• Einstellungen
Freitag, 24.08.2018

„Es wird kein Trainer-Casting geben“

Zum ersten Mal nach der Trennung von Uwe Neuhaus äußern sich Dynamos Sportgeschäftsführer über die Gründe und darüber, welche Punkte ihnen beim Nachfolger wichtig sind.

Von Daniel Klein

Cristian Fiel bei seiner ersten Trainer-PK.
Cristian Fiel bei seiner ersten Trainer-PK.

Die Trennung von Uwe Neuhaus, die Beförderung von Cristian Fiel zum Interimstrainer, die Suche nach einem Nachfolger und ein Blick auf das Heimspiel am Sonntag gegen den 1. FC Heidenheim – deutlich mehr Gesprächsstoff als üblich gab es bei Dynamos Pressekonferenz am Freitagnachmittag. Knapp 40 Minuten dauerte es, bis alle Fragen abgearbeitet waren.

Zum Beispiel die, wie lange Fiel als Interimslösung auf der Bank sitzen wird. Mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) gebe es eine Absprache für zwei Spiele, erklärte Sportgeschäftsführer Ralf Minge. Die ist nötig, da Fiel gerade in Bad Hennef seine Fußball-Lehrer-Ausbildung absolviert und nun für die neue Aufgabe freigestellt ist.

Spätestens nach der Heimpartie gegen den Hamburger SV in gut einer Woche und in der dann anstehenden Länderspielpause soll der Nachfolger für Neuhaus gefunden sein, kündigte Minge an. Bei der Suche greife er und Kollege Kristian Walter auf eine Liste mit infrage kommenden Trainern zurück, die ständig aktualisiert wird. Wichtig sei ihnen dabei, dass der Kandidat interdisziplinär arbeite, also gemeinsam mit Athletiktrainern, Videoanalysten und Sportpsychologen. Viel Wert würde auch auf die Persönlichkeitsstruktur gelegt. „Er muss in einem hektischen Umfeld Ruhe ausstrahlen“, sagte Minge. „Wir streben langfristige Zusammenarbeiten an, wollen keine Lösungen, wo wir uns mal ausprobieren und dann kurze Zeit später die Rolle rückwärts machen.“ Es werde kein Trainer-Casting geben und keine 25 Gespräche. Auf die Frage, welcher Typ bevorzugt wird, ob erneut ein erfahrener oder ein jung-dynamicher, antworte Minge mit einem Augenzwinkern: „Sigi Held kann ich ausschließen.“

Die Trennung von Neuhaus sei ihm persönlich nahgegangen, „das hinterlässt menschliche Spuren“, erklärte er. In der Sommerpause sei man zu 100 Prozentig überzeugt gewesen, dass der Trainer der richtige sei. Nun habe man die Entwicklung neu bewertet, sagte Walter. Dabei hätten nicht allein die Ergebnisse, die Niederlagen gegen Bielefeld und Viertligist Rödinghausen eine Rolle gespielt. „Wir bewerten nicht nur, was auf dem Platz passiert“, so Walter, der damit andeutete, dass es wohl zwischenmenschliche Probleme gab. So könnte der mangelhafte Austausch mit den im Sommer zusätzlich eingestellten Assistenten eine Rolle gespielt haben.

Die Ursache für die schlechten Leistungen der vergangenen Wochen wollte Minge aber nicht allein bei Neuhaus suchen. „Ich habe der Mannschaft einige Takte gesagt. Mich haben die billigen Ausreden nach dem Pokalaus gestört: Taktik, Motivation – das ist ein Armutszeugnis, wenn ich mich darauf zurückziehe.“ Die Entlassung von Co-Trainer Peter Nemeth sei alternativlos gewesen, da er bei den Vertragsgesprächen seine persönliche Zukunft an die von Neuhaus geknüpft hatte.

Interimstrainer Fiel wollte keine taktischen oder personellen Änderungen vor dem Spiel gegen Heidenheim verraten -– nur eine Konstante: Patrick Ebert bleibt als Stellvertreter des verletzten Marco Hartmann der Kapitän. Einen verunsicherten Eindruck habe die Mannschaft auf ihn aber nicht gemacht, so Fiel.

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Ihr Kommentar zum Artikel

    Bitte füllen Sie alle Felder aus.

    Verbleibende Zeichen: 1000
    Text Bitte geben Sie die abgebildete Zeichenfolge ein
    Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Datenschutz.