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Montag, 13.08.2018

FC Oberlausitz feiert ersten Saisonsieg

Von Jens Kölz

Der 18-jährige Maximilian Schmidt freut sich über sein erstes Regionalligator in seinem ersten Regionalligaspiel. Foto: Florian Richter
Der 18-jährige Maximilian Schmidt freut sich über sein erstes Regionalligator in seinem ersten Regionalligaspiel. Foto: Florian Richter

© Florian Richter 2018

Was sich schon in der zweiten Halbzeit gegen Nordhausen andeute, fand im Spiel gegen die VSG Altglienicke seine Bestätigung: Die Formkurve des FC Oberlausitz zeigt nach oben. Diesmal belohnten sich die Neugersdorfer für ihre gute Leistung mit drei Toren, sie fuhren völlig verdient ihre ersten drei Punkte in der neuen Saison ein. Am Ende stand ein 3:1 auf der Habenseite.

Trainer Karsten Hutwelker konnte aufatmen: „Riesenlob an die Mannschaft. Sie hat heute alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. In Sachen Zweikampfführung sowie Einsatz- und Laufbereitschaft haben wir gezeigt, dass wir die drei Punkte hierbehalten wollten.“ Er änderte die Formation gegenüber der Vorwoche auf zwei Positionen. Jordi van Kerkhof und Dennis Blaser blieben diesmal draußen, dafür liefen Tobias Gerstmann und erstmals Maximilian Schmidt auf. Der 18-jährige Schmidt spielte zusammen mit Karl Petrick im defensiven Mittelfeld und lieferte, wie sein Mannschaftskollege Colin von Brezinski in der Vorwoche, ein grandioses Debüt ab. Er präsentierte sich technisch gut und zeigte viel Überblick bei seinen Diagonalpässen. In Erinnerung bleibt sicher sein Einstandstor (29.), ein herrlicher Schuss aus 22 Metern in den linken oberen Winkel: „Ich habe mir den Ball hingelegt und dann einfach abgezogen. Die Flugbahn war optimal, es war ein geiles Gefühl“, freute sich der erste Heimtorschütze der Neugersdorfer in dieser Saison. Er krönte eine Druckphase der Neugersdorfer mit Chancen für Bocar Djumo (27.) und Eric Träger (28.). Bis dahin tat sich nicht übermäßig viel. Beide Mannschaften mühten sich zwar um Offensivaktionen, die Abwehrreihen gaben sich jedoch keine Blöße. Gegen Ende des ersten Durchgangs ließ die Konzentration der Neugersdorfer Deckung kurz nach, was sofort mit dem Ausgleich bestraft wurde: „Durch eine Unaufmerksamkeit bringen wir uns fast um den Lohn. Die Ecke war schon in der Entstehung unnötig, dann fehlte uns die nötige Konsequenz im Kopfballduell“, war Hutwelker sauer. Rico Steinhauer nutzte das zum Ausgleich, es war die letzte Aktion in der ersten Halbzeit.

„Wenn man in der Nachspielzeit den Ausgleich macht, muss man eigentlich mit breiter Brust in die zweite Hälfte gehen. Aber wir haben genau da weitergemacht, wo wir in der ersten Halbzeit aufgehört haben.“ Die Hoffnung des Altglienicker Trainers Andreas Zimmermann, dass seine Mannschaft nach dem unverhofften Ausgleich mit Mut und Rückenwind aus der Kabine kommt, zerstob schnell, denn der FCO begann den zweiten Abschnitt wie die Feuerwehr. Erst kam Djumo, der ein riesiges Laufpensum absolvierte und viele Bälle festmachte, vier Meter vor dem Tor der Berliner an den Ball, konnte von René Pütt gerade noch behindert werden (48.). Dann zeigte Twardzik gegen Trägers Kopfball eine großartige Parade (49.). Kurz darauf war der Torhüter der Altglienicker machtlos, denn die folgende Ecke brachte den Neugersdorfern die erneute Führung. Eric Träger – erst 20 Jahre alt – kam völlig frei zum Kopfball (49.) und hatte diesmal mehr Glück. Der Jubel der (gerade einmal) 191 Zuschauer war kaum verhallt, da krönte auch Bocar Djumo (24 Jahre) seine gute Leistung. Er setzte sich gegen Steinhauer durch und jagte die Kugel aus 22 Metern ins Berliner Tor (55.). Die Gäste stemmten sich nun gegen die Niederlage. Mit Tugay Uzan, Benjamin Förster und Christoper Quiring sah sich die Neugersdorfer Abwehr mit drei Stürmern konfrontiert, die alle schon in höheren Ligen zum Einsatz kamen. Doch auch sie konnten keine Bäume ausreißen, denn mit Kampfkraft (Petrick warf sich in den Schuss von Chinedu Ede (63.)) und etwas Glück (Uzans Schrägschuss strich knapp am linken Dreiangel vorbei (66.)) überstanden die Oberlausitzer das Aufbäumen der Gäste. „Wir waren in dieser Phase zu passiv und haben Altglienicke ins Spiel kommenlassen. Gut, dass wir in der Abwehr gut standen.“ Mit der Einwechslung von Josef Marek sorgte der Trainer für Entlastung. Die Neugersdorfer beschäftigten die Gäste nun wieder mehr in deren Hälfte und konnten so den ersten Saisonsieg ungefährdet über die Zeit bringen. „Es war eine tolle Mannschaftsleistung. Klar haben ein paar herausgestochen, aber insgesamt haben wir uns sehr homogen präsentiert.“ Karsten Hutwelker ist mit seiner Truppe auf einem guten Weg. Wenn diese Leistung zumindest stabilisiert werden kann, muss den Neugersdorfern vor dem Nachholspiel am kommenden Freitag bei Herthas Nachwuchs nicht bange sein.

Neugersdorf: Vaizov – von Brezinski, Wolf, Träger, Rosa – Schmidt, Petrick – Dittrich (46. Gnieser), Moravec (88. Koch), Gerstmann (75. Marek) – Djumo.

Tore: 1:0 Schmidt (29.), 1:1 Steinhauer (45.), 2:1 Träger (49.), 3:1 Djumo (55.), Gelbe Karten: Moravec, Schmidt, Träger , Schiedsrichter: Henry Müller (Cottbus), Zuschauer: 191.