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Freitag, 12.10.2018

Füchse verschenken Sieg bei eigener Überzahl

Gegen die Tölzer Löwen führt Weißwasser und hat das Spiel im Griff. Und plötzlich klappt nichts mehr.

Von Thomas Wagner und Marcel Pochanke

Fabian Dietz (links) sieht sich Löwen-Verteidiger Niklas Heinzinger gegenüber. Im Schlussdrittel war an den Bad Tölzern plötzlich kein Vorbeikommen mehr. Die Chance, das Spiel zu entscheiden, hatten die Füchse vorher verpasst.
Fabian Dietz (links) sieht sich Löwen-Verteidiger Niklas Heinzinger gegenüber. Im Schlussdrittel war an den Bad Tölzern plötzlich kein Vorbeikommen mehr. Die Chance, das Spiel zu entscheiden, hatten die Füchse vorher verpasst.

© Thomas Heide

Weißwasser. Nach der ersten Saisonniederlage am vergangenen Sonntag haben die Lausitzer Füchse am Freitag auch ihr erstes Heimspiel und zugleich die Tabellenführung verloren Dabei waren die Gäste aus Bad Tölz mit zuletzt sieben Niederlagen in Serie angereist. Ärgerlich aus Füchsesicht ist vor allem das unnötige Zustandekommen des Ergebnisses, wenngleich den Gästen ein Kompliment für ihre engagierte und in der Schlussphase cleverere Spielweise gebührt.

An diesem spätsommerlichen Freitagabend schienen die Füchse anfangs eher noch im Flaniermodus. Die Löwen gaben den Ton an, ohne für die ganz große Gefahr zu sorgen, erst nach acht Minuten gab Steve Saviano für die Hausherren aus Weißwasser den ersten nennenswerten Schuss auf das Tor von Ben Meisner ab. Der zähe Beginn ging zu einem guten Teil auch auf das Konto einiger Umstellungen, die Füchse-Coach Corey Neilson vorgenommen hatte. Die vormals zweite Sturmreihe mit Hayes im Zentrum bekam den Status als Startreihe zuerkannt, rechts neben dem Kanadier stürmte Boiarchinov, links George. In der nun zweiten Angriffsreihe kam Saviano über rechts, Breitzkreuz über links. Mit Schiemenz und Dietz, dazu Kuchejda, war die dritte Sturmreihe sehr jung besetzt.

Die Gäste aus Oberbayern lauerten auf Konter und prüften Olafr Schmidt im Füchsetor immer wieder nadelstichartig. Weißwasser verhielt sich ebenso abwartend, die Mannschaft wollte, anders als bei der 6:2-Niederlage am Sonntag in Frankfurt, augenscheinlich nicht ins offene Messer laufen und verzichtete vor 2 302 Fans auf Hurra-Hockey.

Trotzdem gerieten die Füchse ins Hintertreffen. Nach einem Halten von Geiseler in Überzahl spielten es die Löwen über Wehrs und MacAuley auch sehr gut, Schwarz fälschte vor dem Tor unhaltbar ab. Kurz darauf bewahrte Olafr Schmidt seine Mannschaft nach einem schweren Bock von Oliver Granz in der eigenen Zone vor einem höhren Rückstand. Allmählich aber fanden sich die Füchse besser zurecht. Anders Eriksson vertändelte eine gute Möglichkeit nach 17 Minuten vor Meisner. Der war aber eine Minute später machtlos, als Jordan George über rechts kam, auf Owens spielte, weiterlief und nach einer Schussfinte des Füchse-Verteidigers die Scheibe wiederbekam. Die Abwehr war ausgehebelt, George netzte sicher ein.

Das gab Selbstvertrauen für das Mitteldrittel, in dem die Weißwasseraner nun klar überlegen waren. Zunächst war es der 18-jährige Fabian Dietz, der frei vor dem Gästetor auftauchte. Aber auch im Nachsetzen bekam er die Scheibe nicht an Meisner vorbei. Der 27-jährige Deutsch-Kanadier stand immer mehr im Fokus. Bei den Lausitzern waren es vor allem Hayes und George, die auffallend gut harmonierten, sich immer wieder mit kurzen Zuspielen suchten und den Tölzer Verteidigern viel abverlangten. So war es ein gewonnenes Bully in Überzahl von Jeff Hayes, das nach einer halben Stunde Spielzeit den Weg zum 2:1 ebnete. Von der Nummer 72 gelangte die Scheibe in die Mitte zu George, der sie sich auf die Rückhand legte und rechts oben traf. Vier Sekunden Powerplay-Zeit hatten die Füchse gebraucht.

Weißwasser hielt den Druck hoch. Nach 34 Minuten hatte Breitkreuz in Überzahl eine große Möglichkeit zum 3:1, aber frei vor Meisner war für die Scheibe Endstation in der Fanghand des Löwen-Goalies. Selten meldeten sich die Bad Tölzer mit Offensivaktionen. Philipp Schlager, der nach längerer Verletzungspause wieder zurück im Team war, prüfte Schmidt von der linken Seite, aber der war auf dem Posten.

Die Füchse waren in Unterzahl ins Schlussdrittel gestartet, hielten sich da aber schadlos und hatten anschließend durch George (scheiterte an Meisners Schoner) und Eriksson (traf die Scheibe nicht) beste Gelegenheiten. Knackpunkt war dann ein hartes Foul an Granz, das mit zwei Minuten geahndet wurde. In der Überzahl bekamen die Lausitzer plötzlich keinen Schlittschuh mehr aufs Eis. Beim eigenen Aufbau ging die Scheibe verloren, Beach fand MacAuley, der nur noch einschießen brauchte. Statt das Spiel zu entscheiden, sahen sich die Füchse wieder einer offenen Partie gegenüber und taten sich schwer. Pauli hatte eine Großchance zur Gästeführung, ehe Dietz für Weißwasser an Meisner scheiterte. Auch eine letzte Lausitzer Überzahl verpuffte. Es ging in die Verlängerung. Die ging Bad Tölz mutig an, die Bayern suchten und fanden die Entscheidung. Pauli wartete auf den perfekten Passmoment und fand wieder MacAuley. Der behielt erneut die Nerven und beendete mit dem Treffer zum 2:3 das Spiel.