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Montag, 13.08.2018

Erstes Stück von grüner Promenade dieses Jahr fertig

Das grüne Band soll sich künftig rings um die Altstadt ziehen. Nach Anlauf-Schwierigkeiten wird jetzt kräftig gebaut.

Von Peter Hilbert

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Landschaftsgärtner-Azubi Antonia Seifert arbeitet derzeit mit ihren Kollegen dafür, dass der westliche Promenadenring um die Altstadt ...
Landschaftsgärtner-Azubi Antonia Seifert arbeitet derzeit mit ihren Kollegen dafür, dass der westliche Promenadenring um die Altstadt ...

© Marion Doering

... bald so wie in der Visualisierung aussieht. Derzeit wird der Abschnitt vor dem Postplatz entlang der langen Wohnzeile Am See ausgebaut.
... bald so wie in der Visualisierung aussieht. Derzeit wird der Abschnitt vor dem Postplatz entlang der langen Wohnzeile Am See ausgebaut.

© Visualisierung: Plancontext

Der geplante Promenadenring um die Altstadt.
Der geplante Promenadenring um die Altstadt.

© Stadtverwaltung

Antonia Seifert steht mit ihrer Messlatte vor der Wohnzeile an der Marienstraße und prüft, ob der Rohrgraben tief genug ist. Die angehende Landschaftsbauerin ist mit ihren Kollegen dabei, die künftige Flaniermeile zwischen Dippoldiswalder und Postplatz anzulegen. Über 20 Jahre wurde darüber nur debattiert, da auch das Geld fehlte. Im April hatten die ersten Arbeiten am westlichen Promenadenring begonnen.

Das Projekt: beige-farbener Asphaltweg vom Dippoldiswalder zum Postplatz

Der Promenadenring soll auf dem Gelände der Festungsanlagen, von denen fast nur noch die Brühlsche Terrasse sichtbar ist, die Altstadt umschließen. Der erste kleine Abschnitt zwischen See- und Wallstraße wurde 2002 gestaltet. Jetzt wird an der Marienstraße gebaut. Dort ist ein Promenadenweg aus beigem Asphalt geplant, der insgesamt 345 Meter lang wird, erläutert Bauüberwacher Erik Lorenz vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Gebaut werden kann vorerst nur direkt vor der Wohnzeile, da die benachbarte Oberpostdirektion am Postplatz saniert und die Fläche davor noch für Baucontainer benötigt wird. Lorenz hofft, dass der Ausbau des 100 Meter langen Abschnitts im Oktober beginnt.

Der Auftakt: Gartenbauer verpflanzen Lindenreihe zur Marienstraße

Vor Beginn der Arbeiten hatten Gartenbauer eine der beiden Lindenreihen in Richtung Marienstraße verpflanzt. Das war zwar schwierig. Doch die Bäume sollten erhalten werden. Jetzt beträgt der Abstand zwischen den Baumreihen dieser Allee 25 Meter, sodass genügend Platz für den Weg und die Grünanlagen bleibt. Die verpflanzten Linden wurden bisher ordentlich gepflegt und gewässert. „Trotz der Trockenheit sehen die Bäume bisher sehr gut aus“, resümiert der Bauüberwacher.

Die Verzögerung: Firmen haben Probleme, Baumaterial zu bekommen

Zum Auftakt wurde der künftige Promenadenring 60 Zentimeter tief ausgebaggert. Allerdings verzögerten sich die Arbeiten. „Die Baufirmen hatten Schwierigkeiten mit den Materiallieferungen“, erklärt Lorenz. Also wurde zwischenzeitlich pausiert. Mittlerweile ist eine erste Schotter-Tragschicht eingebaut. „Wir sind jetzt dabei, den Graben für die Bewässerungsleitung auszuheben“, sagt er. Schließlich müssen die Anlagen künftig gut bewässert werden.

Die Gestaltung: Staudenband und Sitzmauer säumen die Promenade

In diesem Monat wird damit begonnen, eine Sitzmauer neben der künftigen Promenade zu bauen, die einen knappen halben Meter hoch wird. An der Rückseite wird ein LED-Leuchtenband installiert, das die Rasenfläche zur Marienstraße anstrahlt.

