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Montag, 05.11.2018

„Es gibt keinen Grund zur Euphorie“

Trainer Daniel Küttner wirkt nachdenklich. Gegen Schlusslicht Glauchau gewann seine Elf trotz eines 0:2-Rückstands. Foto: Ronny Belitz
Trainer Daniel Küttner wirkt nachdenklich. Gegen Schlusslicht Glauchau gewann seine Elf trotz eines 0:2-Rückstands. Foto: Ronny Belitz

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Mit einem 3:2 (2:2)-Erfolg über den VfB Empor Glauchau ist die BSG Stahl Riesa am 10. Spieltag der Fußball-Landesliga in der Erfolgsspur geblieben. Paul Kiontke (2) und Philipp Schröter trafen für die BSG. Nach einem vermasselten Saisonstart mit vier Niederlagen in Folge gab es in den letzten sechs Partien fünf volle Punktgewinne. Im Interview zieht Trainer Daniel Küttner eine Zwischenbilanz, erklärt die Gründe für den schwachen Start in die Saison und lobt die Entwicklung der jungen Spieler in der Mannschaft.

Herr Küttner, Gratulation zum Sieg gegen Glauchau. Obwohl der Gegner Tabellenletzter ist, wollten Sie vor dem Anpfiff nichts von übertriebenen Siegeserwartungen wissen. Das knappe Ergebnis scheint Ihnen recht zu geben?

In dieser Liga gibt es keine leichten Kontrahenten. Und gerade gegen die hinter uns stehenden Teams haben wir uns immer wieder schwergetan. Ich erinnere an die vergangene Saison. Da gab es zu Hause ein 1:1 und in Glauchau eine deftige 1:5-Schlappe.

Mit dem Erfolg haben Sie nun fünf Siege aus den letzten sechs Spielen geholt. Es läuft?

Natürlich waren diese Siege nach dem Saisonstart mit vier Niederlagen unheimlich wichtig. Es gibt aber keinen Grund zur Euphorie, denn wir haben die Spiele meist sehr knapp gewonnen. Selbst das 5:2 bei Rapid Chemnitz in der Vorwoche sieht viel deutlicher aus, als der Spielverlauf war. Wiederum waren wir bei den vier Auftaktpleiten auch nicht chancenlos. Ob in Mittweida und Olbernhau, aber auch gegen Grimma und Markkleeberg haben wir nicht so schlecht ausgesehen, nur halt nichts Zählbares herausgeholt.

Wie kam es zu dieser Negativserie zu Saisonbeginn?

Es war für uns erwartet schwer in die Saison hineinzukommen. Im Sommer hatten mit Marcel Krake, Robert Biedermann und dem jetzigen Torwarttrainer Markus Hesse drei gestandene Akteure ihre Laufbahn beendet. Abgesehen von Oliver Pohling kamen nur junge Spieler aus verschiedenen A-Jugendmannschaften zu uns. Der Verein hat ein klares Konzept mit Nachwuchsspielern. Dass so etwas seine Zeit benötigt, ist logisch. Die Erwartungen für dieses Spieljahr wurden gedämpft, es gab aber auch viel Verständnis seitens des Vorstandes. Mit Rückschlägen zu Saisonbeginn musste man rechnen.

Wie haben sich die jungen Spieler eingebracht?

Ich darf da ein ganz großes Lob los werden. Sie ziehen allesamt super mit, sind sehr fleißig und haben eine sehr gute Einstellung zum Training. Die beiden Rendler-Zwillinge, Johann und Jonas, haben sich im Vergleich zur Vorsaison um 100 Prozent umgestellt. Sie sind leistungswillig und im Team angekommen. Auch wenn Jonas jetzt in Leipzig studiert, versucht möglichst häufig da zu sein.

Und die anderen Jungs?

Paul Jan Hagen, der aus der A-Jugend des SC Borea Dresden zu uns kam, ist ein vielseitig einsetzbarer Spieler. Er wird immer besser, lernt sehr gut dazu. Mit Niklas Noah Pohl, Jonas Bloy und Eric Grundmann haben wir nur drei Youngster aus dem eigenen Nachwuchs in petto. Sie gehören oft mit zum Kader der ersten Mannschaft, lernen dadurch die Abläufe kennen und können sich an die Atmosphäre gewöhnen. Sie bekommen aber auch ihre Einsätze in der Zweiten oder der A-Jugend, haben sich innerhalb kurzer Zeit toll entwickelt. Gewisse Automatismen bezüglich der Spielweise und der taktischen Ausrichtung greifen schon bei allen jungen Spielern. Natürlich wird es da auch mal Leistungsschwankungen geben. Das ist aber völlig normal.

Wie steht es um die verletzten Spieler bei Stahl?

Unser Lazarett mit einigen Langzeitverletzten lichtet sich langsam. Franz-Josef Zech, der ein komplettes Jahr lang nach einem Kreuzbandriss pausieren musste, trainiert wieder voll mit. Er ist ohne Schmerzen und arbeitet sich kontinuierlich heran. Auch Jerome Wolf kann nach seiner langen Verletzungspause wieder problemlos trainieren. Er muss natürlich Geduld haben, bekommt seine Einsatzminuten. Er ist ja auch vom Typ her ein Spieler, der wichtig für die Mannschaft ist. Paul Spindler trainiert auch wieder, wird sicherlich in der Rückrunde voll zur Verfügung stehen. Und der junge Moritz Frank ist nach einem Kreuzbandriss ebenso auf einem guten Weg.

Einige Trainer Ihrer letzten Gegner waren der Meinung, dass seitens der Riesaer Ersatzbank sehr viel Unruhe und Stimmung auf dem Platz verbreitet würde. Was sagen Sie dazu?

Ich kann mit diesen Aussagen eigentlich nichts anfangen. Klar, die Partien in Großenhain oder gegen Radebeul sind als Derbys immer besondere Spiele. Und Radebeul bekam zwei Platzverweise nach Undiszipliniertheiten der Spieler. Da sind doch Emotionen normal. Als Trainer will man natürlich auch den jungen Spieler von außen dann etwas beistehen.

Das Gespräch führte Jens Jahn.

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