• Einstellungen
Montag, 10.09.2018

Ex-Heidenauer ärgert Pirna-Copitz

Von Jürgen Schwarzund Andreas Reiche

Fußball-Landesligist VfL Pirna-Copitz ist in der zweiten Pokalrunde ausgeschieden. Trotz zweimaliger Führung zog die Mannschaft des Trainerduos Frank Paulus und Enrico Mühle beim Landesklässler SG Dresden Striesen vor 105 Zuschauern mit 5:6 nach Elfmeterschießen den Kürzeren. Nach 90 Minuten hatte es 2:2 gestanden, in der Verlängerung waren keine Tore gefallen. „Ich bin schon ein Stück gefrustet“, gab Paulus einen Tag nach seinem 40. Geburtstag zu. „Wir konnten nur in der ersten Spielhälfte an unsere Leistung vom Punktspiel gegen Mittweida anknüpfen. Ich habe meinen Spielern in der Kabine gesagt, dass wir hier noch lange nicht durch sind und Striesen kämpferisch alles in die Waagschale werfen wird. Ein Elfmeterschießen wollten wir unbedingt vermeiden, da dort auch mal der Glücklichere gewinnt.“

Faire Geste des Striesener Kapitäns

Horst Rau hatte sich vor zwei Jahren in Heidenau verabschiedet. Der gebürtige Freitaler hatte zwar nur ein Jahr beim HSV gespielt, aber als Kapitän durchaus seine Spuren in der Elbestadt hinterlassen. In den beiden Punktspiel-Derbys gegen den VfL Pirna-Copitz durfte er mit seiner Mannschaft keinen Sieg feiern (0:1, 1:1) – nun folgte die verspätete Revanche. Der 31-Jährige traf im Zweitrundenspiel dreimal vom Elfmeterpunkt ins Schwarze. Nach zwei Strafstößen (49., 69.) trat er auch beim fälligen Elfmeterschießen (4:3) als erster Schütze des Landesklässlers an. Die Copitzer waren durch Florian Kärger zweimal in Führung gegangen (35., 63.). Beim Elfmeterschießen versagten Kärger aber die Nerven, ebenso Kay Weska. Martin Schmidt, Stefan Höer und Marco Fischer trafen vom Punkt. Bei den Gastgebern konnte Tim Kausch seinen „Elfer“ nicht verwerten, aber Lev Magazanik, Franz Lampe und Christian Kunath überwanden den jungen VfL-Torhüter Philipp Nufer. Rau hätte sogar einen vierten Elfemeter verwandeln können, doch der stets faire Routinier überzeugte den Unparteiischen davon, dass dessen Strafstoßentscheidung zugunsten der Striesener falsch war. Eine beispielhafte Vorgehensweise des Spielführers (beim Stand von 2:2!) , der selbst zu Fall gekommen war.

Den Wechsel nach Striesen hat Horst Rau nicht bereut. „Ich wollte nicht ständig im Auto sitzen, um zum Training beziehungsweise nach Hause zu fahren.“ In Striesen kann er nun zum Training laufen oder mit dem Rad fahren. Mit den Dresdner kehrte der 1,94-m-Allrounder 2016/17 in die Landesklasse Ost zurück und wurde mit der SG in der Endabrechnung Fünfter. Am Samstag feierte er nun mit seinen Striesenern lautstark den Einzug in Runde drei. Unüberhörbar drangen die „Europapokal-Rufe“ aus der Kabine der Hausherren.