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Mittwoch, 13.06.2018

Freizeitkicker bei der Fußball-WM

Erst Dresden, jetzt Moskau: Robbie Williams singt wieder im Stadion, diesmal aber mit TV-Übertragung in alle Welt.

Von Andy Dallmann

Ein Star für alle Fälle: Robbie Williams singt diesmal nicht einfach nur im Stadion, sondern eröffnet die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland.
Ein Star für alle Fälle: Robbie Williams singt diesmal nicht einfach nur im Stadion, sondern eröffnet die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland.

© dpa

Ein Glück, dass die Fifa nicht Campino eingeladen hat, am Donnerstag zur Eröffnung der Fußball-WM in Moskau zu singen. Einen fußballverrückteren Musiker hat Deutschland zwar kaum zu bieten, doch fällt dieser nach einem Hörsturz erst mal aus. Schade, denn der hymnische Punkrock der Toten Hosen hätte gut ins Luschniki-Stadion gepasst.

Doch Robbie Williams wird den Job kaum schlechter machen, ist außerdem in Sachen Kickerkompetenz Campino mindestens ebenbürtig und dank seiner vielen Tattoos einem durchschnittlichen Fußballstar ähnlicher. Zudem konnte er wie sein Kollege aus Düsseldorf für diesen besonderen Einsatz bereits im Dresdner DDV-Stadion trainieren. Und nicht nur das. Bei seinen ersten beiden Dresden-Konzerten im Juli 2006 rutschte Robbie Williams in die nachhallende Euphorie des deutschen WM-Sommermärchens. Der Mann kennt also die spezielle Atmosphäre. Und er zeigte Sportsgeist, dribbelte hier höchstpersönlich über den Fußballplatz. Der britische Superstar und sein Team jagten damals nach einer spontanen Verabredung mit den Herren der SG Dölzschen im Steyer-Stadion dem Ball hinterher. Ähnliches wird es nun in Moskau kaum geben. Schon vor seinem Dresden-Gastspiel im vergangenen Jahr hatte Williams erklärt, dass seine Gesundheit nach einigen Fußball-bedingten Verletzungen zu angeknackst sei für aktives Ballgetrete. Der jetzt 44-Jährige verlegte sich daher auf den Job des Coaches und Anfeuer-Spezialisten. Der ebenfalls im vergangenen Jahr diagnostizierte Bandscheibenvorfall zwang den Sänger gar zu einer längeren Pause vom Show-Geschäft.

Nach erfolgreicher Therapie ist er aber nun wieder fit, bereit für den großen WM-Auftritt, den via TV-Liveübertragung Millionen Menschen in aller Welt verfolgen werden. Für Williams möglicherweise die Chance, doch noch den amerikanischen Markt zu erobern. Bei den gastgebenden Russen hat er hingegen längst einen Stein im Brett. Allerdings sollte er nicht unbedingt seinen Tanzflur-Knaller „Party Like A Russian“ zum Besten geben. Die Nummer stieß aufgrund der aneinandergereihten Klischees manchem Russen doch etwas unangenehm auf.

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