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Montag, 06.08.2018

Freikarten für Berlin

Hier behauptet sich Jonathan Schmidt (Nr. 17) inmitten der Renn-Spitze, später ist der 18-Jährige vom DSC auf der Schlussrunde nicht mehr zu halten.Foto: Wolfgang Birkenstock
Hier behauptet sich Jonathan Schmidt (Nr. 17) inmitten der Renn-Spitze, später ist der 18-Jährige vom DSC auf der Schlussrunde nicht mehr zu halten. Foto: Wolfgang Birkenstock

© Wolfgang Birkenstock

Riesiges Stadion, blaue Bahn. Für Jonathan Schmidt, Mittelstreckler vom Dresdner SC, war beim U-20-Länderkampf der Leichtathleten gegen Frankreich und Großbritannien im Olympia-Stadion von Berlin einiges ungewohnt. Bis auf das übersichtliche Interesse an Nachwuchs-Leistungssport. Der 18-jährige deutsche Meister, der im Mai 2018 seine bisherige Trainerin Katja Hermann an den Krebs verloren hatte, gewann in Berlin sein Rennen über 1 500 Meter und berichtet über seine Erlebnisse kurz vor der Leichtathletik-EM.

Jonathan, Glückwunsch zum Sieg. Wie ordnen Sie den ein?

Das ist für mich, auch mental, sicher einer der Höhepunkte der Saison. Davon gab es ja einige, zuletzt vor sieben Tagen der deutsche Meistertitel über 1 500 Meter. Aber auch einige weniger schöne Situationen. Für mich war diesmal besonders wertvoll, dass ich sechs Punkte für die deutsche Mannschaft holen und mich bei einem Franzosen revanchieren konnte, der mich bei der U-20-WM im Vorlauf noch geschlagen hat. Die Zeit war mit 3:54,70 Minuten eher mäßig, aber das ist in einem taktischen Rennen ja egal. Die letzten 400 Meter waren in Ordnung, da konnte ich meine Stärken ausspielen.

Ist Berlin und das Olympiastadion denn bereit für die EM?

Ich denke schon, hier war alles riesig vorbereitet. Jede Menge Kameras, Interviewzonen, alle organisatorischen Abläufe sind erkennbar. Schade nur, dass die Ränge bis auf einige Eltern und Trainer nahezu ausgestorben waren.

Ist die spezielle blaue Bahn in Berlin aus Ihrer Sicht gewöhnungsbedürftig?

Optisch ist das für mich etwas Neues, klar, ich bin da ja das erste Mal darauf gelaufen, und es war mir eine große Freude. Aus meiner Sicht ist sie etwas zu weich.

Kehren Sie in dieser Woche als EM-Zuschauer ins Olympiastadion zurück?

Ja, jeder deutsche Teilnehmer des U-20-Länderkampfes hat zwei Freikarten erhalten, die bis einschließlich Mittwoch gelten. Ich bleibe also gleich hier in Berlin. Wir hatten am Sonntagabend auch noch ein Bankett mit den drei Nationen hier. Auch das Finale über 1 500 Meter am Freitag werde ich mir live im Stadion anschauen.

Auf welche Wettbewerbe, außer Ihrer Spezialdisziplin, sind Sie besonders gespannt?

Natürlich auch auf die 800 Meter der Mäner, das geht mit den 1 500 Metern einher. Natürlich interessiert mich das Speerwerfern der Männer, derzeit die Domäne der deutschen Leichtathletik. Ich hoffe natürlich auf die eine oder andere Überraschung. Im deutschen Team sind ja witzigerweise auch einige junge Wilde, die ich aus meinem U-20-Jahrgang kenne. Da bin ich schon gespannt, wie die sich präsentieren werden.

Das Interview führte Alexander Hiller.

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