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Montag, 13.08.2018

Ermittlungen gegen Jan Ullrich

Der Ex-Spitzensportler musste in die Psychiatrie. Prominente Kollegen wünschen ihm Kraft.

Von Jörn Bender und Claas Hennig

Der ehemalige Radprofi Jan Ullrich ist tief gefallen.
Der ehemalige Radprofi Jan Ullrich ist tief gefallen.

© Ennio Leanza/Keystone/dpa

Frankfurt am Main. Nach dem Vorfall in einem Frankfurter Luxus-Hotel vom Freitag wird gegen Ex-Radprofi Jan Ullrich weiter ermittelt. Dies gelte sowohl für den Verdacht des versuchten Totschlags als auch der gefährlichen Körperverletzung, bestätigte die Frankfurter Polizei am Sonntag.

Die Bild-Zeitung schrieb, dass der 44-Jährige nach seiner Zwangseinweisung in die Psychiatrie die Einrichtung wieder verlassen habe. Dafür gab es am Wochenende zunächst keine Bestätigung. Die Polizei erklärte sich für nicht zuständig, Ullrichs Anwaltskanzlei äußerte sich auf Anfrage auch am Sonntag zunächst nicht.

Ullrich soll in dem Frankfurter Hotel eine Escort-Dame angegriffen und verletzt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der frühere Radprofi die 31-Jährige derart gewürgt haben, dass ihr schwarz vor Augen wurde. Das Hotelpersonal alarmierte auf Bitte der Frau die Polizei. Am Freitagabend wurde er vorläufig in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen. Die Ermittler sprachen von einer „Eilentscheidung“. Ullrichs seelischer und körperlicher Zustand sei zu dem Zeitpunkt eine Gefahr für ihn selbst und für andere gewesen.

Ullrich hatte öffentlich vor wenigen Tagen private Probleme eingeräumt: „Die Trennung von Sara und die Ferne zu meinen Kindern, die ich seit Ostern nicht gesehen und kaum gesprochen habe, haben mich sehr mitgenommen. Dadurch habe ich Sachen gemacht und genommen, die ich sehr bereue“, hatte der Tour-de-France-Sieger von 1997 der Bild-Zeitung gesagt. Ullrich hatte zudem angekündigt, aus Liebe zu seinen Kindern eine Therapie machen zu wollen. Um welche Art von Therapie es sich handelt, sagte er nicht.

Biathlon-Star Magdalena Neuner zeigte Verständnis für Ullrichs Situation. „Ich weiß, welchem Druck Spitzensportler ausgesetzt sind. Ich kann nachvollziehen, dass man daran zerbrechen kann“, sagte die zweimalige Olympiasiegerin. Der frühere Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg wünschte Ullrich Kraft und „vor allem die richtigen Leute an seiner Seite“. (dpa)

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