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Freitag, 14.09.2018

Enkeltrick zieht immer noch

Pirnas Seniorentag war gut besucht. Die Gäste konnten sich an vielen Ständen beraten lassen. Auch die Polizei gab Tipps.

Von Mareike Huisinga

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Pirnas Bürgerpolizistin Kerstin Fröde berät Siegfried Martin über Sicherheit am Haus. Das Polizeirevier Pirna war am Seniorentag mit einem Infostand vertreten.
Pirnas Bürgerpolizistin Kerstin Fröde berät Siegfried Martin über Sicherheit am Haus. Das Polizeirevier Pirna war am Seniorentag mit einem Infostand vertreten.

© Daniel Schäfer

Viele Besucher informierten sich an den zahlreichen Ständen von Vereinen und Institutionen auf dem Markt zu Angeboten.
Viele Besucher informierten sich an den zahlreichen Ständen von Vereinen und Institutionen auf dem Markt zu Angeboten.

© Daniel Schäfer

Pirna. Siegfried Martin nutzt die Chance. Zielstrebig geht er zum Informationsstand des Polizeireviers Pirna und stellt eine Frage, die ihn schon lange umtreibt. Wie kann er seine Wohnung am besten gegen Einbruch sichern? Bürgerpolizistin Kerstin Fröde rät den Einbau eines Spions und einer Türkette. Einfache Mittel, die nicht viel kosten, aber große Wirkung haben.

Der dritte Pirnaer Seniorentag unter dem Motto „Mitten im Leben“ am Freitag war ein voller Erfolg. Zahlreiche Gäste kamen. Sie konnten an den über 30 Ständen von Vereinen, Initiativen und Händlern Fragen stellen, Angebote einholen und mit den Mitarbeitern ins Gespräch kommen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Besucher hatten Zeit, sich an einem Platz Informationen zu unterschiedlichen Themen einzuholen. Auch das umfangreiche Rahmenprogramm mit speziellen Vorträgen und Aktionen für Senioren wurde gut angenommen. Unter anderem ging es um Wohnraumanpassung, Vorstellung des Pflegekoffers der Stadt Pirna sowie barrierefreies Reisen. Die Stadt hatte den Thementag ausgerichtet.

Ganz offensichtlich bewegt das Thema Sicherheit viele Rentner. Der Stand der Polizei hatte großen Zulauf. „Der Enkeltrick zieht immer noch. Leider. Die Zahl der Fälle nimmt in Sachsen zu“, berichtet Kerstin Fröde. Dabei geben sich Trickbetrüger am Telefon als Enkel aus und bitten um meist hohe Geldbeträge. Oftmals beginnen solche Gespräche mit: Rate mal, wer hier spricht. „Man darf sich auf keine Ratespiele einlassen, sondern muss konkret den Namen des Anrufers und seine Telefonnummer verlangen“, empfiehlt Kerstin Fröde. Wer sich unsicher ist und Zweifel hat, sollte sofort Kontakt zu Angehörigen oder Vertrauenspersonen aufnehmen, um zu checken, ob die Geschichte stimmen kann. Sobald Unklarheiten aufkommen, ist es ratsam, die Polizei zu kontaktieren.

„Auch nachträglich, wenn es bereits zu einer Geldübergabe gekommen ist. Manche schämen sich gegenüber den Behörden, da sie auf den Betrug hereingefallen sind. Das ist falsch“, erklärt Kerstin Fröde. Hilfreich kann auch sein, sich aus dem Telefonbuch streichen zu lassen.

Aber die Diebe hätten nicht nur den Klassiker auf Lager. Immer öfter täuschten Betrüger eine Notlage vor, und versuchten somit in die Wohnung von älteren Menschen zu gelangen. „Es gibt Fälle, in denen Unbekannte klingeln, Kreislaufprobleme vortäuschen und um ein Glas Wasser bitten. Ist der Bewohner in der Küche, um das Wasser zu holen, und die Tür steht noch offen, hat der Betrüger ein leichtes Spiel, einzudringen und auf die Schnelle Wertsachen zu stehlen“, beschreibt Kerstin Fröde die Situation. Deshalb: Lieber die Tür schließen, wenn man sich kurz entfernt. Das bedeute keine Unfreundlichkeit, sondern Sicherheit.

Überhaupt sollte sich jeder überlegen, wie er mit seinem Eigentum umgeht, und keine Gelegenheit zum Diebstahl bieten, rät die Bürgerpolizistin. Tabu ist zum Beispiel, seine Tasche mit Wertsachen im Einkaufswagen zu lassen und sich von dem Wagen zu entfernen. Und: Die PIN muss immer getrennt von der EC-Karte aufbewahrt werden. „Das ist eigentlich alles bekannt, aber dennoch kommen solche Fälle immer wieder vor. Betroffen sind nicht nur Rentner, sondern auch jüngere Altersgruppen“, betont Kerstin Fröde.