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Dienstag, 10.07.2018

„Es war ein schwieriges Jahr“

Trainer Jens Wagner (rechts) kam im Vorjahr zu Stahl Freital und führte die Blau-Weißen in der Fußball-Landesklasse Mitte auf Tabellenplatz vier. Foto: Christian Juppe
Trainer Jens Wagner (rechts) kam im Vorjahr zu Stahl Freital und führte die Blau-Weißen in der Fußball-Landesklasse Mitte auf Tabellenplatz vier. Foto: Christian Juppe

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Der FV Blau-Weiß Stahl Freital hat die Saison in der Fußball-Landesklasse Mitte mit dem vierten Tabellenplatz beendet. In der Endabrechnung standen für die Mannschaft von Trainer Jens Wagner 52 Punkte zu Buche – und damit deutlich mehr als ein Jahr zuvor (41). Bronze verpasste das Team um Goalgetter Eric Zimmermann (23 Saisontreffer) nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem punktgleichen BSC Freiberg. Jens Wagner war 2017 zum Sportgelände am Freitaler Burgwartsberg umgezogen, nachdem er zuvor lange Zeit in Possendorf gearbeitet hatte.

Herr Wagner, wie fällt die Bilanz nach ihrem ersten Jahr als Stahl-Coach aus?

Es war ein schwieriges, aber auch spannendes Jahr. Ich musste ja erst einmal die Charaktere kennenlernen und den Jungs vermitteln, welchen sportlichen Weg wir einschlagen wollen. Durch die ständigen Trainerwechsel in der Vergangenheit bestand auch eine gewisse Skepsis mir gegenüber. Somit war das erste halbe Jahr eine Art Eingewöhnungsphase für alle, bei der es nicht immer nur ruhig zu ging. Ich kam mir manchmal vor wie in einem Kindergarten. Da waren plötzlich Internetspiele wichtig und es wurde nur noch darüber diskutiert. Manche konzentrierten sich gar nicht mehr auf ihr Spiel und waren gedanklich gar nicht bei der Sache. Auch wenn wir uns im Freizeitsport bewegen, gewisse Dinge gehören dazu, sobald ich mich für einen Mannschaftssport entscheide. Schaue ich heute, wo wir stehen, bin ich zufrieden und zugleich optimistisch für die nächste Saison. Wir haben einen gewissen Grundstock gelegt, gerade im taktischen Bereich.

Sie haben in der Winterpause sechs neue Spieler geholt, was eher ungewöhnlich ist. Warum?

Die Spieler hatten alle bei uns angeklopft und da macht man natürlich die Tür auf. Im Team entstand dadurch ein gesunder Konkurrenzkampf und wir können jetzt in der Sommerpause in Ruhe unsere personelle Situation analysieren.

Sie haben mit Ihren Schützlingen gegen Possendorf zwei klare Siege hingelegt (4:1, 5:1). Haben Sie die Jungs gegen Ihren Ex-Verein besonders heißgemacht?

Ich habe insgesamt neun Jahre mit den Jungs bei Empor zusammengearbeitet. Natürlich weiß man, was den Einzelnen auszeichnet und was vielleicht nicht zu seinen großen Stärken zählt. Wobei es ja nicht so war, dass Possendorf in beiden Spielen chancenlos war. Im Gegenteil, sie gingen jeweils in Führung und zwangen uns, die Taktik zu ändern. Ich ziehe trotzdem den Hut vor André Heinisch, der als torgefährlicher Spieler-Trainer eine erfolgreiche Saison hingelegt hat, auch wenn Possendorf am Ende etwas die Puste ausging.

Gibt es einen Landesklasse-Spieler, den Sie zum Fußballer der Saison wählen würden?

Ja, für mich ist es Markus Weise, der mit seinen Toren erheblichen Anteil am sehr guten Abschneiden der Hainsberger hat. Ich habe mit ihm vor vielen Jahren beim Dresdner SC im Nachwuchs und später der ersten Männer-Mannschaft zusammengearbeitet und kann seine Entwicklung ganz gut beurteilen.

Und wer war der beste bzw. beständigste Kicker der Freitaler 2017/18?

Das ist sehr schwierig, da einige Jungs die Nennung für sich beanspruchen könnten. Trotzdem würde ich mich auf unseren Torwart Steffen Beer festlegen und das auch nicht nur auf die abgelaufene Saison beziehen wollen. Ich halte ihn für einen der besten, vielleicht den besten Torhüter in unserer Staffel in den letzten Jahren.

Sebnitz, Frankenberg und Coswig ziehen ihre Mannschaft freiwillig zurück. Was ist los?

Ich bin zu weit weg, um die Entscheidungen zu bewerten. Wenn jedoch aus unserer

Staffel gleich drei Vereine freiwillig absteigen und in anderen Staffeln ebensolche Entscheidungen getroffen werden, sollte im Verband endlich gegengesteuert werden, statt die Dinge laufenzulassen, wie sie jetzt sind.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz.