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Donnerstag, 11.10.2018

Flanieren auch im nächsten Jahr erwünscht

Von Mirko Kolodziej

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LINKS: Boulevard-Straßenszene.RECHTS:Schaufensterwettbewerb Platz 1:der An- und Verkauf, zu dem, siehe Verkehrsschild, unumkehrbar alle Wege führen.Das Angebot erinnert an eine edle Antiquitäten-Galerie, wie man sie in Hoyerswerda eher nicht vermutet.
LINKS: Boulevard-Straßenszene. RECHTS:
Schaufensterwettbewerb Platz 1: der An- und Verkauf, zu dem, siehe Verkehrsschild, unumkehrbar alle Wege führen. Das Angebot erinnert an eine edle Antiquitäten-Galerie, wie man sie in Hoyerswerda eher nicht vermutet.
RECHTS:Schaufensterwettbewerb Platz 3:Das Studio Zeller punktete unter anderem mit diesem Frosch, der in typischer Buddha-Pose scheinbar dazu auffordert, das Leben mit Gelassenheit zu betrachten.Interessantes Suchbild: Wo hat sich hier die Fotografin versteckt?
RECHTS: Schaufensterwettbewerb Platz 3: Das Studio Zeller punktete unter anderem mit diesem Frosch, der in typischer Buddha-Pose scheinbar dazu auffordert, das Leben mit Gelassenheit zu betrachten. Interessantes Suchbild: Wo hat sich hier die Fotografin versteckt?
RECHTS:Schaufensterwettbewerb Platz 2:Café Rosali –eigentlich ist’s nicht das Schaufenster alleine, sondern das Gesamtkonzept der Front mit Eule Rosali als dem namensgebenden Wappentier.Fotos: Gernot Menzel (1),Dorit Baumeister (3)
RECHTS: Schaufensterwettbewerb Platz 2: Café Rosali – eigentlich ist’s nicht das Schaufenster alleine, sondern das Gesamtkonzept der Front mit Eule Rosali als dem namensgebenden Wappentier. Fotos: Gernot Menzel (1), Dorit Baumeister (3)
Dorit BaumeisterAltstadt-Management
Dorit Baumeister Altstadt-Management

© HY-photo Gernot Menzel

Wiederholt werden soll im kommenden Jahr in Hoyerswerda das Projekt „Boulevard Kirchstraße“, bei dem sich im Juni Autos, Fahrräder sowie Fußgänger den Straßenraum geteilt hatten und dieser auch noch Platz für zusätzliche Außen-Gastronomie, zusätzlichen Handel sowie zusätzliche Kultur bot. Auf Basis zweier Umfragen, an denen 130 Besucher sowie 25 Händler, Gastronomen oder Dienstleister teilgenommen haben, schlägt das Altstadt-Management eine Ausweitung vor.

Die Idee ist, 2019 das Konzept des geteilten Straßenraums von Juni bis August wiederum in der Kirchstraße umzusetzen, jedoch darüber hinaus den Bereich des Marktes sowie den nördlichen Teil der Friedrichsstraße stärker in die anderen Aktivitäten zur Altstadt-Belebung einzubeziehen. Im Jürgen-von-Woyski-Park könnte dann weitere Kultur angeboten werden.

City-Managerin Dorit Baumeister stellte die Ergebnisse der Umfragen am Dienstag im Café „Auszeit“ des Bürgerzentrums öffentlich vor. Demnach bejahten 92 Prozent der beteiligten Unternehmer die Frage, ob sie sich im kommenden Jahr eine Fortführung vorstellen können. 72 Prozent sprachen sich zugleich für eine Ausweitung des Zeitraums aus. Bei einer dritten Umfrage wurden Besucher im Juni darum gebeten, die aus ihrer Sicht am schönsten gestalteten Schaufenster zu benennen. Favorit war der An- und Verkauf. „Dort hat es auch die radikalste Änderung gegeben“, sagt Dorit Baumeister. Auf den Plätzen folgen das Café Rosali sowie das Haar- und Kosmetikstudio Zeller in der Friedrichsstraße.

Die Befragung der Gäste zu ihrem allgemeinen Bild der inneren Altstadt ergab, dass die kulturellen Angebote besonders positiv gesehen werden – gefolgt von Gastronomie und Dienstleistungen und als Schlusslicht dem Einzelhandel. Die Altstadt, so Baumeister, habe durchaus ein positives Grund-Image. Jedoch gebe es eine Reihe an Kritikpunkten, angefangen bei den unterschiedlichen Öffnungszeiten über die aus dem Blickwinkel der Befragten zu seltene Nutzung des Marktplatzes und die mangelhafte Ausstattung mit Bänken, Mülleimern oder Blumenkübeln bis hin zu den Verkehrsregelungen für Radfahrer. Jemand schlug sogar vor, anstelle des von der Kommunalpolitik ins Auge gefassten Kinderspielplatzes lieber viele kleinere Spielgeräte in der Altstadt zu verteilen. Aus der Unternehmerschaft kam der Wunsch nach der Reaktivierung des Springbrunnens im Innenhof der Sparkasse.

Verbesserungsvorschläge wurden auch bezüglich des „Boulevard“-Projektes geäußert. Unter anderem bezieht sich das auf Überlegungen zur Durchfahrt von Autos, die wohl oft als zu schnell empfunden wurden. Ideen dazu sind der „Einbau“ weiterer Kurven oder Verengungen ähnlich der im Juni vor dem Haarschneider-Salon aufgebauten Beachbar oder eine Geschwindigkeits-Messung mit Smiley-Anzeige. Kritik gab es auch daran, dass die Bewässerung der aufgestellten Pflanzkübel nicht optimal geklappt habe.

Während das Altstadtmanagement nun also schon erste Überlegungen zum Sommer 2019 anstellt, ist bereits eine kleinere Aktion zum Advent in Vorbereitung. Auch hier ist wieder an eine Nutzung des Innenbereiches im Fließhof gedacht. Anders als im Juni soll es aber weder Crêpes noch Boule-Aktivitäten geben, sondern Glühwein und Bratwurst. Zu einem nun vorweihnachtlichen Schaufenster-Wettbewerb haben sich bereits mehr als ein Dutzend Unternehmer bereit erklärt. Es wird auch wieder die aus den Vorjahren bekannte Advents-Broschüre mit speziellen Angeboten geben. Und im Gewerbering Stadtzukunft wird darüber nachgedacht, tausend kleine Nikolaus-Beutel zu kaufen, sie gemeinschaftlich zu befüllen und am 6. Dezember an Kinder zu verteilen. Neu zu nutzen wären – so zumindest eine Überlegung – die besagten Pflanzkübel aus dem „Boulevard“-Projekt. Man könnte individuell von den Unternehmern geschmückte Weihnachtsbäumchen hineinstellen.