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Mittwoch, 08.08.2018

Elf Schafe getötet

Die Tiere wurden auf einer Weide in Halbendorf/Spree entdeckt. Laut Landratsamt handelt es sich wahrscheinlich um einen Wolfsriss.

Von Kerstin Fiedler

Diese Kamerunschafe starben in Halbendorf/Spree.
Diese Kamerunschafe starben in Halbendorf/Spree.

© Jana Hannig

Malschwitz. Das muss Jan-Uwe Hannig erst einmal verkraften. Als er am Freitagnachmittag zu seinen Kamerunschafen hinter dem Haus in Halbendorf kommt, sind elf von ihnen tot. „Die Wölfe haben vor nichts mehr Respekt“, sagt Hannig. Der 71-Jährige ist nun schon zum vierten Mal betroffen. „Dabei mach ich das doch bloß als Hobby, um mir was zu meiner Rente dazuzuverdienen“, sagt er enttäuscht.

Das Landratsamt bestätigt, dass „es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Wolfsriss handelt. Die elf getöteten Schafe wurden vermutlich in der Nacht vom vergangenen Donnerstag auf Freitag gerissen“, sagt Kreissprecher Peter Stange.

Dabei ist Jan-Uwe Hannig überzeugt, dass er seine Tiere gut schützt. Elektrozaun und einen engmaschigen Wildzaun, den er in die Erde eingegraben hat, haben die Wölfe überwunden. Hannig ärgert sich, denn er hat schon fünfmal Wölfen gegenübergestanden, „und das auch mitten im Dorf“, sagt er. Das Landratsamt teilt mit, dass der Wolf vermutlich unter dem Festnetzzaun hindurch zu den Tieren gelangt ist.

Kontaktbüro prüft und bewertet

Das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen hält sich allerdings noch bedeckt. „Das durch einen Rissgutachter aufgenommene Protokoll wird anschließend vom Herdenschutzbeauftragten geprüft und bewertet, eine Aussage zum Verursacher kann daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht getroffen werden“, sagt Sophia Liehn vom Kontaktbüro. Da den Mitarbeitern die genauen Umstände vor Ort nicht bekannt sind, können sie auch keine Aussage darüber treffen, ob der Tierhalter entschädigt wird.

„Na, die werden schon wieder irgendetwas finden, wo der Zaun nicht ordentlich war“, sagt Hannig resigniert. Dabei hatte er sich doch um Förderung gekümmert und beraten lassen beim Zaunbau. Seine Tochter Jana Hannig bestätigt dies. Sie versuchte, am Freitagabend jemanden vom Kontaktbüro zu erreichen. Als sie den Anrufbeantworter abhörte, war sie entsetzt. „Ein wichtiger Fall ist nicht, wenn Schafe getötet wurden. Ein Notfall liege nur vor, wenn ein Wolf betroffen ist“, sagt sie. Letztlich informierte sie die Polizei, die dann das Landratsamt in Kenntnis setzte. „Wir mussten uns dann doch um die toten Tiere kümmern, und da wollten wir schon, dass vorher alles aufgenommen wird“, sagt Jana Hannig.

Elf Kamerunschafe sind tot, acht leben noch. „Bei zwei verletzten Tieren weiß ich noch nicht, ob sie durchkommen“, sagt Jan-Uwe Hannig. Es war wieder einmal ein Erlebnis, auf das er gern verzichtet hätte. So wie auch die anderen betroffenen Schafhalter. In der jüngsten Zeit gab es immer wieder Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere. Zuletzt jagte ein Wolf einem Hirsch durch Cunnewitz hinterher. Landrat Michael Harig fordert nun Konsequenzen.