was bleibt für die Mitarbeiter zu tun?

Ich habe die Produktionsanlagen selbst jetzt zum ersten Mal gesehen und bin beeindruckt, wie hoch automatisiert die Fabrik ist. Die Arbeit der Leute verschiebt sich in Richtung Wartung und Prozesskontrolle. Einfache Arbeiten werden automatisiert, zum Beispiel das Einlegen der Siliziumscheiben in die Anlagen.

Profitieren sächsische Unternehmen vom Ausbau bei Infineon Dresden?

Ja, auch wenn die großen Anlagen aus den USA oder Japan und Korea kommen. Fabmatics in Dresden liefert uns Maschinen. Systema in Dresden stellt uns Informationstechnologie-Lösungen zur Verfügung, um die Linie effizient zu lenken. Von Siltronic in Freiberg erhalten wir Siliziumscheiben. Wir sind ein wichtiger Kunde für viele Firmen aus der Region.

Das Gespräch führte Georg Moeritz.

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