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Montag, 10.09.2018

Enkel will Honeckers in Berlin beisetzen

Familiengeheimnis gelüftet: Das einst mächtigste Ehepaar der DDR ist noch nicht bestattet.

Von Kirsten Baukhage, Berlin

Erich Honecker (M), und seine Ehefrau Margot verlassen im Januar 1990 das Krankenhaus Charite in Berlin.
Erich Honecker (M), und seine Ehefrau Margot verlassen im Januar 1990 das Krankenhaus Charite in Berlin.

© dpa

Erich und Margot Honecker sollen nach dem Wunsch ihres Enkels Roberto Yañez Betancourt in Berlin auf dem Friedhof der Sozialisten beigesetzt werden. In seinem neuen Buch „Ich war der letzte Bürger der DDR“ lüftet der 44-Jährige ein Familiengeheimnis, wie mehrere Zeitungen am Samstag berichteten. Die Urnen seiner Großeltern seien bisher gar nicht in chilenischer Erde begraben worden.

Der Wunsch des Enkels stößt bei den Linken in Berlin allerdings auf wenig Begeisterung. Der DDR-Ministerpräsident in der Wendezeit nach dem Sturz Honeckers, Hans Modrow, und der Linken-Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi halten den Friedhof der Sozialisten als letzte Ruhestätte der Honeckers für denkbar ungeeignet. Modrow befürchtet gar eine Anlaufstelle für wütende Ex-DDR-Bürger.

Den Grund für den Wunsch des Enkels nannte Yánez Mitautor Thomas Grimm in dem Buch, das am Montag erscheint: Es sei immer der Wunsch des letzten DDR-Staats- und SED-Parteichefs gewesen, „in Deutschland seine letzte Ruhe zu finden – am liebsten in seinem saarländischen Geburtsort in Neunkirchen“, sagte der Mitautor laut Berliner Zeitung. Erich Honecker war 1994 in Santiago de Chile gestorben. Die einstige First Lady der DDR habe die Urne ihres Mannes bis zu ihrem eigenen Tod 2016 bei einem guten Bekannten gelassen. Dieser bewahre jetzt auch die Asche der einst mächtigen DDR-Bildungsministerin auf, hieß es. Die Familie hoffe immer noch auf eine Gelegenheit, die beiden zusammen in Deutschland beizusetzen.

Allerdings sei Honecker-Tochter Sonja dagegen. Sie wolle die Asche ihrer Eltern in den Pazifik streuen. Enkel Roberto betrachtet seine Großeltern dagegen als Personen der deutschen Zeitgeschichte und hält es deshalb für richtig, sie in Deutschland zu beerdigen. „Am besten auf dem Friedhof der Sozialisten in Friedrichsfelde an der Seite ihrer ehemaligen Genossen“, beschrieb Grimm den Wunsch Robertos.

Yanez hätte nach Angaben der Zeitung aber auch formale Probleme. Für die Zentrale Gedenkstätte werden seit 1990 keine neuen Grabstellen mehr vergeben. (dpa)