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Donnerstag, 06.09.2018

„Es gibt jetzt keine Ausreden mehr“

Dynamos Kapitän meldet sich zurück. Marco Hartmann spricht über turbulente Tage und die anhaltende Trainersuche.

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Nicht nur rein fußballerisch, also als Zweikämpfer, fehlt Marco Hartmann auf dem Platz. Auch an Führung, Ordnung und Emotionen mangelt es bei Dynamo derzeit.
Nicht nur rein fußballerisch, also als Zweikämpfer, fehlt Marco Hartmann auf dem Platz. Auch an Führung, Ordnung und Emotionen mangelt es bei Dynamo derzeit.

© Robert Michael

Es gibt ihn noch, natürlich. Marco Hartmann steht nach ausgeheiltem Muskelfaserriss inzwischen wieder jeden Tag auf dem Trainingsplatz und in der Hierarchie ohnehin ganz oben. Der 30-Jährige ist der Führungsspieler schlechthin bei Dynamo Dresden – nur offensichtlich weiterhin einer von zu wenigen.

Ein Gespräch zur Lage beim kriselnden und trainersuchenden Zweitligisten.

Herr Hartmann, wie haben Sie die vergangenen Tage und Wochen erlebt?

Ich war am Team dran, aber nicht richtig mittendrin. Die Zeit war wieder ein bisschen turbulent gewesen, das muss man ganz einfach so sagen. Irgendwie gehört es dazu zum Trainergeschäft, doch jetzt ist es für uns die absolute Aufgabe, den Weg, den der Verein eingeleitet hat, als Mannschaft erfolgreich umzusetzen. Es gibt jetzt keine Ausreden mehr, es zählen jetzt nur Ergebnisse. Und die müssen wir als Team liefern.

Wie ist der Stand bei der Trainersuche? Was bekommt die Mannschaft mit?

Die Ansage ist, dass Fielo das bis auf Weiteres übernimmt. Und mehr weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.

Sie kennen Cristian Fiel noch aus gemeinsamen Zeiten auf dem Platz. Wie ist er als Trainer?

Der Unterschied ist nicht wahnsinnig groß. Ich darf ihn immer noch duzen. Wir haben genau den Umgang, den wir auch als Spieler miteinander hatten. Er hat eine Ausstrahlung, die Respekt mit sich bringt, die Jungs merken das sofort. Und er ist nicht der, der im zwischenmenschlichen Bereich eine gewisse Distanz aufbauen muss, um die Spieler anleiten zu können. Fielo lässt eher Nähe zu, und trotzdem hat er ganz klare Vorstellungen von dem, was er verlangt. Das fordert er auch unmissverständlich ein.

Sind das jetzt nicht trotzdem verlorene Tage mit dem Interimstrainer? Spätestens Ende dieser Woche wird dann ja der neue Cheftrainer kommen.

Nein. Ich glaube, dass er uns sehr gut auf grundsätzliche Dinge einstimmt, an denen wir arbeiten müssen. Das wissen wir, doch das müssen wir jetzt eben auch umsetzen. Deshalb sind diese Tage nicht komplett verloren. Aber natürlich ist es so: Wenn ein neuer Trainer kommt, bringt der vielleicht auch eine andere Spielphilosophie mit. Jeder Trainer hat seine Eigenheiten, auf die man sich einstellen muss. Da ist jeder Tag, den du mehr hast, natürlich gut.

Sie sprechen von grundsätzlichen Dingen. Nach den Erfahrungen der Vorsaison mit dem Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag dachte man, Dynamo ist schon weiter. Was denken Sie?

Ich dachte auch, dass wir diesen Schritt in der Sommerpause nach vorn getan haben. Und nach dem Auftaktsieg gegen Duisburg haben das wahrscheinlich alle gedacht. Aber mit Rückschlägen umzugehen, in solchen Fällen weiter stabil zu bleiben – da tun wir uns weiter schwer.

Woran liegt das?

Ein Grund sind mit Sicherheit die verletzt fehlenden Führungsspieler. In der Vorbereitung ist Florian Ballas durch seine Schulter-Operation weggebrochen, dann musste ich gleich am ersten Spieltag raus. Das ist bestimmt ein Baustein, ja.

Inwiefern helfen Aktionen wie die
am Dienstag, als die Mannschaft samt Familien den Nachmittag zusammen am See verbracht hat?

Zum einen ist die Länderspielpause natürlich gut, um noch einmal Sachen anzusprechen, die durch den Trainerwechsel entstanden sind, und um uns als Mannschaft weiter zu finden und uns besser kennenzulernen. Im Sommer sind wieder einige neue Spieler gekommen, da gehören immer auch Frauen dazu, manchmal auch Kinder. Zum anderen tut so ein Nachmittag auch gut, um vom sportlichen Geschehen abzulenken, von dem Druck, der nächste Woche mit dem Spiel in Regensburg automatisch wiederkommen wird.

Werden Sie dann auf dem Platz stehen?

Eigentlich wollte ich das Testspiel am Freitag gern mitmachen, aber das wird wahrscheinlich nichts. Ich trainiere wieder, das ist auch alles gut. Aber ich verspüre in dem Bereich des Oberschenkels schon noch eine gewisse Spannung. Deshalb werden wir noch die zwei, drei Tage mehr warten, sodass ich dann am Montag wieder voll ins Mannschaftstraining einsteige. Und dann werden wir sehen, ob es für das Spiel in Regensburg reicht.

Das Interview führte Tino Meyer.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 8 Kommentare

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  1. Heike Naumann

    Ich hoffe der neue Trainer sortiert Hartmann erstmal aus. Dynamo brauch einen Kapitän der spielt und nicht ständig verletzt ist. Hartmann ist einfach zu alt und zu gebrechlich für den Job. Da hat Dynamo bessere in der Mannschaft. Auf der Bank als Einwechsler kann er ja noch sitzen.

  2. Adolf Große

    Sehr geehrte Frau Naumann, ihr Kommentar beweist nur, dass Sie vom Fußball keine Ahnung haben. Ein Spieler wie Marco Hartmann, der um jeden Ball kämpft, dem kein Weg zu weit ist, der für alle anderen Spieler ein Vorbild an Kampfgeist ist, verletzt sich nun auch mal öfter. Stricken Sie doch bitte einfach weiter. Topflappen würden passen!

  3. Onkel Hotte

    wow, #1 Heike - soviel Sachverstand, ich hoffe, Sie wurden wenigstens als neuer Trainer angefragt, alle anderen haben doch keine Ahnung, aber Ihre glasklare Analyse verdient höchsten Respekt

  4. Glüwi

    Hallo Heike Naumann, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich sehe in Ihrem Kommentar viele Gemeinsamkeiten bei mir. Harti macht im 2. Spiel nach seiner Genesung wieder Bauz und weg isser wieder. Und jetzt schon wieder das große Gelapper, einfach furchtbar. Die zwei Herren nach Ihrem Kommentar sind die typischen Blinden auf der Tribüne. Übrigens habe ich UN´s Entlassung schon vor Wochen angekündigt, da war ich auch der letzte A..... Nur stricken kann ich nicht. Tapfer bleiben Heike.

  5. Andreas

    @Glüwi: Ich glaube Du hast auch den Adstieg vor einigen Monaten prophezeit. Also Ahnung haste keine. Also Stricken lernen.

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