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Freitag, 20.07.2018

„Es hat mehrere Angebote und Gespräche gegeben“

Blickt zufrieden auf seine Zeit beim BSV 68 Sebnitz zurück: Trainer Uwe Rahle. Foto: D. Zschiedrich
Blickt zufrieden auf seine Zeit beim BSV 68 Sebnitz zurück: Trainer Uwe Rahle. Foto: D. Zschiedrich

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Der BSV 68 Sebnitz hat die Saison 2017/18 in der Fußball-Landesklasse Mitte auf Rang fünf beendet. In der Endabrechnung standen für die Mannschaft von Trainer Uwe Rahle 50 Punkte zu Buche. Während sich die Sebnitzer freiwillig in die Kreisoberliga zurückziehen, ist Rahle auch zukünftig auf den Fußballplätzen der 7. Liga unterwegs.

Herr Rahle, wie fällt die Bilanz nach Ihrer letzten Saison als BSV-Coach aus?

Komplett zufrieden ist man sicher nie. Ich denke trotzdem, dass wir insgesamt eine ordentliche Serie gespielt haben. Wir haben einige Punkte liegengelassen, ein Platz unter den ersten drei war sicher möglich. Andererseits ist der Abstand auf Platz zwei ziemlich knapp. Für uns war vor allem die Phase nach der Winterpause kompliziert, als die Diskussionen über die Zukunft der Mannschaft aufkamen. Da war viel Unsicherheit zu spüren. So etwas geht nicht spurlos an den Spielern vorbei, die sich auch Gedanken über ihre sportliche Zukunft machen. Trotzdem muss ich den Spielern ein Kompliment machen, denn sie haben sich auch nach der Entscheidung zum Abstieg nie gehen lassen.

Sie haben den freiwilligen Rückzug als alternativlos bezeichnet. Warum gehen Sie nicht mit in die Kreisoberliga?

Mit der Spielklasse hat das nichts zu tun. Sehr wahrscheinlich hätte ich auch bei einem Verbleib in der Landesklasse beim BSV aufgehört. Der Punkt ist, dass sich die Mannschaft in den letzten vier Jahren nur marginal verändert hat. Da schleicht sich zwangsläufig Routine ein. Viel Neues kann man dann als Trainer nicht mehr anbieten. Vieles ist bekannt, wiederholt sich im Training und bei den Ansprachen vor dem Spiel. Insofern wird der Mannschaft ein neuer Trainer sicher besser tun, als wenn ich in Sebnitz geblieben wäre. Es waren vier sehr schöne Jahre, aber man muss auch wissen, wann Schluss ist.

Was gab den Ausschlag für den SV Wesenitztal? Sie hätten auch beim Landesligisten Großenhainer FV unterschreiben können …

Es hat mehrere Angebote und Gespräche gegeben. Mit den Verantwortlichen vom SV Wesenitztal waren das von Anfang an angenehme Gespräche auf einer Wellenlänge. Ein wesentlicher Punkt war auch, dass sich für mich der Aufwand gegenüber Sebnitz etwas reduziert, denn nun verbringe ich nicht mehr zwei Stunden pro Training und Spiel auf der Straße. Der sportliche Anreiz, in der Landesliga zu arbeiten, ist das eine, das andere ist der erheblich größere Aufwand, der dort zwangsläufig betrieben werden muss. Dreimal Training pro Woche, am Samstag ein Spiel mit weiteren Fahrtwegen und sonntags eine Spielbeobachtung – das war mir einfach zu viel. Ich habe ja auch noch einen Job und eine Familie.

Gibt es einen Spieler in der Liga, den Sie zum Fußballer der abgelaufenen Saison wählen würden?

Da fehlt mir der Gesamtüberblick. Mehr als drei oder vier Spiele habe ich sicher von keinem Spieler einer anderen Mannschaft gesehen. Wenn man einen solchen „Titel“ vergeben wollte, ist das zu wenig.

Sebnitz und Frankenberg ziehen ihre Mannschaften freiwillig zurück, die Coswiger wollen auch nicht mehr in der 7. Liga spielen. Was ist los?

Ich sehe die Ursachen in der Spielklasseneinteilung des Verbandes. Egal, wen man fragt, die Oberliga ist überflüssig, die Trennung der Landesklasse in vier Staffeln genauso. Der Aufwand, der finanziell mittlerweile in der Landesklasse von vielen Vereinen betrieben wird, ist für einige nicht zu stemmen. Damit ist für diese Vereine der sportliche Anreiz auch nicht mehr gegeben. Mit weniger Aufwand in der Kreisoberliga gegen das „Nachbardorf“ zu spielen, ist dann viel interessanter.

Eine Abschaffung der Oberliga und eine dreistaffelige Landesklasse würden das Niveau wieder merklich steigen lassen. Sicher gibt es da Regelungsbedarf, was Auf- und Abstieg betrifft. Ich finde aber Aufstiegsspiele immer noch besser als einen freiwilligen Rückzug.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz.