• Einstellungen
Donnerstag, 11.10.2018

Falsches Waschen kann lebensgefährlich sein

Die praktischen Uniformen der Dresdner Feuerwehr müssen nach jedem Einsatz zur Spezialwäsche.

Von Daniel Krüger

1

In T-Shirt und blauer Hose wartet Zugführer Michael Klare in der Altstädter Wache auf seinen Einsatz (l.). Passiert ein Brand, muss auch Hauptbrandmeister Rainer Jonas in Übigau in seine Einsatzbekleidung schlüpfen (M.). Später muss die Uniform allerdings in die Wäsche. Zuletzt kommt sie in den Trockenschrank (r.)
In T-Shirt und blauer Hose wartet Zugführer Michael Klare in der Altstädter Wache auf seinen Einsatz (l.). Passiert ein Brand, muss auch Hauptbrandmeister Rainer Jonas in Übigau in seine Einsatzbekleidung schlüpfen (M.). Später muss die Uniform allerdings in die Wäsche. Zuletzt kommt sie in den Trockenschrank (r.)

© Rene Meinig (2), Sven Engelmann

In seiner frisch gewaschenen Uniform fühlt sich Rainer Jonas, Hauptbrandmeister der Dresdner Berufsfeuerwehr, besonders wohl. Gerade bei Hausbränden werden nämlich oft krebserregende Dämpfe von Dämmstoffen freigesetzt. Es ist deshalb wichtig, dass die Schutzkleidung ordnungsgemäß gewaschen wird, um derartige Rückstände zu vermeiden. Auf der Feuerwehrmesse Florian wird ab Donnerstag detailliert gezeigt, wie das funktioniert.

Seit die Dresdner Berufsfeuerwehr 2015 ihre neuen Uniformen bekommen hat, ist für Jonas und seine Kollegen eigentlich vieles einfacher. Wir müssen jetzt nur noch die Hosen wechseln, wenn wir zu einem Feuer gerufen wurden, sagt er schmunzelnd. Der Grund: Früher mussten die Feuerwehrmänner bei Bränden mehrere Schichten tragen. Heute gibt es nur noch zwei verschiedene Bekleidungen. Auf der Wache tragen die Diensthabenden T-Shirts und eine blaue Hose mit Reflektoren. Kommt es zu einem technischen Einsatz, ziehen sie eine blaue Jacke darüber und können los. Werden sie zum Brand gerufen, müssen Sie lediglich die Hose wechseln und in eine braune Jacke schlüpfen. Das T-Shirt darf anbehalten werden.

Möglich ist dies, weil die neuen Uniformen den aktuellsten Standards entsprechen, so Jonas. Eine Feuerwehrbekleidung für Brandeinsätze besteht in Dresden heute aus Stahlkappenstiefeln, einer Reflektorenhose und Jacke. Auf die Hose sind Leuchtstreifen genäht, die die Helfer besser sichtbar machen. Sie verfügt zudem über einen Knieschutz, denn Feuerwehrmänner müssen bei Bränden oder Unfällen häufig auf dem Boden vorankommen. Früher gab es dafür spezielle Protektoren unter Jacke und Hose. Die fallen jetzt weg.

Spezialbehandlung nötig

Auch den für Feuerwehrleute typischen Haltegurt um den Bauch gibt es nicht mehr. Stattdessen ist in den Innentaschen der Brandeinsatzjacke bereits ein Brustgurt integriert. An diesem können die Helfer ein Seil und Karabinerhaken befestigen. Dies ist zum Beispiel bei Einsätzen in Bergregionen besonders wichtig. An den Feuerwehrhelmen hat sich auch etwas geändert. Das sogenannte Hollandtuch ist in jeden Helm eingenäht. Es schützt die unteren Gesichtspartien und den Hals, also Regionen, die Visier und Schutzbrille nicht erreichen. Für die bessere Sicht ist vorne am Helm eine Lampe eingebaut.

Besonders die vielen integrierten Extras helfen den Einsatzkräften bei ihrer oft gefährlichen Arbeit. Weil das Anziehen flott geht, sind wir auch schneller am Einsatzort, sagt Jonas. Die neueren Uniformen brauchen jedoch auch eine besondere Behandlung, weiß Michael Klare, Zugführer der Feuerwache Altstadt. Während die Uniform für technische Hilfseinsätze wie etwa Unfälle auf der jeweiligen Wache gewaschen wird, kommen die Branduniformen nach jedem Einsatz in eine zentrale Waschstelle der Feuerwehr.

Der Dresdner Spezialist für diese Reinigung ist Sven Engelmann, der sich auf den Verkauf von Großwaschmaschinen spezialisiert hat. Auch Dynamo und die Eislöwen zählen auf seine Expertise. Bei den neueren Uniformen sind gleich mehrere Dinge zu beachten, sagt Engelmann. Wegen Kontaminierungsgefahr muss die Uniform nach dem Einsatz in speziellen Wäschesäcken in die Wäscherei gegeben werden. Die Säcke lösen sich dann bei einer Temperatur von sechzig Grad während dem Waschgang selbst auf. Dabei muss auch darauf geachtet werden, dass die Reflektoren ihre Strahlkraft nicht verlieren. Um das zu verhindern, wird die Schutzkleidung mit hoher Temperatur und einer geringen Drehzahl gewaschen. Handelsübliche Waschmaschinen können das nicht leisten. Sie sind im Gegensatz zu den Spezialmaschinen nicht frei programmierbar.

Ganz billig sind diese aber auch nicht. Knapp 10 000 Euro kostet das Basispaket, in dem auch ein sogenannter Trockenschrank enthalten ist. Weil die Feuerwehrleute keine Unterkleidung mehr tragen, haben Jacken und Hosen eine Membran, die verhindert, dass Löschwasser in die Uniform gerät. Da sie atmungsaktiv ist, muss sie von innen und außen getrocknet werden. Klar sei das nicht günstig, meint Engelmann, aber Sicherheit habe eben seinen Preis. Denn eine richtige Wäsche kann im Ernstfall Leben retten.

Die Florian Fachmesse findet von Donnerstag bis Sonnabend, jeweils 9 bis 17 Uhr, auf dem neuen Messegelände statt. Weitere Infos unter: www.messe-florian.de

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

Alle Kommentare anzeigen

  1. John

    Okay, auffallend viele Werbeanzeigen auf Tag24 zur Florian-Messe und hier schon mehrer wohlwollende Artikel... Alles klar ein Wenig Recherche zeigt dass "Florian 13" von der DDV-Mediengruppe bzw. einer Tochterfirma ausgerichtet wird. Wann hattet ihr vor, diesen Artikel hier als "Anzeige" zu kennzeichnen?

Alle Kommentare anzeigen

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.