Gegenüber ist auf der anderen Wegseite ein zwei Meter langes Staudenband geplant, das abwechslungsreich bepflanzt werden soll. Bei den Blütengehölzen sind Sommerflieder und -jasmin sowie Rosen vorgesehen, bei den Stauden unter anderem Iris und Bergenien. Außerdem werden Ziergräser gepflanzt.

Der 3,5 Meter breite Promenadenweg wird aus speziellem Asphalt gebaut, der in Dresden noch nicht eingesetzt wurde. Auf die Oberfläche kommt gut haftender Quarzkies. Damit wird sie nicht glatt wie Asphalt, sondern rau. Mit der beigen Farbe soll er wie die für Dresden typische sandgeschlämmte Schotterdecke aussehen.

Der Plan: Im Frühjahr 2019 soll das grüne Band fertig werden

Bauüberwacher Lorenz hofft, dass der 240 Meter lange Abschnitt vor der Wohnzeile Am See noch dieses Jahr bepflanzt werden kann, sodass dort die Arbeiten abgeschlossen werden. Das Ziel sei es, das letzte Stück vor der Oberpostdirektion bis zur Annenstraße im 2. Quartal 2019, also noch im Frühjahr, fertigzustellen.

Die Perspektive: Nächstes Jahr folgen die nächsten Abschnitte

2019 soll die Ecke des Dippoldiswalder Platzes zwischen Budapester und Marienstraße gestaltet werden. Dort wird der Schalenbrunnen von Leonie Wirth wieder aufgestellt, der bis zur Jahrhundertflut 2002 vor dem Hotel Bastei auf der Prager Straße gestanden hatte. Vorgesehen ist zudem, von Herbst 2019 bis 2020 den südlichen Postplatz zu gestalten. Das ist die Fläche zwischen Annen- und Freiberger Straße vor dem Fernmeldezentrum, das derzeit abgerissen wird.

Zuletzt steht ab dem Frühjahr 2020 noch der Teil des Postplatzes vor dem Schauspielhaus auf dem Plan. Insgesamt kostet der westliche Promenadenring mit den sich anschließenden Plätzen rund 4,6 Millionen Euro, die komplett mit Fördermitteln finanziert werden.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 12 Kommentare

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  1. Stefa

    Theoretisch will ich nicht meckern. Allerdings frage ich mich, wie speziell im diesem Abschnitt Asphalt dazu beiträgt, einen "grünen Ring" zu schaffen, wo vorher doch Wiese dort war? Und warum muss die Wiese beleuchtet werden? Naja, abwarten wie es am Ende aussieht und dann noch einmal neu beurteilen.

  2. Freier Bürger

    Schon der Begriff "grün" in der Überschrift ist eine Lüge. Merkmal der aktuellen Bauvorhaben am Postplatz und Umgebung ist ja gerade die Beseitigung von Grünflächen. Statt dessen wird jeder Zentimeter mit belanglosen und megahäßlichen Billigbauten zugepflastert. Auch am sogenannten "Promenadenring" zeigt sich das Komplettversagen der Dresdner Bauverwaltung.

  3. ich

    #2: Was für ein Dilemma. Bei Fr. Wüterichs Vorhaben oder dem Globus am Leipziger Bahnhof wirft man der Verwaltung Komplettversagen vor, weil der Investor nicht tun und lassen darf, was er will... Irgendwas ist wirklich immer... Verrückt!

  4. Dresdner

    Schade, dass der Begriff "grün" in der Überschrift den tatsächlichen Arbeiten so wenig entspricht. Wenn man genau hinschaut, sieht man "Versiegelung" überall, weniger Wiese, viel Asphalt und Steine. Gerade bei den aktuellen Wetterlagen mekrt man, wie wichtig Bäume und Grün gerade in diesem Bereich der Stadt sind. Daher sicher ein gutes Vorhaben -- aber bitte eben auch "grün".

  5. Manfred Hengst

    Ich frage mich war er auf diese Ring wandeln soll ?

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