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Mittwoch, 08.08.2018 Gerichtsbericht

Ellenbogenattacke bei Pegida-Demo

Ein Unterstützer der Bewegung hilft der Polizei, Protestierer aus dem Weg zu räumen. Vorher schlägt er einen Beobachter.

Von Christoph Springer

© Symbolbild/dpa

Kesselsdorf /Dresden. Henry B. greift gerne mal zu. Der Kesselsdorfer, der als IT-Experte im Justizministerium arbeitet, bezeichnet sich als Freund von Pegida. Internetfotos belegen seine Nähe zu Lutz Bachmann und Siegfried Däbritz, den Anführern der selbsternannten Patrioten. Beim Montagsspaziergang von Pegida am 20. Februar 2017 griff B. zu, als die Polizei am Dr.-Külz-Ring zwei Blockierer von den Bahnschienen holte. Er half den Beamten, die Pegida-Gegner wegzuzerren. Dieser Einsatz ist Anlass für Ermittlungen gegen den damals 31-Jährigen.

Am Dienstag stand B. wegen Körperverletzung vor Gericht. Bei derselben Pegida-Demonstration soll er auf der St. Petersburger nahe dem Kristallpalast einen Journalisten attackiert haben. B., ein durchtrainierter und mehr als 1,80 Meter großer Mann, habe Tilo S. seinen Ellenbogen in die Seite gerammt, steht in der Anklage. Mit selbst aus dem Internet zusammengetragenen Fotos versuchten B. und sein Verteidiger, Anwalt Michael Sturm, zu belegen, dass die Zeit- und Ortsangaben des Opfers nicht stimmen. Er habe sich an diesem Abend immer vor dem Demozug aufgehalten, sagte B.. Wann er an den abgebildeten Orten gewesen sei, könne man den Fotodaten entnehmen, so der IT-Spezialist. Als Beleg für seine Aussage kam auch zur Sprache, dass er Pegida vorausgelaufen war, bevor er am Külz-Ring der Polizei half. Richter Jochen Meißner reichte das nicht. Er will jetzt unter anderem den Fotografen vernehmen, der die vermeintlichen Beweisfotos angefertigt hat.

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