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Samstag, 15.09.2018

„Florence“ setzt Südosten der USA unter Wasser

Der Sturm ist zwar kein Hurrikan mehr, aber die Wassermassen, die er mit sich bringt, bergen eine riesige Gefahr. Der Wirbelsturm hat Teile der Atlantikküste in North und South Carolina in eine Wasserlandschaft verwandelt.

Von Christiane Jacke und Michael Donhauser (Washington)

Bilder vom Wirbelsturm Florence

Autos auf dem überfluteten Highway 24 im US-Bundesstaat North Carolina. Foto: Tom Copeland/AP
Autos auf dem überfluteten Highway 24 im US-Bundesstaat North Carolina. Foto: Tom Copeland/AP

© dpa

Wilmington. Auf seinem langsamen Weg ins Landesinnere der USA bringt Wirbelsturm „Florence“ gewaltige Wassermassen mit sich. Weite Landstriche der Bundesstaaten North Carolina und South Carolina waren am Samstagmorgen (Ortszeit) überschwemmt. Sturmfluten und Überschwemmungen bedrohen Hunderttausende. Die Regenfälle können nach Angaben des US-Hurrikanzentrums noch Tage andauern.

Bilder vom Wirbelsturm Florence

Mindestens fünf Menschen starben bis zum späten Freitagabend (Ortszeit) durch „Florence“ oder die Folgen des Sturms: Eine Mutter und ihr Kleinkind kamen in der Küstenstadt Wilmington (North Carolina) um, nachdem ein umstürzender Baum auf ihr Haus gekracht war, wie die Polizei mitteilte. Eine Frau starb an einem Herzinfarkt. Ein Mann erlitt einen Stromschlag, als er mit einem Notstromaggregat hantierte. Ein 77-Jähriger in Kinston wurde vom Sturm schlicht umgeblasen - er starb durch den Sturz.

„Florences“ langsamer Weg ins Landesinnere werde „katastrophale Sturzfluten“ auslösen, warnten Meteorologen auf „weather.com“. In North Carolina habe es bereits lebensbedrohliche Sturmfluten gegeben. „Wir wissen, dass es noch Tage weitergehen wird“, sagte der Gouverneur von North Carolina, Roy Cooper. Per Erlass ordnete er an, dass Betroffene leichter als bisher an Übergangswohnungen kommen sollen. „Tatsache ist: Dieser Sturm ist tödlich.“

Das Zentrum des Sturms war am Freitagmorgen (Ortszeit) in Wrightsville Beach in North Carolina auf Land getroffen. Katastrophenschützer mussten ausrücken, um Menschen aus überfluteten Häusern zu retten. Nach Angaben des Katastrophenschutzes von North Carolina waren dort knapp 789 000 Haushalte oder Betriebe ohne Strom. In South Carolina meldete der Katastrophenschutz 130 000 Haushalte.

Die Tücke an „Florence“ ist nicht die Windstärke, sondern die große Menge an Niederschlägen. Flüsse traten über die Ufer und erreichten Rekord-Pegelstände. Straßen wurden überspült. Sturmfluten drücken mehr und mehr Wasser ins Landesinnere, was ebenfalls zu großflächigen Überschwemmungen beitrage, sagte der Chef des Hurrikanzentrums, Ken Graham.

Die Behörden hatten vorsorglich mehr als eine Million Menschen entlang der Küste aufgerufen, sich vor dem Hurrikan in Sicherheit zu bringen und landeinwärts Schutz zu suchen - bei Freunden, Verwandten, in Hotels oder Notunterkünften. Nicht alle folgten aber den Aufrufen. Die Behörden rechnen damit, dass insgesamt fünf Millionen Menschen in einem riesigen Einzugsgebiet im Südosten der USA von Überschwemmungen betroffen sein könnten.

Die Zerstörungen durch „Florence“ seien größtenteils menschgemacht, sagte Karsten Smid, Klimaexperte der Umweltorganisation Greenpeace. „Etwa die Hälfte der prognostizierten Niederschläge dieses Hurrikans führen Klimawissenschaftler auf die Klimaerhitzung zurück.“ (dpa)

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