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Samstag, 11.08.2018

Feuerwehr kämpft gegen die Dürre

Die Einsatzkräfte fahren täglich über sechs Stunden durch Dresden, um Bäume zu gießen.

Die Natur leidet.
Die Natur leidet.

© Sven Ellger

Mit zwei Löschfahrzeugen ist die Dresdner Feuerwehr derzeit unterwegs, um Bäume vor dem Tod durch Wassermangel zu bewahren. Insgesamt 1 255 Jungbäume in Blasewitz, Leuben und in der Altstadt werden von den Besatzungen bereits seit Ende Juli regelmäßig mit Wasser versorgt, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit.

Der Tank der Fahrzeuge fasse jeweils 5 000 Liter Wasser. Täglich würden so zwischen 160 und 180 Bäume gegossen. Da sich viele Bäume auf Mittelstreifen und an Straßenrändern befinden, bittet die Stadt Autofahrer um Verständnis und Aufmerksamkeit. Im Einsatz sind Berufs- und Stadtteilfeuerwehren. Die Löschfahrzeuge sind derzeit montags bis sonnabends von 7.30 bis 11.30 Uhr und von 13.30 bis 16 Uhr unterwegs. Die Fahrzeuge können jederzeit ausrücken, wenn es irgendwo brennt.

Die Folgen der Trockenheit seien fatal, so Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne). Ihren Angaben zufolge würden aber auch immer mehr Dresdner auf private Initiative Straßenbäume gießen.

Grünen-Stadtrat Wolfgang Deppe spricht von einer Jahrhunderttrockenheit. Dresden müsse seine Anstrengungen verstärken, den Kohlenstoffdioxidausstoß zu verringern, einerseits durch weniger Auto- und Lasterverkehr, andererseits durch mehr Elektromobilität. „Wir Grüne fordern den raschen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs durch neue Straßenbahntrassen und häufigere Fahrten von Bussen, Straßenbahnen und S-Bahnen.“ Darüber hinaus müsse das Radwegenetz schneller als bisher ausgebaut werden.

Genauso wichtig sei es aber, dass sich Dresden den unaufhaltsamen Folgen des Klimawandels stellt. „Die Überwärmung dicht bebauter Stadtteile wie Äußere Neustadt, Pieschen oder Löbtau hat in diesem Sommer unerträgliche Ausmaße angenommen“, so Deppe. Eine weitere Bebauung der Kaltluftschneisen dürfe es daher nicht geben. Auch die „wohnungsbaupolitisch sinnvolle Innenstadtverdichtung“ könne nicht beliebig weitergehen. Außerdem seien in den warmen Stadtteilen kleine und große Parks nötig. (SZ/sr)

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