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Donnerstag, 11.10.2018

Es war der Wolf

Die Schafe in Hinterhermsdorf wurden von Wölfen gerissen. Das ist jetzt sicher. Weitere Belege gibt es nebenan in Tschechien.

Von Dirk Schulze

Zwei Schafe rissen die Wölfe in Hinterhermsdorf.
Zwei Schafe rissen die Wölfe in Hinterhermsdorf.

© Daniel Schäfer

Sebnitz. Was für die betroffenen Tierhalter außer Frage stand, ist nun auch von offizieller Seite bestätigt: Es war ein Wolf, der die Schafe in Hinterhermsdorf gerissen hat. Sowohl die beiden toten Schafe vom 21. September als auch die zwei toten Schafe in der Nacht zum Mittwoch dieser Woche gehen auf das Konto von Wölfen. Das teilt Umweltamtsleiterin Birgit Hertzog vom Landratsamt in Pirna mit. Experten der Behörde hatte die Risse zuvor untersucht. Vor zweieinhalb Wochen hatte die Agrargenossenschaft Saupsdorf zwei tote und sieben verletzte Tiere aus der Herde von Schäferin Carola Manstein zu beklagen. Diese Woche traf es zwei Schafe vom Pferdehof Eschenbach in Hinterhermsdorf. Weitere Risse von Nutztieren in der Umgebung sind der Naturschutzbehörde derzeit nicht bekannt.

Damit ist erstmals belegt, dass in den Wäldern rings um die Nationalparkgemeinde Hinterhermsdorf Wölfe leben. Das bestätigt am Donnerstag auch das Lupus-Institut für Wolfsmonitoring. Sowohl auf deutscher als auch auf tschechischer Seite gibt es den Experten zufolge Nachweise für Wölfe. Das zur Stadt Sebnitz gehörende und bei Touristen beliebte Dorf liegt direkt an der Landesgrenze. Welche Wölfe dort aktiv sind, ist derzeit noch nicht genau bekannt. Dies wird im Rahmen des Monitorings weiter untersucht. Im Norden lebt seit längerem ein Rudel im Hohwald zwischen Neustadt und Neukirch. In westlicher Richtung wurde ein Rudel um Stolpen und Hohnstein nachgewiesen. Und auch im Osten, auf tschechischem Gebiet sind Wölfe aktiv, erklärt Sophia Liehn vom Kontaktbüro Wölfe in Sachsen. Wie genau die Territorien liegen, ist im Moment aber noch unklar. Dazu soll es Kürze Informationen geben.