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Donnerstag, 14.06.2018

Erste Arbeiten für Wacker-Umfahrung

Boden und Grundwasser werden jetzt untersucht. Die Anwohner sind später gefragt.

Von Antje Steglich

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ier ist künftig Sackgasse: Noch rauscht der Verkehr auf der S 88 in Nünchritz direkt am Wacker-Werksgelände vorbei. Doch auf dem Papier nimmt eine Umfahrung für das Werk Gestalt an. Davon hätten auch die Anwohner in Nünchritz etwas – denn dann würden weniger Lkw durch den Ort rollen. Die derzeitige Straße käme weg.
ier ist künftig Sackgasse: Noch rauscht der Verkehr auf der S 88 in Nünchritz direkt am Wacker-Werksgelände vorbei. Doch auf dem Papier nimmt eine Umfahrung für das Werk Gestalt an. Davon hätten auch die Anwohner in Nünchritz etwas – denn dann würden weniger Lkw durch den Ort rollen. Die derzeitige Straße käme weg.

© Archiv/Sebastian Schultz

© Grafik/SZ

Nünchritz. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) arbeitet weiter an der sogenannten Wacker-Umfahrung. Ziel ist es, die neue Straße zwischen Leckwitz und der S 40 ab dem Jahr 2026 zu bauen. Für die Planung der Verlegung der S 88 östlich von Nünchritz sollen deshalb nun zunächst die Baugrund- und Grundwasserverhältnisse erkundet werden, sagt Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert. Betroffen von den Arbeiten sind eine Vielzahl von Grundstücken in den Nünchritzer Ortsteilen Leckwitz und Weißig. Mit der Auswertung wird Ende des Jahres gerechnet.

Daraus werden dann Maßnahmen für die Gestaltung und Dimensionierung der Gründung der Erd- und Brückenbauwerke sowie zur Wasserhaltung festgelegt, erklärt Isabel Siebert. Im Bereich der zukünftigen Trasse sind dafür Rammkernsondierungen in einem Raster von etwa hundert Metern nötig sowie Tiefenbohrungen im Bereich der Widerlager des geplanten Brückenbauwerkes. Der vorhandene Straßenbestand werde außerdem durch sogenannte Suchschürfe erkundet.

Baurecht besteht für die neue Trasse allerdings noch nicht. Voraussetzung dafür ist ein Planfeststellungsverfahren, welches laut Lasuv voraussichtlich ab 2022 durchgeführt wird. Im Rahmen des Verfahrens würden dann auch alle Beteiligten beziehungsweise Anwohner angehört, deren Belange aufgenommen und das Ergebnis des Abwägungsprozesses in die Planung eingearbeitet. Ist das Baurecht erteilt, wird die Ausführungsplanung erstellt und die Vergabe der Bauleistung durchgeführt, sodass mit einem Baubeginn nicht vor 2026 zu rechnen ist, so Isabel Siebert. Geplante Bauzeit: drei Jahre.

Informationsveranstaltungen für die Anwohner, die sich teilweise sehr kritisch zu dem Vorhaben geäußert haben (die SZ berichtete), seien erst einmal nicht geplant. Möglich sei das jedoch. Isabel Siebert: „Das Interesse an einem von weiten Teilen der Bevölkerung mitgetragenen und für die Region sinnvollen Neubauvorhaben ist natürlich auch für den Freistaat Sachsen als Vorhabensträger groß.“