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Mittwoch, 07.11.2018

Frau setzt sich auf die Gleise

Das lebensgefährliche Verhalten in Niederau wird ein Nachspiel haben. Sechs Züge verspäteten sich, die Strecke musste gesperrt werden.

Symbolbild: Das lebensgefährliche Verhalten einer Frau in Niederau verursachte eine Streckensperrung.
Symbolbild: Das lebensgefährliche Verhalten einer Frau in Niederau verursachte eine Streckensperrung.

© Waltraud Grubitzsch / dpa

Dresden/Niederau. Ein Vorfall ereignete sich am Dienstag auf dem Bahnhof in Niederau, wie die Bundespolizei mitteilt. Eine 32-Jährige setzte sich bei Erkennen eines einfahrenden Zuges auf die Gleise und wollte diese zunächst auch nicht verlassen. Herbeigerufene Bundespolizisten brachten die Deutsche aus den Gleisen. Sie erklärte ihr Verhalten mit dem Umstand, dass sie persönliche Gegenstände wie Fahrkarte und Bargeld verloren habe und nun zu ihrem Wohnort heimkehren möchte.

Ihr Verhalten war nicht nur lebensgefährlich, sondern wird auch ein teures Nachspiel haben. Es verursachte eine Streckensperrung, sechs Züge verspäteten sich dadurch mit insgesamt 224 Minuten. Es folgte eine Anzeige gegen die Frau wegen einer betriebsstörenden Handlung. Sie muss auch die Kosten des Polizeieinsatzes tragen.

Ein ähnlicher Vorfall hatte sich am gleichen Tag in Dresden ereignet, wie die Bundespolizei weiter mitteilt. Eine Zeugin informierte die Polizisten, dass sich mehrere Kinder im Gleis am Haltepunkt Dresden-Pieschen befinden würden. Sofort alarmierte Bundespolizisten konnten die Zeugin an dem betreffenden Haltepunkt feststellen, die Kinder waren bereits mit der S-Bahn in Richtung Hauptbahnhof unterwegs. Dank der guten Personenbeschreibung konnten Bundespolizisten die drei 12 bis 13 Jahre alten Jungen am Hauptbahnhof in Empfang nehmen.

Alle drei wurden durch die Bundespolizisten eindringlich zu den Gefahren in und auf Bahnanlagen belehrt. Die Sprösslinge wurden durch die zwischenzeitlich informierten Eltern bei der Bundespolizeiwache abgeholt.

Die Präventionsbeamten der Bundespolizei Dresden nehmen den Fall zum Anlass, die entsprechenden Klassenstufen der besuchten Schulen zu den Gefahren im Bahnverkehr aufzuklären. Generell sind Bahnanlagen keine Spielplätze, kein Showroom und kein Fotostudio - auch hier drohen schwerste Verletzungen und Lebensgefahr, so die Polizei. Züge könnten, anders als Fahrzeuge auf der Straße, Hindernissen nicht ausweichen und hätten aufgrund ihrer großen Masse einen Bremsweg von bis zu 1 000 Metern.

Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass moderne Züge wesentlich leiser und damit erst sehr viel später zu hören sind, als ihre Vorgängermodelle. Die Geschwindigkeit sei ebenfalls nicht zu unterschätzen. Schnell fahrende Züge sind beispielsweise im Durchschnitt mit 160 Kilometern pro Stunde unterwegs - auch in einigen Bahnhöfen und an Haltepunkten. Bei dieser Geschwindigkeit lege ein Zug 100 Meter in nur 2,25 Sekunden zurück. (SZ/jm)