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Montag, 24.09.2018

„Es ist leicht, gegen uns Tore zu schießen“

Von Jens Jahn

Duell zwischen dem Markkleeberger Felix Kauerauf (rechts) und Riesas Oliver Pohling. Die Gastgeber sahen lange wie der sichere Sieger aus, mussten aber trotz einer 2:0-Führung am Ende die Punkte abgeben. Foto: Ronny Belitz
Duell zwischen dem Markkleeberger Felix Kauerauf (rechts) und Riesas Oliver Pohling. Die Gastgeber sahen lange wie der sichere Sieger aus, mussten aber trotz einer 2:0-Führung am Ende die Punkte abgeben. Foto: Ronny Belitz

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Der Riesaer Trainer Daniel Küttner gab sich noch einen Tag nach dem bitteren 2:4 (1:0) seiner Stahl-Elf ungewohnt wortkarg: „Was soll ich nur dazu sagen. Für eventuelle Erklärungen oder Bewertungen benötige ich noch ein paar Tage.“

Man spürte es ihm deutlich an, der Stachel dieser Niederlage am vierten Spieltag der Fußball-Landesliga gegen Kickers 94 Markkleeberg saß tief. 73 Minuten lang hatten seine Jungs den Gegner weitestgehend im Griff, besaßen sogar nach dem 2:0 noch zwei dicke Chancen zur Resultatserhöhung. Doch rund 20 Minuten später gingen die Gäste mit einem 4:2-Sieg vom Platz und hinterließen ratlose Riesaer Spieler. Dabei hatte Küttner schon zur 1:0-Pausenführung, die Leonard Schreiber in der 15. Minute erzielte, hinreichend gewarnt: „Achtet mir auf die schnellen Markkleeberger Angreifer und vermeidet möglichst Standardsituationen, denn da ist der Gegner bekanntermaßen stark.“

Doch irgendwie schienen diese Worte zu verpuffen. Nur wenige Sekunden nach Wiederbeginn gab es den nächsten Warnschuss. Dieses Mal in Form eines Schusses an den Außenpfosten. Die Hausherren besannen sich wieder auf ihr Spiel und kamen durch Paul Kiontke nach glänzender Vorarbeit von Oliver Pohling und Philipp Schröter zum 2:0 (67.). Und dann ging es Schlag auf Schlag. Schröter wurde von Kiontke gleich zweimal in Folge maßgerecht bedient, doch der 25-Jährige brachte das Leder nicht im Kasten von Tormann Niklas Nauck unter. Stattdessen gab der Hoyerswerdaer Schiedsrichter Nico Rich auf der Gegenseite einen Foulelfmeter. „Wenn man cleverer und handlungsschneller ist, kann man diesen Elfer verhindern“, schwante Küttner nichts Gutes. Ricardo Moreno Morales trat an und überwand den Riesaer Keeper Alexander Goldhammer (74.). Nur 120 Sekunden später setzte Christian Freyer noch einen drauf – er spazierte förmlich durch die im Spalier stehende Abwehr und schob den Ball durch die Beine Goldhammers zum Ausgleich ein. „Das war fürchterlich halbseiden“, klagte Küttner händeringend.

Remis kann nicht gehalten werden

Doch es sollte noch krasser kommen. Zwar versuchte sich die Stahlelf noch einmal zu straffen, doch Körpersprache und Selbstvertrauen waren nach dem gegnerischen Doppelschlag wie weggeblasen. „Da wurden die Bälle einfach nur hoch nach vorn gespielt, erreichten aber unsere kopfballstarken Spieler nicht. Es wurde vieles versucht, doch zwingende Tormöglichkeiten kamen nicht zustande“, sagte Küttner. Besser machten es die Markkleeberger. In der Schlussphase der Partie konterten sie Stahl zweimal klassisch aus. Christian Blochwitz (87.) und Lukas Morgenstern (90.+1) sicherten den Kickers noch die volle Punktzahl. „Hier war der Gegner einfach resoluter und entschlossener. Unser Zweikampfverhalten naiv und schwach. Man muss diese Gegentreffer kurz vor ultimo nicht kassieren. Es gab immer noch Möglichkeiten um diese zu verhindern. Aber das schafften wir heute nicht. Es ist momentan viel zu leicht, gegen uns Tore zu schießen. Die Kondition ist okay, aber Konzentration und Körpersprache lassen aus unerklärlichen Gründen plötzlich nach, da gibt es in der Woche reichlich Gesprächsbedarf“, gab Küttner dann doch ein längeres Spielfazit ab. Am kommenden Sonnabend gastiert seine Mannschaft beim Großenhainer FV. „Wir sind dort klarer Außenseiter. Momentan möchte ich gar nicht an dieses Derby denken“, erklärt Küttner. Stahl Riesa rangiert nun nach vier Spielen mit null Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.

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