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Mittwoch, 10.10.2018

Fleischer werden in Weißwasser ausgebildet und gebraucht

Die Industriefleischerei Willms nahm jetzt erstmals an einer Ausbildungsmesse in Hoyerswerda teil.

Von Katrin Demczenko

Anne-Kathrin Hähner wird in der Lebensmitteltechnik ausgebildet. Richy (li.) und Alex informierten sich bei ihr zum Berufsbild.
Anne-Kathrin Hähner wird in der Lebensmitteltechnik ausgebildet. Richy (li.) und Alex informierten sich bei ihr zum Berufsbild.

© K. Demczenko

Hoyerswerda/Weißwasser. Heiß umworben werden heutzutage Schüler etwa ab Klasse 8 von vielen Lausitzer Betrieben, weil sie Auszubildende suchen, damit sie ihre Produktion auch in Zukunft weiterführen können. Um sich möglichst vielen Jugendlichen vorzustellen, nutzen die Firmen gern Veranstaltungen wie die 12. Ausbildungsmesse der „Schüleragentur zur beruflichen Frühorientierung“ der Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Demokratie und Lebensperspektiven e.V. Hoyerswerda/Ostsachsen. Diese fand kürzlich im Saal der Ostsächsischen Sparkasse in Hoyerswerda-Altstadt statt. 42 Aussteller waren gekommen. Die Industriefleischerei Willms Weißwasser GmbH & Co. KG nahm erstmals teil und stellte vier Berufe rund um die Herstellung von Fleisch-, Wurst- und Schinkenwaren vor, die sie selbst ausbildet. Die wichtigsten Mitarbeiter in der Produktion sind Fleischer, die mithilfe moderner Geräte und Maschinen Rindfleisch zu Rouladen und Schweinefleisch zu Schnitzeln oder Steaks verarbeiten. Diese und andere Frischfleischwaren liegen später hygienisch verpackt in Kühltheken der Supermärkte. Weiter stellen Fleischer nach bewährten Rezepten Würste, Kochwürste und Kochpökelwaren her, sind aber manchmal auch kreativ an der Entwicklung neuer Produkte beteiligt. So beschrieb der kaufmännische Leiter der Willms Weißwasser GmbH & Co. KG Uwe Henkel in groben Zügen die Produktpalette seiner Firma und die Aufgaben der Fleischer.

Als Fachkräfte für Lebensmitteltechnik werden Realschüler ausgebildet und übernehmen während aller Produktionsprozesse von den Rohstoffen bis zu den fertigen Produkten das Qualitätsmanagement. Fachlageristen, ein Beruf für Hauptschüler mit guten Noten, kümmern sich um Wareneingang, Kommissionierung und Versand. Industriekaufleute managen schließlich Ein- und Verkauf, Materialwirtschaft, Personal- und Rechnungswesen erzählte Anne-Kathrin Hähner, die all das im zweiten Lehrjahr erlernt. „Das ist mein Wunschberuf“, sagte das Mädchen zu Richy und Alex, Achtklässlern der Freien Oberschule Bernsdorf. Dann ließ sie die Schüler zehn Gewürzpulver für die Wurstproduktion anhand des Aussehens und Geruchs erkennen. „Gar nicht so einfach“, stellten die Jungen fest, von denen Richy tatsächlich Interesse am Beruf des Fleischers bekundete. In Bernsdorf habe er schon mal den Produktionsraum einer kleinen Fleischerei von innen gesehen und fand das spannend. Vor allem aber interessiert den Schüler, wie seine Leibspeise Wiener Würstchen gemacht wird. Dazu und zu anderen Sachverhalten könne er während eines Schülerpraktikums bei Willms Weißwasser GmbH & Co. KG etwas erfahren, sagte Uwe Henkel. Er erklärte Richy, dass das, was er in Bernsdorf gesehen hat, nicht vergleichbar ist mit einem Betrieb der Lebensmittelindustrie, der monatlich 2200 Tonnen Fleisch- und Wurstwaren produziert.

Generell wünscht sich der kaufmännische Leiter mehr Interesse am Beruf des Fleischers, den auch Hauptschüler mit einem guten Abschluss erlernen können. Derzeit bildet die Firma drei Jugendliche aus und 15 könnten es sein. Ausbildungsmessen wie die in Hoyerswerda seien wichtig, um Schüler mit Ausbildungsmöglichkeiten in der Lausitz bekannt zu machen.