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Freitag, 15.06.2018

Erster Blick ins neue OP-Zentrum

Wer im Uniklinikum operiert werden muss, wird bald Haus 32 kennenlernen. Eine kleine Premiere gibt es Freitag.

Von Juliane Richter

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OP-Schwester Susann Merbt nimmt das neue MRT-Gerät an ihrem künftigen Arbeitsort in Augenschein.
OP-Schwester Susann Merbt nimmt das neue MRT-Gerät an ihrem künftigen Arbeitsort in Augenschein.

© Sven Ellger

Mechaniker Daniel Brenner schließt die letzten Sterilisationsgeräte im Keller des neuen Hauses an.
Mechaniker Daniel Brenner schließt die letzten Sterilisationsgeräte im Keller des neuen Hauses an.

© Sven Ellger

Ab August sollen an der neuen Notaufnahme die Krankenwagen halten. Derzeit sind noch Bagger am Werk.
Ab August sollen an der neuen Notaufnahme die Krankenwagen halten. Derzeit sind noch Bagger am Werk.

© Sven Ellger

Ganze 18 Operationssäle sind im neuen Haus 32 des Uniklinikums untergebracht. Zwei davon sind als Hybrid-OP’s mit modernsten digitalen Röntgengeräten ausgestattet, die selbst kleine Arterien und Gefäße hochauflösend und dreidimensional darstellen. Andere OP-Säle grenzen direkt an Räume mit Magnetreso-nanztomografen (MRT). Die Verfahren sind heute unerlässlich, um Diagnosen zu stellen und selbst während einer Operation für die Chirurgen Bilder in Echtzeit zu liefern.

Das Uniklinikum spricht bei dem insgesamt 130 Millionen Euro teuren Bau vom „modernsten OP-Zentrum Europas“. Dazu gehört im Erdgeschoss auch die neue zentrale Notaufnahme, die von Haus 58 dorthin umzieht. Die alten Räume sind den hohen Patientenzahlen nicht mehr gewachsen. Die neue Notaufnahme wird streng getrennte Bereiche für Patienten, die mit dem Rettungswagen gebracht werden und jene, die selbst zur Notaufnahme kommen, bieten. Zudem ist ein separater Warteraum für Kinder geplant, um sie vom Trubel und den teils unschönen Anblicken stärker abzuschirmen. Im Keller des Neubaus wird die Zentralsterilisation eingerichtet, wo nahezu alle medizinischen Kleingeräte des gesamten Uniklinikums nach Eingriffen sterilisiert werden. Die Sterilisationsgeräte, die mit mehr als 120 Grad Celsius heißem Dampf arbeiten, stehen größtenteils schon bereit – werden derzeit aber noch von Mechanikern angeschlossen.

Am 21. August soll das neue Haus nach knapp dreieinhalb Jahren Bauzeit feierlich eingeweiht werden. Doch schon an diesem Freitag können Interessierte ab 15 Uhr bei der Langen Nacht der Wissenschaft einen ersten Blick hineinwerfen. Geführte Touren bringen sie nicht nur in die Zentralsterilisation, sondern auch in die OP-Bereiche samt angrenzender Intensivstation. Ebenfalls besucht werden können die zwei Pflegestationen in den oberen Etagen mit ihren insgesamt 132 Betten. Die Zimmer sind nahezu fertig eingerichtet, lediglich die Betten fehlen noch.

Im Haus 32 werden dann ab August insgesamt mehr als 500 Personen arbeiten. Je nach Einsatzgebiet erhalten sie Schulungen, um den Umgang mit der neuen Technik zu lernen. Die medizinische Nutzung des Hauses erfolgt dann in Etappen. So müssen die OP-Bereiche zunächst einen mehrwöchigen Testbetrieb überstehen. Dieser soll garantieren, dass zum Beispiel alle raumklimatischen Werte eingehalten werden. Notfälle, die mit dem Hubschrauber am Uniklinikum eingeliefert werden, landen nach wie vor in Haus 59 und werden über eine eigens angebaute Brücke zum benachbarten Haus 32 gebracht.

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