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Montag, 04.06.2018 Fußball Landesklasse

Frust von der Seele geschossen

Das bis dato schlechteste Team der Rückrunde erzielt gegen Frankenberg sechs Treffer. Gröditz und Coswig verlieren.

Von Jürgen Schwarz

Der Gröditzer Trainer Rico Kaiser setzt auf den Nachwuchs und hofft, dass der Knoten platzt.
Der Gröditzer Trainer Rico Kaiser setzt auf den Nachwuchs und hofft, dass der Knoten platzt.

© FVG

Weinböhla. Zwei Spieltage vor Saisonende ist auch die Abstiegsfrage in der Fußball-Landesklasse geklärt. Neben dem Coswiger FV und dem BSV 68 Sebnitz, die ihre Mannschaften zurückziehen, muss auch der SV Barkas Frankenberg den Gang in die Kreisoberliga antreten – vorausgesetzt aus der Landesliga müsste ein Verein (Pirna-Copitz oder Radebeul) eingegliedert werden.

Die Frankenberger kamen am Samstag in Weinböhla gewaltig unter die Räder (0:6). Erst vor drei Wochen war Barkas auch in Bannewitz (0:8) untergegangen. Tim Kaiser (6., 31.), Julian Diener (42., 81., 88.) und Andreas Drechsel (85.) erzielten die Tore, während der Frankenberger Felix Wiedrich die Rote Karte sah (55.). Für die TuS war es ein regelrechter Befreiungsschlag, denn die Mannschaft von Trainer Yves Würgau war vor diesem 24. Spieltag das schlechteste Rückrundenteam: vier Punkte in zehn Partien. „Die Jungs haben meine Kritik vom vergangenen Spieltag verstanden und eine richtig starke Reaktion gezeigt. Schon in der Woche gab es eine hervorragende Trainingsbeteiligung“, lobte Würgau. „Die Frankenberger haben uns kommen lassen, also mussten wir das Spiel machen. Eigentlich liegt uns das nicht so gut, aber diesmal hat es funktioniert. Besonders Marcus Wilde und Sascha Wendel haben auf der linken Seite mächtig Betrieb gemacht.“

Viel Betrieb machten auch die Freitaler im Heimspiel gegen Coswig (4:0). Kevin Albert (16.), Eric Zimmermann (22., 55.) mit seinen Saisontoren sowie Sebastian Scheithauer (86./Eigentor) trugen sich in die Torschützenliste ein. Schiedsrichter Michael Rehm (Aue) verbrachte einen angenehmen Arbeitstag, musste keine einzige Gelbe Karte zücken. „Es war ein angenehm faires Spiel und Kompliment an die Coswiger, die sich über die gesamte Spielzeit nicht hängen ließen“, meinte Freitals Trainer Jens Wagner. „Es war dennoch eher eine recht einseitige Partie, in der wir unserer Favoritenrolle jederzeit gerecht geworden sind, am Ende jedoch aus sehr vielen guten Möglichkeiten nur vier Tore gemacht haben. Vor allem nach dem 3:0 haben wir sehr viele Chancen ungenutzt verstreichen lassen.“

Trainer wechselt sich selbst ein

Eine Niederlage musste auch der FV Gröditz 1911 hinnehmen. Gegen die ohne Wechselspieler angereisten Sebnitzer unterlagen die Röderstädter im heimischen „Eichenhain“ mit 1:2 (0:2). Pierre Nebes (44.) und Michael Kunze (45.+1) trafen für die Gäste, Tim Zeller gelang neun Minuten vor dem Abpfiff der Anschlusstreffer. „Es war ein gutes Spiel meiner Mannschaft, aber am Ende nehmen die Sebnitzer die Punkte mit, weil unsere Fehler umgehend zu Gegentoren geführt haben und wir selbst hundertprozentige Chancen einfach nicht nutzen“, bilanzierte FVG-Trainer Rico Kaiser, der sich in der 69. Minute selbst einwechselte. „Aber wenn wir an diese Leistung nächste Woche zu Hause gegen Frankenberg anknüpfen, werden auch wir mit drei Punkten belohnt, denn irgendwann wird vorn der Knoten platzen.“ Einen großen Dank richtete Kaiser an die seine A-Jugend-Spieler, „die bereits vorher zum Einsatz kamen, man ihnen diese Doppelbelastung aber nicht anmerkte.“ Sebnitz-Coach Uwe Rahle, der zur neuen Saison den SV Wesenitztal als Trainer übernimmt, schätzte ein: „Es war ein hartes Stück Arbeit, vor allem weil einigen meiner Spieler zum Ende des Spiels die Kraft ausging und wir nicht wechseln konnten. Aber wir werden alles versuchen, uns mit einem Podestplatz aus dieser Liga zu verabschieden. Das haben wir uns geschworen und alle haben sich diesen Sieg mit einer großartigen kämpferischen Leistung verdient.“

Weinböhla: Herzog – Wendel, Schneider, Berndt, Ettelt, Lützner, Wilde, Diener, Müller, Rothe (76. Hillmann), Kaiser (74. Drechsel).

Coswiger FV: Kosbab – Spevacek, Polifka, Gräbner, Derfert, St. Scheithauer (65. Berger), Langer (37. Hagemeister), R. Schmidt, Seb. Scheithauer, Thümmel, Probst.

FV Gröditz 1911: M. Dietrich – Alkegk (69. Kaiser), Perkun (46. Wolf), Minge, Bächler, Bartels, J. Dietrich, Wöhlmann, Zeller, Nehrig, Großmann.